Coburg
Stadtrat

Luther, Leader, Nummernschilder im Coburger Stadrat

100.000 zusätzliche Besucher im Jahr, Berichte in überregionalen Medien: Das erwartet sich die Stadt Coburg von der Landesausstellung 2017. Außerdem will sie EU-Fördertöpfe anzapfen und ihre Zulassungsstelle mit der des Landkreises zusammenlegen.
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Nein, es gibt kein Lutherdenkmal bei der Veste. Die Figur des Reformators posierte dort nur fürs Foto. Foto: FT
Nein, es gibt kein Lutherdenkmal bei der Veste. Die Figur des Reformators posierte dort nur fürs Foto. Foto: FT
"Ritter - Bauern - Lutheraner" lautet der Arbeitstitel der Landesausstellung, die 2017 in Coburg stattfinden soll. Damit habe Coburg eine von vier großen deutschen Ausstellungen zum Abschluss der Luther-Dekade, sagte Tourismus-Chef Michael Amthor am Donnerstag im Coburger Stadtrat. Geplant und veranstaltet wird die Landesausstellung vom Haus der bayerischen Geschichte, zu sehen ist sie auf der Veste und in der Morizkirche, wo Luther lebte und wo er predigte. Rund 100.000 Besucher soll sie in die Stadt bringen. Dafür muss auch die Stadt etwas tun: Die Eröffnung mit rund 800 Gästen organisieren, ein Wegeleitsystem schaffen und so weiter. 255.000 Euro dürfte das kosten - und wurde vom Stadtrat ohne weitere Diskussion und ohne Gegenstimme gebilligt.

Fördergebiet definiert

2014 beginnt eine neue Periode in der EU-Regionalförderung (Leader), und von den 300 Milliarden Euro, verteilt über alle Mitgliedsstaaten und über sechs Jahre, will auch die Region etwas abhaben. Dafür muss die Region erst einmal definiert werden; außerdem braucht es einen Verein, der die Projekte koordiniert und die Förderung abwickelt. Stadt und Landkreis Coburg wollen gemeinsam ein Fördergebiet für das Leader-Programm bilden; diesen Beschluss fasste gestern der Stadtrat. Der zugehörige Verein soll am Dienstag, 4. November, 18 Uhr, im Landratsamt Coburg gegründet werden. Beitreten können nicht nur Kommunen, sondern auch Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen. Die Geschäftsführung des Vereins wird das Regionalmanagement "Coburg Stadt und Land aktiv" übernehmen.

Zweckverband nötig

Eine gemeinsame Zulassungsstelle für Stadt und Landkreis ist das erklärte Ziel, doch der Weg dahin ist schwierig. Stadt, Landkreis und die Regierung von Oberfranken gingen davon aus, dass ein öffentlich-rechtlicher Vertrag zwischen Stadt und Landkreis genügen würde. Tut er aber nicht, befand nun eine Arbeitsgruppe im bayerischen Innenministerium und empfahl die Gründung eines Zweckverbands. Der Satzung dafür stimmte der Stadtrat am Donnerstag zu; die Vereinbarung über die Kosten werde nachgereicht, sagte Rechtsdirektor Willi Kuballa. An der längst ausgehandelten Kostenverteilung werde sich nichts ändern. Der Zweckverband soll zum 1. Dezember starten; die gemeinsame Zulassungsstelle wird sich im Landratsamt befinden.


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