Coburg
Handball

Michael Häfner: "2,5 Millionen Euro sind falsch"

Der HSC-Geschäftsführer ärgert sich über eine Veröffentlichung und klärt deshalb detailliert über die Zusammensetzung des Etat beim Zweitliga-Klub auf.
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Geschäftsführer Michael Häfner und Trainer Jan Gorr sind sauer. Sauer über eine Veröffentlichung in der Fachzeitschrift "Handball inside". Dort wird in der aktuellen Ausgabe behauptet, dass der HSC 2000 Coburg die Tabelle mit den größten Zweitliga-Etats anführt. 2,5 Millionen Euro sollen demnach den Vestestädtern pro Saison zur Verfügung stehen. "Das ist so nicht richtig", schimpft Häfner. Das würde draußen ein völlig falsches Bild von seinem Verein geben.

"Was hier in den letzten drei Jahren geleistet wurde, um den Verein nicht nur weiter nach vorne zu bringen, sondern um auch steuerliche Altlasten in Griff zu bekommen, war und ist enorm". Wer glauben würde, dass der HSC von siebenstelligen Sponsorenverträgen profitiere, der täusche sich gewaltig.

Der Geschäftsführer klärt deshalb im Detail auf: " Es ist uns jetzt wiederholt aufgefallen, dass wir im Zusammenhang mit Etat-Diskussionen falsch eingeschätzt und verschiedene Themen miteinander vermischt werden. Der in der Fachzeitschrift "Handball Inside" angegebene Etat von 2,5 Millionen Euro überschreitet dabei sogar deutlich unseren Gesamtetat."

Um welche Art von Etat geht es?

Zunächst müsse man im Vergleich der Budgets genau betrachten, über welche Art von Etat geredet wird: "Redet man vom Gesamtetat des Vereins? Oder über den Personalkosten-Etat der Profimannschaft? Dementsprechend irreführend können Vergleiche zwischen Vereinen und Angaben zu diesem Thema ausfallen." Beim HSC ist der Gesamtetat untergliedert in Verein, Heimspiellogistik, Personalkosten und Kosten Spielbetrieb. Dabei fallen in den Bereich der Personalkosten neben der Bundesligamannschaft auch die Aufwendungen für Büro-, Catering- oder Security-Personal. "Auch die Kosten für unsere breit ausgelegte Jugend- und Nachwuchsarbeit mit den vielen Trainern und die Personalkosten für unsere 2. Mannschaft sind hier mitinbegriffen", sagt Häfner.

Viel Geld für die Jugend

Und der Geschäftsführer weiter: "Nachdem wir seit dem Jahr 2016 mit der schon beschriebenen Steuernachzahlung zu kämpfen haben, mussten wir den Personalkostenetat der 1. Mannschaft drei Jahre in Folge reduzieren. Dennoch ist es uns - gerade durch die neue Ausrichtung mit unserem Konzept "Coburger Weg" - gelungen, eine sportliche Weiterentwicklung zu erreichen. Vor diesen finanziellen Aspekten eine Entwicklung, auf die wir äußerst stolz sind."

Darüber hinaus hätte sein Club unter den gegebenen Bedingungen ein Bundesligateam zusammengestellt, dass aus Sicht Häfners nicht nur den Fans durch die Art und Weise des neuen Spielstils eine Menge Freude mache, sondern eben auch eine Menge an Entwicklungspotenzial für die Zukunft bereithält.

Nach den Worten Häfners plane der Club für die nächsten Jahre mit einer seriösen kaufmännischen Herangehensweise wieder eine kontinuierliche Verbesserung der wirtschaftlichen Parameter. Erste Früchte seien gerade mit neuen Mitstreitern im Bereich Marketing und Vertrieb sichtbar und vielversprechend. "Dennoch werden wir auch in den kommenden beiden Jahren nicht im Überfluss leben und wirtschaften können. Wir, "der HSC", arbeiten jeden Tag hart daran, uns für die Zukunft gut aufzustellen", so Häfner abschließend.

2. Liga: Rund 30 Millionen Euro

In dem von ihm kritisierten Artikel geht Frank Bohmann, der Geschäftsführer der HBL, davon aus, dass sich der Gesamtetat der 2. Bundesliga, der aktuell bei rund 30 Millionen Euro liege, noch weiter erhöhen wird. Es gäbe, so der Handball-Fachmann, bei den 20 Zweitligisten natürlich erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Finanzierung und Infrastruktur.

Die Umsätze des Spitzentrios Balingen, Nordhorn-Lingen oder eben auch Coburg seien rund zweieinhalb Mal so hoch wie in Ferndorf oder beim Wilhelmshavener HV. Der HSC 2000 Coburg gehöre aber auch zu denjenigen Clubs, die kurz- und mittelfristig in die 1. Liga aufsteigen wollen, und deren Infrastruktur schon heute für die Eliteliga ausreichend sei.

Jan Gorr, Trainer und Sportlicher Leiter bei den Vestestädtern, kann über diese Zahlen nur noch schmunzeln, trotzdem wurmen sie ihn gewaltig: "Trotz immer geringerer finanzieller Mittel, die uns Jahr für Jahr für die 1. Mannschaft zur Verfügung stehen, ist es uns erneut gelungen im sportlichen Bereich besser zu werden." Natürlich seien schwächere Spiele in der zu Ende gehenden Serie, gerade auf der Zielgerade, dabei gewesen, doch insgesamt hätte seine junge Mannschaft eine Wahnsinns-Saison mit teilweise begeisterndem Handball gespielt. Die Entwicklung passe, der "Coburger Weg" trage Früchte.

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