Weidach
104. Geburtstag

"Man muss ganz natürlich leben"

Elfriede Kittel ist die älteste Bürgerin der Gemeinde und zugleich das älteste SPD-Mitglied im Freistaat Bayern.
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Elfriede Kittel im Kreis der Gratulanten: hinten von links Norbert Reß, Heidi Schunk, Schwiegersohn Joachim und Tochter Monika Eichhorn und Enkelin Bettina; vorne von links Bürgermeister Wolfgang Bauersachs,  Elfriede Kittel und Landrat Michael Busch.Wolfgang Desombre
Elfriede Kittel im Kreis der Gratulanten: hinten von links Norbert Reß, Heidi Schunk, Schwiegersohn Joachim und Tochter Monika Eichhorn und Enkelin Bettina; vorne von links Bürgermeister Wolfgang Bauersachs, Elfriede Kittel und Landrat Michael Busch.Wolfgang Desombre
Einen großen Tag feierte am Dienstag Elfriede Kittel im Kreise ihrer Familie: ihren 104. Geburtstag. Zu den Gratulanten gesellten sich Landrat Michael Busch und Bürgermeister Wolfgang Bauersachs für die Gemeinde Weitramsdorf. Es sei schon ein besonderes Ereignis, was die Gemeinde zum ersten Mal mit einer ganz besonderen Geburtstagskarte und der Zahl "104" würdigt, meinte Bauersachs.

Landrat Michael Busch sprach von einer tollen Leistung von Elfriede Kittel. Seit 67 Jahren gehöre sie der Sozialdemokratischen Partei an, worauf sie besonders stolz sein könne.

Die Jubilarin erblickte am 13. März 1914 in Frankfurt am Main das Licht der Welt und zog mit ihren Eltern im Alter von drei Jahren nach Berlin. Durch den Krieg kam die Familie für einige Zeit in die Kasseler Gegend und wohnte dort bei der Großmutter. Elfriede Kittel besuchte im Berliner Bezirk Reinickendorf die Schule und verbrachte dort auch ihre Kinder- und Jugendzeit. Sie lernte den Beruf der Näherin und war lange Zeit im Verkauf und im Lager tätig.


Liebe auf den ersten Blick

Ihren Ehemann Walter hatte sie bei einem Kuraufenthalt im Jahr 1934 kennengelernt. Sie hatten sich dort bei den Mahlzeiten getroffen und angefreundet. "Es war Liebe auf den ersten Blick", schwärmt noch heute die Jubilarin. Stolz war das glückliche Paar, das sich 1937 das Ja-Wort gegeben hatte, auf seine beiden Kinder Monika und Peter. Ihr Sohn ist jedoch bereits verstorben.

Durch Geschäftsfreunde ihres Ehemannes, der bei einer Bank und auch im Großhandel gearbeitet hatte, waren Beziehungen zum Coburger Land entstanden. Im Jahr 1943 zog die Familie dann nach Weidach. Walter Kittel hatte viele Jahre beim Unternehmen Puff in Coburg gearbeitet.

"Ich beteilige mich am Leben und halte mich beim Lesen der Zeitung geistig fit und schaue auch gern Fernsehen", erzählte die Jubilarin. Sie habe immer ein schönes Leben gehabt und fühle sich heute auch bei ihrer Tochter Monika und Schwiegersohn Joachim sehr wohl.

Im Anwesen in Weidach hat die Jubilarin eine eigene Wohnung und wird seit 1974 von ihrer Tochter Monika liebevoll umsorgt. Zum Tagesablauf gehört das tägliche Kaffeetrinken. Täglich nehmen sich Monika und Joachim seit Jahren eine Stunde Zeit, um mit der Mutter von Monika eine gemeinsame Stunde zu verbringen. "Dies ist meine Stunde", schwärmt die Jubilarin. In der warmen Jahreszeit wird dieses "Ritual" gerne in den Garten verlegt.


Zwei Ururenkel

Da Monika und Joachim begeisterte Camper sind, hat auch Elfriede Kittel dieses Hobby einmal mit erleben können. Bei einem Ausflug an die Mosel hatte sie im Wohnwagen übernachtet und ihre Tochter samt Ehemann in der Motoryacht. "Man muss ganz natürlich leben und nicht trinken und auch nicht rauchen" - dies war die spontane Antwort auf die Frage, was man tun müsse, um so alt zu werden.

Den Yorkshire Terrier "Benny" verwöhnt Elfriede Kittel gerne mal mit einer Scheibe Wurst und "busselt" mit dem quirligen Vierbeiner.

Zur Familie gehören mittlerweile auch sieben Enkel, neun Urenkel sowie die beiden Ururenkel Clara und Karlotta.
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