Tambach
Auftritt

Michael Patrick Kelly - der Menschenfischer von Tambach

Wie Michael Patrick Kelly mit seiner Band im ausverkauften barocken Schlosshof 2500 Fans verzaubert.
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Umjubelter Auftritt: Michael Patrick Kelly fasziniert im ausverkauften Schlosshof von Tambach. Foto: Jochen Berger
Umjubelter Auftritt: Michael Patrick Kelly fasziniert im ausverkauften Schlosshof von Tambach. Foto: Jochen Berger
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Michael Patrick Kelly ist ein Menschenfischer. Beim Blick in den ausverkauften Tambacher Schlosshof sieht Kelly ein Meer von Smartphones, die alle auf ihn gerichtet sind. Und er sieht viele Plakate, mit Fan-Botschaften: "Ich möchte ein Selfie mit Dir" oder "Danke für Deine Musik".


Tambach im Ausnahmezustand

Vor zwei Jahren - bei seinem ersten Auftritt im Schlosshof - war Kelly nur als Gast in Tambach: mit zwei Songs bei Gregor Meyle. Vor genau einem Jahr an gleicher Stelle war er fast schon kein Geheim-Tipp mehr. Und in diesem Jahr versetzt er Tambach in Ausnahmezustand. Er lockt Fans nicht nur aus ganz Deutschland an von Dresden bis Münster, von Osnabrück bis Gotha, von Hamburg bis Sonneberg. Auch aus dem europäischen Ausland sind Gäste nach Tambach gereist.


Lange Menschenschlangen

Schon knapp zwei Stunden vor offiziellem Konzertbeginn bewegen sich lange Menschenschlangen aus mehreren Richtungen zum Schlosshof und warten geduldig auf den Einlass.

Vor zwei Jahren war Kelly noch gleichsam privat mit dem Auto angereist. Inzwischen ist er mit Bodyguard unterwegs. Den Kontakt zu seinen Fans aber hat er auf dem Weg zum Ruhm nicht verloren - im Gegenteil.


Bad in der Menge - das ist an diesem Abend wörtlich zu verstehen. Singend lässt sich Kelly vor der Bühne auf Händen von seinen Fans tragen. Und noch ein wenig später unternimmt er singend einen Ausflug zu einer seitlich aufgestellten Tribüne, die für Rollstuhlfahrer reserviert ist. "Das sind meine VIPs", sagt Kelly.


Suche nach sich selbst

Mit seiner neuen CD "iD" ist Kelly unterwegs auf Selbstfindungs-Trip. Diese lange Reise zu sich selbst hat den Spross der Kelly-Family nach sechs Jahren im Kloster inzwischen wieder mitten ins hektische Konzertleben getragen. Kelly singt Botschaften von der Suche nach sich selbst und nach dem Sinn des Lebens.


Doch diese Botschaften eines Sinnsuchers sind keineswegs bevorzugt leise Songs. Der Michael Patrick Kelly des Jahres 2017 gibt sich gerne rockig.


"Lasst uns Pingpong spielen"

Zwischen diesen Songs aber nimmt sich Kelly immer wieder reichlich Zeit für Dialoge mit seinen ganz jungen Fans. Kelly beherrscht scheinbar völlig mühelos die ganze Bühne. Beschwörend streckt er immer wieder die Hände gen Himmel, liebkost das Mikrofon, schließt dann die Augen, als wolle er sich hinwegtragen lassen von seiner eigenen Musik. Und das Publikum - es lauscht ihm mit ausdauernder Begeisterung auch dann, wenn er einzelne Titel von Silbermond oder des deutschen Songwriters Mark Forster singt ("Flüsterton").


Was auch immer Kelly singt oder macht an diesem Abend - das Publikum folgt ihm mit der größten Selbstverständlichkeit.


"Lasst uns Pingpong spielen", sagt er und singt kurz verschiedene Songs an - und die Zuhörer im Schlosshof verwandeln sich sofort in einen textsicher singenden Riesenchor.


Schweigeminute

Und wenn Kelly dann gegen Ende seines Auftritts zu einer Schweigeminute für den Frieden bittet, wird es ganz still vor der Bühne: Massenhypnose der besonderen Art. Michael Patrick Kelly - an diesem Abend wird er zum Menschenfischer von Tambach.
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