Coburg
Anstand

Manche verhalten sich auf den Coburger Friedhöfen respektlos

Wie sich der Besucher der städtischen Friedhöfe verhalten sollte, verdeutlichen die Mitarbeiter der Stadt Coburg. Jetzt gibt es eine neue Idee.
Artikel drucken Artikel einbetten
Kein guter Parkplatz fürs Fahrrad Foto: Wendelin Mark
Kein guter Parkplatz fürs Fahrrad Foto: Wendelin Mark
+4 Bilder

Plastikbecher auf dem Boden, Autoverkehr, schnelle Radfahrer, bellende Hunde. Das klingt nach dem Coburger Hofgarten. Mit diesen Problemen hat die Verwaltung des Friedhofs am Glockenberg in letzter Zeit immer mehr zu tun. Um darauf aufmerksam zu machen und um klarzustellen, was auf dem Friedhof verboten und was erlaubt ist, haben Bernhard Ledermann, Leiter des Grünflächenamts, und Tobias Bebudey, Leiter der Friedhofsverwaltung, zu einem kleinen Gespräch mit den Medien geladen.

"Wir sind hier nicht im Hofgarten", stellt Bernd Ledermann gleich zu Beginn fest. Der Friedhof sei in erster Linie ein Platz, an dem Angehörige sich an die Verstorbenen erinnern und sich mit ihrer Trauer beschäftigen können sollten. Deshalb ist es Privatpersonen verboten, mit dem Rad oder dem Auto auf das Friedhofsgelände zu fahren. Für die meisten ist das sicher selbstverständlich.

Bewässern mit dem Schlauchwagen

Noch während Ledermann davon spricht, radelt tatsächlich ein perfektes Negativbeispiel vorbei.

Doch die beiden Zuständigen winken ab. Sie haben schon ganz andere Sachen erlebt. "Wenn ich sehe, dass manch einer mit einen Schlauchwagen vorfährt, um ein Beet von vier Quadratmetern zu wässern, wundert mich bald nichts mehr", erklärt Tobias Debudey. "Oder wenn ein besonders gehfauler Besucher mit seinem Auto direkt bis ans Grab fährt", ergänzt sein Kollege. Dabei sind es vom Parkplatz bis zum Friedhof keine 20 Meter.

Auch sollte man sich entscheiden, ob man mit dem Hund Gassi geht oder ein Grab besucht. Beides miteinander zu verbinden, ist nicht erlaubt.

Die bereitstehen Abfallbehälter stießen bei manchen Besuchern auch nur auf mäßiges Interesse, stellt Ledermann fest. Ob nun verwelkte Blumen im Friedhofswägelchen zurückbleiben oder die Schüler ihre Pausenabfälle auf dem Boden zurücklassen, die Dummen sind immer die Angestellten des Grünflächenamts. "Das ist natürlich eine zusätzliche Belastung, die niemand gebrauchen kann", bringt es der Amtsleiter auf den Punkt.

Neue Schilder sollen wirken

"Grundsätzlich ist der Friedhof ein öffentlicher Raum, der auch etwa zum Lesen und Entspannen genutzt werden darf, allerdings immer mit dem nötigen Anstand und Respekt für die Trauernden", appelliert Tobias Debudey. Um die Besucher auf die Regeln und Gepflogenheiten des Ortes hinzuweisen, entwirft die Stadt gerade neue Schilder. Diese sollen die aktuellen grünen Schilder ersetzen und mehr Klarheit für die Besucher schaffen.

Ein Problem wird sich dadurch aber nicht beheben lassen: Die Rehe, die sich gerne von frischen Blumen ernähren, werden wohl auch die neuen Schilder nicht beachten.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren