Rossach
Besichtigung

Minister Füracker: Ein Blick auf alles Neue

Auf Einladung der Coburger CSU sah sich Minister Albert Füracker die Maßnahmen der Dorferneuerung in Kaltenbrunn und Rossach an. Dort ist man sehr zufrieden - es könnte aber auch noch mehr gehen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die alte B 4 in Rossach bekommt im Zuge der Dorferneuerung einen Gehweg. Da die Durchfahrt aktuell noch gesperrt ist, nutzte der Besichtigungs-trupp um Minister Albert Füracker die Fahrbahn. Fotos: Jann Weckel
Die alte B 4 in Rossach bekommt im Zuge der Dorferneuerung einen Gehweg. Da die Durchfahrt aktuell noch gesperrt ist, nutzte der Besichtigungs-trupp um Minister Albert Füracker die Fahrbahn. Fotos: Jann Weckel
+1 Bild

Die Aussagen der beiden Bürgermeister aus den Gemeinden Itzgrund und Großheirath ähnelten sich doch sehr. Sowohl Werner Thomas (SPD), als auch Amtskollege Udo Siegel (CSU), zeigten sich sehr dankbar für die Möglichkeiten, die die Fördergelder für die Dorferneuerung ihren Gemeinden verschafft haben. Doch beide hatten auch jeweils noch ein Anliegen: Das eine etwas kleiner, das andere wohl etwas größer.

Ein bayerischer Minister zu Gast an der Itz: Albert Füracker (CSU), seit März Finanz- und Heimatminister, nutzte die Gelegenheit zwischen mehreren Terminen in Oberfranken, um in Kaltenbrunn und Rossach vorbeizuschauen. Dort wurden und werden mehrere Projekte umgesetzt, in denen Fördergelder vom Amt für Ländliche Entwicklung stecken. "Aus meiner kommunalen Herkunft bin ich mit dem Thema Dorferneuerung sehr verbunden", sagte Füracker. Lupburg, sein Heimatort, war 2004 als bayerisches Golddorf ausgezeichnet worden. Außerdem sei es ein Ziel der Regierung, den ländlichen Raum weiter zu stärken.

Dorfladen ein Erfolg

Die Infrastruktur in Kaltenbrunn gestärkt hat die Gemeinde Itzgrund vor etwas mehr als einem halben Jahr. Als vorgezogene Maßnahme der Dorferneuerung wurde aus dem ehemaligen Edeka-Markt der "Itzgrundmarkt" Ein Dorfladen, an dem sich die Bürger beteiligen können. Lange wurde versucht, dem Leerstand durch einen neuen privaten Eigentümer neues Leben einzuhauchen. Das gelang nicht, und so kaufte die Gemeinde das Gebäude mit Mitteln der Dorferneuerung. Mit Erfolg: "Wir sind noch nicht bei der schwarzen Null", sagte Bürgermeister Thomas. "Aber wir haben steigende Umsätze. Ich denke, wir kommen da hin." Minister Füracker sagte dazu: "Verlust machen will natürlich keiner. Aber viel wichtiger ist: Durch den Laden sind auch Arbeitsplätze entstanden und die bessere Infrastruktur ist es wert."

Ein kleines Anliegen hatte der Bürgermeister aber noch, das er Minister Füracker und Lothar Winkler vom Amt für Ländliche Entwicklung mit auf den Weg gab: Es ist zu heiß im Laden, eine Klimaanlage soll her. "Mit 30 000 Euro wären wir dabei", sagte er. Nur das passende Förderprogramm dafür fehlt noch. Verglichen mit geschätzten 1,1 Millionen Fördergeld, die in die Erneuerung der alten B4 im Ort fließen sollen, wäre das aber ein eher geringer Posten.

Gehweg und Grünstreifen

In Rossach ist man in dieser Hinsicht schon einen Schritt weiter, denn dort laufen die Straßenarbeiten an der ehemaligen Bundesstraße bereits - abgesehen vom Betriebsurlaub, in dem sich die Baufirma gerade befindet. Hier sind es 1,4 Millionen Euro, die über die Dorferneuerung zugeschossen werden. "Für uns Gemeinden ist das ein Segen", sagte Bürgermeister Udo Siegel. "So etwas wäre ohne die finanzielle Unterstützung nicht möglich."

Die breit angelegte Straße wird nach der Fertigstellung deutlich schmaler sein. Ein Gehweg ist bereits erkennbar. "Ein Grünstreifen, Parkplätze und Bäume kommen noch", sagte Siegel weiter. Bei Fürackers Frage nach der geplanten Fertigstellung muss er gestehen: "Ursprünglich war Ende des Jahres geplant", doch dann machten unerwartete Verzögerungen diesen Zeitplan hinfällig. "Wir werden im Laufe des nächsten Jahres fertig werden."

Ungewisse Kosten

In Rossach gibt es aber auch bereits abgeschlossene Projekte der Dorferneuerung. Den Dorfladen zum Beispiel, der etwas kleiner ist als das Pendant in Kaltenbrunn. Und das Kelterhaus - von Füracker scherzhaft "Saftladen" getauft - wo aus Obst Säfte gepresst werden.

Ein Problem beschäftigt den Bürgermeister aber noch: Die Kirchenmauer, die teilweise bedenklich schief steht, muss bei den Arbeiten im Ort vorerst ausgeklammert werden. Wie es weiter geht, ist noch unklar. Sie steht unter Denkmalschutz und gehört der Kirche. Es steht wohl eine Untersuchung der Standsicherheit an, dann müsse man sehen, was man tun kann. Kostenpunkt: noch nicht absehbar.

Albert Füracker hofft auf eine vernünftige und finanziell tragbare Lösung. "Daran muss doch auch die Kirche ein Interesse haben", sagte er. "Die örtliche Kirche sowieso", sagte Siegel. Doch auch die Landeskirche müsse mitziehen.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren