Rödental
Neuanfang

Maja Manufacture produziert jetzt die Hummelfiguren

Das Geheimnis ist gelüftet: Die Investoren, die ab Freitag die "Manufaktur Rödental" übernehmen, sind vier Liebhaber von Hummelfiguren. Die Belegschaft ist erleichtert, denn alle Arbeitsplätze bleiben erhalten. Etwas irritiert ist man aber über den neuen Firmennamen.
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Die Hummel-Figuren sollen auch weiterhin ausschließlich in Rödental gefertigt werden. Foto: Oliver Schmidt
Die Hummel-Figuren sollen auch weiterhin ausschließlich in Rödental gefertigt werden. Foto: Oliver Schmidt
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Die Bezeichnung "Investoren" gefällt Peter-Paul Schmidt-Fischer eigentlich gar nicht. "Das klingt so, als ob es uns nur um finanzielle Aspekte geht." Im Gespräch mit dem infranken.de schlägt er vor, doch lieber die Formulierung "eine Gruppe von Unternehmern" zu verwenden. Diese Gruppe besteht aus vier Männern und ist ab Freitag, 1. November, Eigentümer der bisherigen Manufaktur Rödental.

Ehemaliger Goebel-Chef dabei

Zwei der vier Männer sind in der Region keine Unbekannten. Da wäre allen voran der ehemalige Goebel-Geschäftsführer Claus-Peter Wahner, der ebenso als Gesellschafter auftritt wie Nicolaus Metz, der als Chef der Sammlergalerie GmbH bereits seit vielen Jahren einer der größten Abnehmer von exklusiv in Rödental gefertigten Hummelfiguren ist.

Während Wahner und Metz allerdings im Hintergrund bleiben werden, wird sich der in der Schweiz lebende Peter-Paul Schmidt-Fischer verstärkt um die Finanzen kümmern. Vierter Gesellschafter im Bunde ist Peter Kapitza, der auch als Geschäftsführer tätig sein und seinen Wohnsitz deshalb nach Rödental verlegen wird. Kapitza hat Erfahrung in den Bereichen Lizenzgeschäfte sowie Vertrieb und Marketing, und genau diese Erfahrung wird nach Einschätzung von Peter-Paul Schmidt-Fischer künftig sehr wichtig sein. "Hummel ist eine gute deutsche Marke, die im Moment aber leider nicht genügend gepflegt wird", sagt er und ist damit schon mittendrin in der Problemanalyse.

Die vier Gesellschafter haben eines gemeinsam: Sie lieben Hummel-Figuren. Deshalb glauben sie auch an ihren Erfolg mit der jetzt erworbenen Manufaktur, der sie relativ auf die Schnelle, wie Schmidt-Fischer fast schon entschuldigend sagt, den neuen Namen "Maja Manufacture Rödental" gegeben haben. Das mit "Manufacture", also dem englischen Wort für "Manufaktur", ist noch problemlos und auch schnell erklärt: "Wir wollen das wichtige Geschäft in den USA weiter stärken", erklärt Schmidt-Fischer, "außerdem wollen wir uns im fernöstlichen Markt etablieren."

Dann wäre da aber noch die Sache mit der Maja. Schmidt-Fischer räumt ein, dass dies am Donnerstag bei einer Betriebsversammlung durchaus für Irritationen gesorgt hat. Denn den Namen "Maja" verbinden die meisten nun einmal mit einer Biene. Auch in der Versammlung sei laut Schmidt-Fischer prompt der Hinweis gekommen: "Eine Hummel ist keine Biene!"

Eines ist Schmidt-Fischer aber sehr wichtig, damit kein falscher Eindruck entsteht: Die Freude und die Erleichterung in der Belegschaft seien sehr groß gewesen, als sich die neuen Eigentümer präsentierten und vor allem diese eine ganz wichtige Botschaft verkündeten: Alle Arbeitsplätze bleiben erhalten! Aktuell zählt das Unternehmen 40 Mitarbeiter, und die Einstellung von vier weiteren sei bereits geplant. Hinzu kommen drei Auszubildende, mit denen Schmidt-Fischer sogar bereits ein separates Gespräch geführt hat, denn sie liegen den Gesellschaftern besonders am Herzen. "Wir wollen weiterhin ein Ausbildungsbetrieb sein", betont Schmidt-Fischer. Und: Weil man sich der Bedeutung des Begriffs "Made in Germany" bewusst sei, wolle man auch weiterhin ausschließlich in Rödental produzieren.

Doch als ob das nicht schon alles viel zu schön klingt, um wahr zu sein: Im Gespräch mit dem infranken.de signalisiert Schmidt-Fischer dann auch noch die Bereitschaft, Korrekturen am Firmennamen vorzunehmen und die Maja wieder zu streichen: "Wie gesagt: Es musste schnell gehen, und der Name steht jetzt auch erst einmal im Handelsregister." Er könnte sich aber auch einen allgemeineren Namen vorstellen; wichtig wäre ihm aber der Zusatz "Rödental". In diesem Zusammenhang lobt Schmidt-Fischer ausdrücklich die tatkräftige Mithilfe der Politik bei der Übernahme der Manufaktur. "Hut ab vor Gerhard Preß", sagt Schmidt-Fischer. Der Rödentaler Bürgermeister habe sich "aktiv eingebracht". Auch die Zusammenarbeit mit Regierung von Oberfranken und Wirtschaftsministerium sei sehr gut gewesen.


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