Heilgersdorf
Freie Wähler

Martina Kilian steht nun dem Seßlacher "Bürgerblock" vor

Mit neuer Spitze gehen Seßlachs Freie Wähler in die Kommunalwahl 2020. Den Schwung der Bürgermeisterwahl möchten sie mitnehmen.
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Martina Kilian löst Maximilian Neeb als Vorstand der Freien Wähler "Bürgerblock" Seßlach ab (Bildmitte, vorn). Bei den turnusmäßigen Neuwahlen im Sportheim des SV Heilgersdorf folgten die Mitglieder dem Vorschlag des neuen Bürgermeisters, der nach seinem Wahlsieg nicht mehr kandidierte. Wie Kilian wurden alle weiteren Vorstandsmitglieder einstimmig gewählt. Von links: Berthold Borczyk, Bernd Schleicher, Uwe Gemeinhardt, Kreisvorsitzender Christian Gunsenheimer, Bertram Rippl, Axel Dressel, Ma...
Martina Kilian löst Maximilian Neeb als Vorstand der Freien Wähler "Bürgerblock" Seßlach ab (Bildmitte, vorn). Bei den turnusmäßigen Neuwahlen im Sportheim des SV Heilgersdorf folgten die Mitglieder dem Vorschlag des neuen Bürgermeisters, der nach seinem Wahlsieg nicht mehr kandidierte. Wie Kilian wurden alle weiteren Vorstandsmitglieder einstimmig gewählt. Von links: Berthold Borczyk, Bernd Schleicher, Uwe Gemeinhardt, Kreisvorsitzender Christian Gunsenheimer, Bertram Rippl, Axel Dressel, Maximilian Neeb, Steffen Morgenroth, Martina Kilian, Kerstin Thein, Stefan Tranziska, Bettina Knauth, Nicola Schoppel und Hendrik Dressel. Es fehlen: Wolfgang Schott und Frank Leutheußer. Foto: Bettina Knauth

Der Triumph bei der Bürgermeisterwahl am 27. Januar und Neuwahlen standen im Mittelpunkt der Hauptversammlung der Freien Wähler "Bürgerblock" Seßlach am Montagabend im Sportheim des SV Heilgersdorf. "Es war unser aller Sieg, weil wir zusammengehalten und miteinander gekämpft haben", dankte Bürgermeister Maximilian Neeb den Mitgliedern.

Gut drei Monate nach seiner Wahl gewährte der 27-Jährige einen Einblick in seine Gefühlslage an diesem "historischen Abend: Als die ersten Ergebnisse aus Gemünda ("überragende 74 Prozent") und Oberelldorf (66 Prozent) eintrafen und auch die Seßlacher Altstadt an die Freien Wähler ging, da habe für ihn festgestanden: "Schlecht kann der Abend nicht mehr werden!" Bis die Briefwahl endgültig entschied, dass keine Stichwahl nötig wurde, konnte Neeb "im Rathaus nicht mehr sitzen". An die Stunde zwischen 19 und 20 Uhr, die auf die erlösende Nachricht folgte, kann sich der Gewählte nicht mehr wirklich erinnern: "Zu viel prasselte auf mich ein, zu viel Glücksgefühl, um sich alles zu merken."

Nun, als Stadtoberhaupt, verzichtete Neeb auf eine erneute Kandidatur als FW-Vorsitzender: "Es ist der bessere Weg, wenn der Bürgermeister nicht gleichzeitig der Vorsitzende einer politischen Gruppierung ist", sagte er. Als seine Nachfolgerin schlug er Martina Kilian vor. Die Bautechnikerin gehörte dem Stadtrat von 2002 bis 2014 an. Dass die Seßlacherin trotz ihrer guten Arbeit 2014 nicht wiedergewählt wurde, könne er immer noch nicht verstehen, kommentierte Wahlleiter Hendrik Dressel. Die Entscheidung Neebs, auf den Vorsitz zu verzichten, begrüßte der Bürgermeister a.D.: "Distanz zur eigenen Wählergruppe ist guter demokratischer Brauch."

Kilian bedankte sich nach dem einstimmigen Votum für das Vertrauen. Zuversichtlich sah die 45-jährige der "spannenden Aufgabe" entgegen, die Wählergruppe 2020 in den nächsten Kommunalwahlkampf zu führen. Stellvertretender Vorsitzender bleibt Stefan Tranziska. Dieser dankte Neeb dafür, dass er seit Februar 2014 den "Bürgerblock" angeführt hat: "Du hast fünf Jahre hervorragende Arbeit geleistet und bist stets vorangegangen." Berthold Borcyzk als Kassier und Uwe Gemeinhardt als Schriftführer wurden ebenfalls wiedergewählt. Die bisherigen Beisitzer Hendrik Dressel, Frank Leutheußer, Bettina Knauth, Steffen Morgenroth, Bertram Rippl, Bernd Schleicher, Wolfgang Schott und Kerstin Thein werden zukünftig noch durch Axel Dressel und Nicola Schoppel verstärkt. Als Kassenprüfer fungieren Hans Fenzlein und Otto Neeb.

2019 noch viel zu tun

Bei seinem Rückblick auf knapp 100 Tage Amtszeit, die von Terminen und Antrittsbesuchen geprägt gewesem seien, hob Neeb die große Unterstützung aller Mitarbeiter im Rathaus hervor: "Das erleichtert mir die Arbeit sehr." Die Zusammenarbeit im Stadtrat bezeichnete der neue Bürgermeister als "sehr angenehm". So sei der Rekord-Haushalt ohne große Diskussionen verabschiedet worden. Als für 2019 anstehende Großprojekte nannte er den Umbau des Freibads Autenhausen zum Naturbad, das Isek (Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept), die Dorferneuerungen Merlach-Gleismuthhausen (Beginn) und Oberelldorf (Abschluss), die Sanierung der sanitären Anlagen in der Gemünner Kita sowie die Altstadt- und Stadtmauer-Sanierung. Auch die Schaffung weiterer Bauplätze und Kita-Plätze erwähnte der Bürgermeister. Mit Blick auf die Wahlen 2020 hoffte Neeb, "dass der Wahlkampf nicht zu früh einsetzen wird, damit wir die sachliche und ruhige Zusammenarbeit fortführen können."

Gunsenheimer hadert noch

"Unser Bürgermeister", diese Formulierung erfreute den FW-Kreisvorsitzenden Christian Gunsenheimer: "Mit Maximilian habt ihr wieder einen Bürgermeister, der mit Optimismus durchstartet und in andere Kommunen ausstrahlt", so der Schlettacher. Mit seinem "guten dritten Platz" bei der Landratswahl haderte der stellvertretende Landrat noch: "Warum konnten nur 46 Prozent zur Wahl motiviert werden?" Die Bezirkstagswahl sei trotz guter und beliebter Kandidaten enttäuschend verlaufen. Erfahrung zähle offensichtlich beim Wähler wenig.

Mit aktuell 101 Mitgliedern stellt der "Bürgerblock" weiterhin die größte politische Vereinigung im Stadtgebiet. Neeb freute es, auch jüngere Seßlacher für die FW gewinnen zu können. Veranstaltungen wie der Politische Rosenmontag oder das Sommerfest hätten auch bei Nicht-Mitgliedern Zuspruch gefunden. Die Versammlung billigte einstimmig kleinere Satzungsänderungen und -ergänzungen, die unter anderem weiterhin die Gemeinnützigkeit der Wählergruppe sicherstellen sollen.

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