Für seine Fans ist Max Uthoff der scharfsinnigste Analytiker der bundesdeutschen Kabarettisten-Zunft.

Wo manche seiner Kollegen den schonungslosen Blick auf die politische und gesellschaftliche Wirklichkeit in zynischem Tonfall servieren, bleibt Uthoff kühl und hellsichtig. Den sprichwörtlichen Schaum vor dem Mund wird bei Uthoff niemand erleben.

Der examinierte Jurist bleibt zumindest äußerlich auch dort kühl, wo ein Urban Priol längst Beruhigungstropfen bräuchte. Schonungslos aber sind Uthoffs Anmerkungen zur Gegenwart gleichwohl.

Suche nach der eigenen Meinung

Mit scharf geschliffenem Wort beleuchtet Uthoff bei seinem zweiten Coburg-Gastspiel im gut besuchten Kongresshaus fast genau drei Jahre nach seinem ersten Auftritt ein gleicher Stelle die Situation in bundesdeutschen Landen.

Auch bei diesem Auftritt bewährt sich Uthoffs besondere Gabe, auch komplizierte Sachverhalte mit unerschütterlicher sprachlicher Präzision in Sentenzen zu fassen, wenn MAx Uthoff seine Zuhörer dazu auffordert, sich ins weltumspannende digitale Netz zu begeben auf der Suche nach der eigenen Meinung.

In kühlem Ton hält der Kabarettist aus München dem modernen Menschen den Spiegel vor. "Erstaunlich, was 3 D-Drucker schon können", sagt Uthoff: "Sozialen Zusammenhalt werden sie aber nicht schaffen."