Coburg
Ausstellungs-Tipp

Meisterin der Spannung im Kunstverein Coburg

Wie Xenia Fink mit ihren Zeichnungen die Betrachter im Studio des Kunstvereins Coburg in Bann zieht.
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Zeichnungen und eine Installation zeigt Xenia Fink in Coburg. Die Studioausstellung im Kunstverein wird am Samstag eröffnet.Foto: Jochen Berger
Zeichnungen und eine Installation zeigt Xenia Fink in Coburg. Die Studioausstellung im Kunstverein wird am Samstag eröffnet.Foto: Jochen Berger
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Der Titel wirkt im ersten Moment etwas irritierend und erweist sich am Ende doch als sehr treffend gewählt. "Abbildungsversuche von Nicht-Aussprechbarem" hat Xenia Fink ihre Ausstellung überschrieben, die ab Samstag im Studio des Coburger Kunstvereins zu sehen ist.

Geschichten, die Fragen aufwerfen

Das Nicht-Aussprechbare, das in Worten nicht wirklich Fassbare interessiert die in Sao Paulo geborene, in Berlin und Halle (Saale) lebende Künstlerin. Geschichten, die Fragen aufwerfen, Geschichten, die eindeutige Aussagen verweigern - davon handeln Xenia Finks Bilder.

Filigrane Linien

Ihre Tusche-Zeichnungen mit filigranen, leichten Linien, von denen sie mehr als zwei Dutzend für Coburg ausgewählt hat, tragen konsequenterweise allesamt den Charakter des bewusst Fragmentarischen. Sie zeigen Szenen, die oft sich überlagernde einzelne Ausschnitte kombinieren: Treppen, die ins Nirgendwo führen, Köpfe, die keine Gesichter haben, Hände unsichtbarer Personen, die von außen in das Bild hineinragen.

Rätselhafte Bildwelten

"Ich will dem Betrachter nicht vorsätzlich Rätsel aufgeben", sagt die Künstlerin, und doch bleibt in ihren oft surreal anmutenden Bildkompositionen vieles rätselhaft in der Schwebe - rätselhaft und damit spannungsvoll. "Spannung, die sich nicht auflöst, fasziniert mich", sagt sie.

Acht Bilder pro Film-Sekunde

Unaufgelöste Spannung - das bietet auch die Installation, die im ansonsten leer bleibenden Studioraum im Souterrain zu sehen ist. Gestaltet hat Xenia Fink sie als animierte Folge von Zeichnungen. Je acht Bilder, digital mit der Hand gezeichnet, braucht sie pro Film-Sekunde. Ein Tag Zeichenarbeit für eine animierte Sekunde - so einfach ist die Formel.

Wie lange sie dann insgesamt für die rund fünfminütige Sequenz mit ihren dazwischen eingeblendeten Textzeilen benötigt hat, möchte sie lieber gar nicht ganz genau ausrechnen.

"Manchmal wünsche ich mir, ich wäre ein gestischer Maler, der vielleicht in drei Stunden eine ganze Leinwand füllen kann. Aber so etwas liegt mir einfach nicht." Ihre Tusche-Zeichnungen sprechen stattdessen eine leise Sprache - und ziehen den Betrachter gerade dadurch auf rätselhafte Weise an. Unbedingt sehenswert.

Kunstverein Coburg aktuell

Ausstellungs-Tipp Abbildungsversuche von nicht-Aussprechbarem - Zeichnungen und Installationen von Xenia Fink, 1. bis 30. September, Eröffnnung Samstag, 16 Uhr, Pavillon am Hofgarten; "Augenblicke des Glücks" - Emaille, Malerei, Zeichnung, Grafik von Moritz Götze (Halle (Saale), 1. bis 30. September, Eröffnung Samstag, 16 Uhr , Pavillon des Kunstvereins am Hofgarten



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