Tambach
Auftritt

Liedermacher-Legende Ambros gastiert erstmals in Tambach

Bei der 14. Auflage des "Tambacher Sommers" ist Wolfgang Ambros erstmals am barocken Schlosshof zu Gast. Unter dem Motto "Ambros pur" gastiert er im Duo mit seinem langjährigen musikalischen Wegbegleiter Günter Dzikowski am Keyboard und am Akkordeon.
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Wolfgang Ambros beeindruckt seine Fans in Tambach.Fotos: Albert Höchstädter
Wolfgang Ambros beeindruckt seine Fans in Tambach.Fotos: Albert Höchstädter
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Die echten Wolfgang-Ambros-Fans sitzen an diesem Abend in den ersten Reihen. Unerschütterlich textsicher singen sie mit - selbst wenn ihr Idol Lieder aus ganz frühen Schaffensjahren auspackt. Mancher hat eine Anreise weit über den fränkischen Raum zwischen Bayreuth und Nürnberg, Bad Kissingen und Forchheim auf sich genommen.


Aus Darmstadt und München, aus Mainz und Augsburg sind sie gekommen und bereiten Österreichs Liedermacher-Legende ein Heimspiel beim "Tambacher Sommer" - und dass, obwohl er zum ersten Mal auf der illustren Liste jener Künstler steht, die schon auf der Bühne im barocken Schlosshof gastierten.

Rund 700 Zuhörer

"Ich bin froh, dass wir ihn bei der 14. Auflage des ,Tambacher Sommers' endlich präsentieren können", sagt Wolfgang Friedrich, der Macher und Organisator des Open-Air-Festivals.
Rund 700 Besucher lockt Ambros im Duo mit seinem langjährigen musikalischen Wegbegleiter Günter Dzikowski an - eine Zahl, mit der Friedrich durchaus zufrieden ist, "auch wenn ich auf 200, 300 Zuhörer mehr gehofft habe."


"Ambros pur" lautet das Motto - ein Motto, das tatsächlich mehr ist als nur ein Werbe-Slogan. Zwei beeindruckende Musiker mit ihren Instrumenten auf einer großen, ansonsten aber fast völlig leeren Bühne servieren dem Publikum einen bunten Querschnitt aus dem reichhaltigen Schaffen des 62-jährigen Ambros - einige Cover-Versionen im zweiten Teil inklusive.

"Wir lachen viel, wir streiten oft"

Das Zusammenspiel von Wolfgang Ambros und Günter Dzikowski an Keyboard (und Akkordeon) hat fast schon symbiotische Züge. Dzikowski ist viel mehr als nur ein reaktionsschneller Sekundant an den Tasten, der selbst dann nicht aus dem Tritt zu bringen ist, wenn Ambros da und dort mal mit einer Textzeile durcheinander gerät. Dzikowski streut immer wieder auch effektvolle Läufe und Akzente ein.
"Wir lachen viel, wir streiten oft", heißt es bei Ambros in seinem Titel "Langsam woch's ma zsam". Diese Zusammenwachsen aber verkörpern Ambros und Dzikowski scheinbar ganz selbstverständlich. Im zweiten Teil nach der Pause erweitert dann Roland Vogel an der Gitarre das Duo in einigen Stücken zum Trio.

Hobby-Philosoph am Tresen

Österreichische Liedermacher oder Kabarettisten werden oft als grantig bis bitterböse ironisch beschrieben, eine ordentliche Portion Selbsthass inbegriffen. Gemessen an diesem Klischee ist Wolfgang Ambros an diesem Tambacher Abend erstaunlich mild gestimmt. Eine Kapitulation vor dem Alter ist das freilich trotzdem nicht. "Wer zufrieden ist, wird langsam feig und müd'", singt Ambros und macht sich lustig über Hobby-Philosophen an der Bar, die lieber schwadronieren als Dinge tatsächlich zu ändern.


Nach einer Rücken-Operation im Frühjahr kommt Ambros noch immer mit Krücke auf die Bühne und musiziert sitzend. Seinen künstlerischen Ausdrucksdrang freilich bremst dieses Handicap kaum spürbar. Nicht einmal ein Sturz vom Hocker am Anfang des zweiten Teils kann ihn aufhalten. Pflaster auf die leicht lädierte Hand - und weiter geht's. "Ich bin schon alt geworden, des is net zu überseh'n", singt Ambros mit unsentimentaler Selbstironie.


Später am Abend genießt er sichtlich die Begeisterung, mit der das Publikum im Tambacher Schlosshof bei einem seiner Hits zum lautstarken Chor wird: "Zwickt's mi".


Zur Begegnung der Generationen wird der Abend durch den Auftritt der jungen niederbayerischen Liedermacherin Karin Rabhansl, die einige Titel ihrer inzwischen bereits zwei CD-Veröffentlichungen vorstellt - temperamentvoll bis ironisch.
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