Bad Rodach
Landratswahl

Martin Stingl soll SPD-Tradition im Landkreis Coburg weiterführen

Die SPD nominiert Martin Stingl am Samstag einstimmig zum Kandidaten für die Wahl am 27. Januar 2019.
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Martin Stingl, dritter Bürgermeister von Neustadt, geht für die SPD ins Rennen um das Amt des Coburger Landrates. Das einstimmige Wahlergebnis nahm er am Samstag im Restaurant des Thermalbades in Bad Rodach ergriffen entgegen und an. Foto: Christoph Winter
Martin Stingl, dritter Bürgermeister von Neustadt, geht für die SPD ins Rennen um das Amt des Coburger Landrates. Das einstimmige Wahlergebnis nahm er am Samstag im Restaurant des Thermalbades in Bad Rodach ergriffen entgegen und an. Foto: Christoph Winter

Die Landkreis-SPD schickt Martin Stingl ins Rennen um die Wahl des Coburger Landrats im Januar nächsten Jahres. Er erhielt am Samstag in Bad Rodach die Stimmen aller 36 Delegierten. Stehende Ovationen gab es im Restaurant des Thermalbades, als das Ergebnis bekannt war. Seit 1946 stellt die SPD den Landrat des Landkreises Coburg, und nach den Worten von Akin Kanat (Juso) "war das gut so und so soll es auch bleiben".

Martin Stingl, dritter Bürgermeister von Neustadt, Inhaber eines Musikgeschäftes, engagiert als Rettungssanitäter und Feuerwehrmann sowie als "Hausknecht" in der Gastwirtschaft seiner Frau, nannte in seiner Rede "die Kommunalpolitik als die Ebene, auf der man das meiste für die Menschen gestalten kann". Bodenhaftung, Zuhören und Analysieren, kontroverse Diskussionen mit Respekt und Aufrichtigkeit nannte Martin Stingl als Richtschnur seines Handelns.

An neun Themenfeldern stellte er die Entwicklung und Zukunftssicherung des Landkreises dar. Ganz konkret wurde er angesichts des jetzt bekannt gewordenen Millionendefizits des Regiomed-Klinikverbundes. Ein guter Teil der Landratsarbeit müsse künftig dem Klinikverbund gewidmet werden, zeigte er sich überzeugt. "Wir haben die Entwicklung unter Geschäftsführer Bovelet schon lange mit großer Sorge betrachtet (...) und bereits im Mai einen umfassenden Fragenkatalog für den Hauptgeschäftsführer zusammengestellt." Die Menschen der Region, die Ärzte, Pfleger und Mitarbeiter hätten einen Geschäftsführer verdient, der sich ausschließlich um das Wohl und Gedeihen der Kliniken, ob in Coburg, Neustadt, Hildburghausen, Sonneberg oder Lichtenfels, kümmere. "Am Jahresende von einem Millionendefizit überrascht zu sein, heißt für mich, entweder ein Dilettant zu sein oder ganz andere Ziele verfolgt zu haben. Mir scheint es, dass Herr Bovelet den Gremien wiederholt baren Unfug erzählt hat." Sachlich und in Ruhe müssten nun die Umstände des negativen Jahresergebnisses aufgeklärt werden, forderte Martin Stingl. Die Medizin in der Region müsse für die Menschen und nicht für Shareholder da sein.

Engagiert forderte der Landrats-Kandidat der Sozialdemokraten, dass die Schulen eines Typs einheitlich ausgestattet sein und ein gleiches pädagogisches Konzept haben müssten. "Es kann doch nicht sein, dass die Mittelschule in Rödental anders ausgestattet ist als die in Ebersdorf oder das Arnoldgymnasium in Neustadt anders als das Ernestinum in Coburg." Ein schneller S-Bahn-Takt zu bezahlbaren Preisen auf den vorhandenen Gleisen müsse für die 100 000 Einwohner der Region entwickelt werden. Die Vereine bedürfen nach den Worten Stingls der Hilfe bei der Administration, damit das unverzichtbare Ehrenamt weiter bestehe.

Gewerbegebiete dürften nicht mehr nur lokal ausgewiesen werden, sondern gemeinsam. Neben Ansiedlungsprojekten gegen den Fachkräftemangel "brauchen wir Menschen von außerhalb, die ausbildungsfähig und -willig sind".

Martin Stingl als Kandidaten hatte Amtsvorgänger Michael Busch vorgeschlagen. Busch zog mit der Landtagswahl ins Maximilianeum als Abgeordneter ein. Der Landrat a. D. bezeichnete "Martin Stingl als meinen Wunschkandidaten". Dieser bringe alle erforderlichen Qualitäten und Erfahrungen für dieses Amt mit. Gleichlautend äußerten sich unter anderem Neustadts Oberbürgermeister Frank Rebhan und Bürgermeister Tobias Ehrlicher (Bad Rodach).

Den Vorsitzenden des SPD-Kreisverbandes Coburg-Land, Carsten Höllein, wählten die Delegierten ebenfalls einstimmig als Ersatzkandidaten.

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