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Coburg
Max-Brose-Straße

Michelbach fordert Lösung in Coburgs altem Streit

Die aktuellen Ereignisse in Coburg, die bis ins Jahr 2004 zurückreichen, kamen auch beim CSU-Neujahrsempfang am Donnerstagabend zur Sprache: Hans Michelbach, Bundestagsabgeordneter und Stadtratsmitglied, mahnte eine Lösung an. Eine Max-Brose-Straße forderte er nicht.
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Hans Michelbach (links) und Michael Stoschek am Donnerstagnachmittag bei einer Veranstlatung der IHK zu Coburg.
Hans Michelbach (links) und Michael Stoschek am Donnerstagnachmittag bei einer Veranstlatung der IHK zu Coburg.

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Gelöst werden muss laut Michelbach ein Konflikt, der ins Jahr 2004 zurückreicht und in den vergangenen Tagen wieder zur Sprache kam. Im Sommer 2004 musste der Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung die Entscheidung treffen, ob die Von-Schultes- in Max-Brose-Straße umbenannt werden sollte. Dieser Antrag scheiterte mit knapper Mehrheit, unter anderem an etlichen Stadträten der SPD.

Sie störten sich daran, dass Max Brose von 1933 bis 1945, also während des Dritten Reiches, Mitglied der Nazi-Partei war. Auch das Unternehmen Brose gehörte zu denjenigen, die Zwangsarbeiter beschäftigten. Brose war allerdings kein engagierter Parteigänger und bei den Coburger Nazi-Funktionären nicht sonderlich wohlgelitten. Sein Entnazifizierungsverfahren, dem er sich nach dem Krieg wie alle Parteimitglieder unterziehen musste, endete mit dem Urteil "Mitläufer".

Michael Stoschek, Enkel von Max Brose und seinerzeit geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, nahm die damalige (nichtöffentliche) Diskussion dem Stadtrat so übel, dass er verfügte, dass Brose in Coburg keine Vereine oder Projekte mehr sponsorn solle. Diese Verfügung gilt für Brose heute noch; Vereine oder Einrichtungen, die um Spenden bitten, erhalten einen entsprechenden Brief.

Doch nun hat Michael Stoschek Gesprächsbereitschaft signalisiert (Bericht vom 15. Januar). Dies griff Michelbach beim Neujahrsempfang auf und forderte, eine Lösung zu finden, "die langfristig trägt". Dafür erntete er starken Beifall. Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) habe bereits ein Gespräch mit Brose-Enkel Michael Stoschek vereinbart, sagte Michelbach. Danach müssten die Fraktionsvorsitzenden versuchen, gemeinsam mit Tessmer eine Lösung zu finden. Die Familie (Broses Nachkommen) müsse in dieser Sache auch gehört werden, sagte Michelbach: "Es geht nicht um Rechthaben oder Nichtrechthaben, sondern um das Wohl der Stadt."

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