Coburg
Jubiläum

Mario Bamberger: Der Meister jodelt vier Jahrzehnte

Mario Bamberger, das singende Original aus Wüstenahorn, steht seit 40 Jahren auf der Bühne. Auftritte wie am Samstag und Sonntag auf dem Coburger Frühlingsfest - die sind seine Welt.
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Mario Bamberger (links). Foto: Archiv
Mario Bamberger (links). Foto: Archiv
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Auch ein Meisterjodler hat irgendwann einmal klein angefangen. Der "Königsjodler" des legendären Franzl Lang war es, der einst als Single auf der familieneigenen Plattenspielanlage den gerade einmal sieben Jahre alten Mario Bamberger faszinierte. "Von da an wollte ich auch jodeln", erinnert sich Bamberger heute. Und er jodelt immer noch - im 40. Jahr auf der Bühne. Das muss natürlich gefeiert werden.

Mario Bamberger, der "Meisterjodler", ist in Coburg bekannt wie ein bunter Hund. Wenn er in seiner Heimatstadt - wie jetzt am Samstag und Sonntag zur Eröffnung seiner persönlichen "Jubiläumssaison" auf dem Frühlingsfest auf der Anger - spielt, dann kommen die Leute in Scharen. Weil sie spüren: Der Mario, der inzwischen mit seinen "Gaudibuam" unterwegs ist, spielt in Coburg immer ein bisschen besser als anderswo. Warum das so ist, wird spätestens dann deutlich, wenn man den 48-Jährigen nach seinem Lieblingspublikum befragt. Da muss Mario Bamberger nicht lange überlegen: "Coburg. Beim Frühlingsfest, beim Schützenfest - da kennt mich jeder." Die Tatsache, dass er und seine "Buam" im Sommer zum fünften Mal in Folge beim beliebten Seniorennachmittag anlässlich des Schützenfestes auf dem Anger spielen dürfen, erfüllt Mario Bamberger mit Stolz: "So oft wie wir hat dort noch niemand gespielt."


Der Mario wird ruhiger

Die "wilden Jahre" in der Musikerbranche sind bei Mario Bamberger inzwischen Geschichte. In den 80er und 90er Jahren, als er mit Kollegen wie dem Dörfles-Esbacher Vollprofi Andreas Autengruber unterwegs war, spielte Mario Bamberger sogar in Österreich und in der Schweiz. "Es gab Zeiten, da hatte ich 100 Auftritte im Jahr", erinnert sich der gelernte Maler heute. Weil man aber unter 120 Auftritten nicht von der Musik leben kann, hatte Mario Bamberger immer ein berufliches Standbein im Coburger Land. 20 Jahre arbeitete er im Malerbetrieb Lützelberger in Lautertal. Seinem Chef aus dieser Zeit ist der gebürtige Wüstenahorner heute noch für die damalige Unterstützung dankbar: "Wenn ich da mal für die Musik Urlaub gebraucht habe, war das nie ein Problem." Heute, da ist Bamberger überzeugt, wäre das wohl in kaum einem Betrieb mehr zu machen.

Weil der "Meisterjodler" aber schon lange eine Familie, eine "Bombenjob"-Anstellung bei der Wefa und zwei fast erwachsene Kinder hat, lässt er es im 40. Musikerjahr ein bisschen ruhiger angehen. Bei 40 Auftritten, das hat er seiner Frau fest versprochen, soll es pro Jahr bleiben. Deshalb muss Mario Bamberger auch nicht mehr groß durch die Welt gondeln. Mit Vereinsfeiern, Hochzeiten, Polterabenden und seinen großen Fest-Highlights rund um die Hut und Wüstenahorn ist der Terminkalender eigentlich schon randvoll. "Aber a bissla was geht immer noch", sagt Bamberger und zwinkert frech mit dem rechten Auge.

Die vier Jahrzehnte währende Musiker-Karriere des Gitarristen, Sängers und Entertainers ist mit einigen Namen fest verbunden. Mit Heinz Güthlein zum Beispiel. Der ist nämlich nicht nur das lebende Ahorner Orts-Archiv, sondern war auch so etwas wie der erste Manager. Da war Mario Bamberger zwölf Jahre alt und es häuften sich die Auftritte. "Mit ihm halte ich heute noch Kontakt. Ihm bin ich sehr dankbar", erzählt der "Meisterjodler". Auch die anderen frühen Lehrmeister und Förderer von Mario Bamberger kennen noch viele Coburger: den Ketschendorfer Chorleiter Gerhard Hofmann oder Willi Ernst, der immer mal was auf Marios Konto überwies, damit dieser sich Musikunterricht leisten konnte.


Hauptsach', a Gaudi is'

Eines seiner Erfolgsgeheimnisse trägt Bamberger vermutlich Tag und Nacht zur Schau: seine gute Laune. Selbst wenn der "Meisterjodler" von Konzert-Flops wie einst mit dem störrigen Publikum hoch droben im Frankenwald erzählt, ist das mit herzhaftem Lachen und nicht nur einem Schenkelklopfer verbunden. So zu sein, das ist für Mario Bamberger kein Problem: "Immer positiv denken, dann klappt das schon." Mit dieser Einstellung steht er auch auf der Bühne.

Und wohl deshalb nervt es ihn auch keine Sekunde, wenn er an einem langen Schützenfest-Abend zum 50. Mal das "Prosit der Gemütlichkeit" spielt. Da müsse man einfach Profi sein, sagt der ehemalige Frontmann der bundesweit erfolgreichen "Bavaria-Show-Band". Für ihn zählt, mit der Gitarre in der Hand und dem Jodler auf den Lippen, nämlich nur eines: "Dass die Leute, wenn sie heimgehen, eine richtige Gaudi hatten."
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