Niederfüllbach
Geschäftsidee

Mieten, aufbauen, verkaufen: Der Dauer-Flohmarkt in Niederfüllbach

Markus Schmid hat in Niederfüllbach einen dauerhaften Flohmarkt eröffnet. Bei ihm kann jeder ein Regal mieten und seine Schätze verkaufen.
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Wenn Markus Schmid selbst zum Flohmarkt geht, hält er Ausschau nach Werkzeug. Foto: Dominic Buckreus
Wenn Markus Schmid selbst zum Flohmarkt geht, hält er Ausschau nach Werkzeug. Foto: Dominic Buckreus
Wenn Markus Schmid mal ganz genau hinschaut, entdeckt er den einen oder anderen Schatz in seinen Regalen. Alte Fläschchen aus der Mohrenapotheke, verstaubte Plastikpuppen, ein Robinson-Crusoe-Buch geschrieben in Sütterlin, oder ein uralter Projektor mit Holzrahmen. Seltene Sammlerstücke, die sich gern auf Flohmärkten verstecken. Nur, dass dieser in Schmids Postfiliale stattfindet und nie zu Ende geht. Er hat eine Idee aufgegriffen, die bereits in einigen Städten funktioniert, und sie nun als Erster im Coburger Land umgesetzt.

Er vermietet in seinem Laden "Nico Post & mehr" Regale. Seine Kunden können dort Dinge, die sie nicht mehr brauchen, hineinstellen und verkaufen. "Die Kunden sind hier unabhängig vom Wetter und müssen nicht ständig bei ihrer Ware stehen", erklärt Schmid. Die Miete richtet sich nach der benötigten Fläche. Ein laufender Meter kostet im günstigsten Fall für eine Woche vier Euro. Allerdings steht die Ware dann im obersten Regal, dem ungünstigsten Ort aus Käufer-Sicht. Die in der Mitte kosten neun Euro.


Fast alles dauerhaft belegt

Rund 100 laufende Meter Verkaufsfläche bietet Schmid in seinem kleinen Laden an. 90 Prozent davon seien ständig belegt, sagt er. Er habe sogar einige Dauerkunden, die schon seit der Eröffnung Ende September bei ihm verkaufen.

Katharina Lehmann könnte bald auch eine von ihnen sein. Seit einer Woche nutzt sie Schmids Flohmarkt. "Meine Ware hat sich schon gut verkauft", sagt sie. Heute bringt sie ein paar Brettspiele und eine Spielekonsole mit. "Wenn ich das alles im Internet verkaufe, habe ich viel Arbeit damit. Hier bringe ich die Sachen nur her und der Rest macht sich von allein", sagt Lehmann. Nur den Preis muss sie noch selbst bestimmen.

Schmid gibt seinen Kunden dafür Etiketten zum Beschriften. "Wenn mal jemand so gar nicht weiß, wie viel etwas wert ist, beraten wir ihn natürlich", sagt Schmid. Die Spielekonsole wird wohl eine der wertvollsten Gegenstände in seinem Laden werden. Deshalb kommt sie auch in eine Vitrine, da ist sie sicherer.


Ein Volltreffer

Den größten Coup habe mal ein Mann gelandet, der 16 seiner hochwertigen Modellautos verkaufen wollte, erzählt Schmid. Binnen einer Woche waren sie weg und ein Käufer sicherte sich sogar den Rest der Sammlung - über 80 Stück. Der leidenschaftliche Flohmarktgänger hofft, dass sich in seinen Regalen bald mehr solcher seltenen Stücke finden: "Es wäre toll, wenn die Leute uns richtig schöne Schätze mit Geschichte bringen."

Bei Schmid findet man aber nicht nur Sammlerstücke. Klamotten, Porzellan, Bücher, Weihnachtsdekoration, "alles was man auf einem normalen Flohmarkt auch hat", sagt er. Außerdem bieten auch professionelle Händler ihre Ware an, etwa um bekannter zu werden, erklärt er. Ob diese gewerblich angemeldet sind, ist nicht sein Problem. Das habe er vorher alles mit einem Rechtsanwalt abgeklärt.

Was letztlich in seinen Regalen steht, schaut sich Schmid vorher schon mal an. "Ich will ja keinen Ärger mit den Kunden", sagt er.
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