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Neustadt bei Coburg
Stehempfang

Loblied auf das neue alte Rathaus von Neustadt

Wie die Stadt Neustadt verdiente Bürger würdigt und welche Impulse sie sich vom generalsanierten Rathaus erhofft.
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Fast fertig: das generalsanierte Rathaus von Neustadt bei Nacht. Die offizielle Wiedereinweihung soll voraussichtlich im Sommer stattfinden.Foto: Jochen Berger
Fast fertig: das generalsanierte Rathaus von Neustadt bei Nacht. Die offizielle Wiedereinweihung soll voraussichtlich im Sommer stattfinden.Foto: Jochen Berger
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Der Hauptakteur dieses festlichen Abends blieb konsequent stumm - und garantierte dennoch für reichlich Gesprächsstoff. In die Jahre gekommen, aber nach gründlicher, rund zwölf Millionen Euro teurer Frischzellenkur vorbildlich für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet - das Rathaus in Neustadt.

Was hat sich verändert?

Dieses Bild jedenfalls zeichnete Stadtoberhaupt Frank Rebhan beim traditionellen Stehempfang der Puppenstadt. Nach einjähriger Pause fand dieser Empfang wieder an angestammter Stelle statt - im Rathaus. Alles also wie gehabt? Natürlich nicht. Denn das vor einem halben Jahrhundert erbaute, 1971 eingeweihte Rathaus ist sich äußerlich treu geblieben und innen trotzdem wie verwandelt.

Einblicke in die Büros

Noch ist die Sanierung nicht komplett abgeschlossen, noch hängen da und dort Kabel aus den Wänden, lehnen vereinzelt Türen neben den Türrahmen. Aber der Großteil der Absperrgitter draußen vor dem Rathaus ist bereits verschwunden. Neben den Türen der künftig durch Glasscheiben teilweise einsehbaren Büros kleben zudem immerhin schon provisorische Zettel, die über die Ämter und ihre Mitarbeiter informieren - symbolisch zu verstehende Transparenz, die Bürgernähe symbolisieren soll.

Mediathek im Erdgeschoss

Und während im Erdgeschoss die künftige Mediathek noch eingerichtet werden muss, ist droben im zweiten Stock der Rathaussaal bereits funktionsfähig. Vor den weit geöffneten Saaltüren hatte sich eine große Schar an Gästen versammelt zum traditionellen Stehempfang der Stadt Neustadt - darunter manche politische Weggefährten auch über Parteigrenzen hinweg, durchaus aber auch treue Widersacher des seit 25 Jahren amtierenden Stadtoberhaupts. Klar, dass SPD-Spitzenkandidat und Oberbürgermeister Frank Rebhan das runderneute Rathaus in den Mittelpunkt seiner Ansprache stellte.

Rebhans späte Einblicke

Ein halbes Jahrhundert - eine lange Zeit, in der sich die Wahrnehmung des einstigen Neubaus zu Füßen der Stadtkirche St. Georg verwandelt hat. Auch Rebhan räumte freimütig ein, er habe lange Zeit ambivalente Gefühle gehegt und das ursprüngliche Konzept des Architekten letztlich erst im Laufe der grundlegenden Sanierungsarbeiten wirklich verstanden.

Was ist zukunftsweisend?

"Ich glaube, es ist zukunftsweisend, das wirklich Gute zu erhalten und daraus Neues zu machen", sagte Rebhan. Zukunftsweisend ist aus seiner Sicht nicht zuletzt das energetische Konzept. "Die Verbindung von Erdwärme, von Photovoltaik und klassischen Energieträgern" sei vorbildlich und solle beitragen, den ökologischen Fußabdruck im Vergleich zu vorher drastisch zu verkleinern.

Ein Rathaus für die Bürger

Zukunftsweisend soll das Rathaus nach Überzeugung des Oberbürgermeisters auch in seiner eigentlichen Funktion sein - in dem, "was es künftig für seine Bürgerinnen und Bürger können wird." Sinnbildlich für den zeitgemäß veränderten Geist des Rathauses soll die Mediathek werden. Denn sie soll "als Raum der Begegnung, des Miteinanders, der Bildung und der Kommunikation spürbar werden." Rebhans Vision der neuen Mediathek ist zweigleisig formuliert: "Hier wird es menschlich und digital zugehen."

Ort der Begegnung

Neustadts Rathaus als Ort der Begegnung - dass diese Vorstellung nicht an den Stadtgrenzen endet, wurde schon beim Stehempfang deutlich. Denn zu diesem festlichen Anlass hatte Rebhan ganz bewusst auch seinen Amtskollegen Heiko Voigt aus Sonneberg eingeladen und erinnerte an den von Neustadt und Sonneberg gemeinsam gefeierten Tag der Franken im vergangenen Jahr.

"Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit unseren beiden Stadträten erreichen werden, dass wir durch bürokratische Grenzen nicht länger behindert und gehemmt werden", sagte Rebhan, bevor er sich der Ehrung verdienter Bürger widmete. "Seien wir stolz auf die vielen Menschen, die sogenannten Ehrenamtlichen", die gewachsene Strukturen mit Leben erfüllen.

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