Coburg
Extremsport

Lieb und Späth auf Hannibals Spuren über die Alpen

Beim 15. Transalpine Run ging es in acht Etappen vom Allgäu durch Österreich und die Schweiz bis nach Sulden in Südtirol/Italien.
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Stephanie Lieb aus Coburg startete mit dem Tiroler Reinhard Wohlfarter aus Jerenz/Österreich. Fotos: privat
Stephanie Lieb aus Coburg startete mit dem Tiroler Reinhard Wohlfarter aus Jerenz/Österreich. Fotos: privat
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Zwei Coburger bestritten mit ihren jeweiligen Teampartnern und weiteren 300 Teams aus mehr als 40 Nationen den spektakulärsten Trailrun-Event der Welt. Beim 15. Transalpine Run ging es zu Fuß in acht Etappen von Oberstdorf im Allgäu durch Österreich und die Schweiz bis nach Sulden in Südtirol/Italien.

In Zahlen sind das 277 Kilometer mit 16391 positiven Höhenmetern bei Hitze, Wind, Schnee und manchmal alles am selben Tag.

Stephanie Lieb aus Coburg, die für das Team Wohlleben schon einige namhafte Trailrunning Events in Europa bestritt, war mit dem Tiroler Reinhard Wohlfarter aus Jerenz/Österreich unter dem Teamnamen "Team ADA Cosmetics International / TrailMotion Tirol" am Start. Da Stephanie im Jahr 2016 als Trail Scout für den Veranstalter zwei Transalpine Etappen zusammen mit Wohlfarter abgelaufen ist, war sie bei seiner Anfrage "Feuer und Flamme".

Immer wieder Krämpfe

Die erste Etappe der beiden ging allerdings gleich gehörig schief, da ihr Teampartner einige Probleme hatte: Erst Rücken verrenkt, dann immer wieder Krämpfe, und 13 Kilometer vor dem Ziel brach ihm auch noch ein Stock. Doch der medizinische Betreuer leistete am Abend tolle Arbeit und renkte ihn wieder ein. Ab dem 2. Tag sind beide Etappe für Etappe besser geworden und sogar täglich auf das Podest gelaufen. Ein dritter, drei zweite und vier erste Plätze sprechen eine deutliche Sprache.

Allerdings war der Rückstand aufgrund der ersten schlechten Etappe so groß, dass am Ende bei einer Gesamtzeit von 40:38:52 Stunden der Rückstand auf Platz 1 35 Minuten betrug. Weil beide aber ein quasi aus der Not geborenes Team waren und sich überhaupt nichts ausgerechnet hatten, war der 2. Platz hervorragend.

Bei Timo Späth und seiner Teampartnerin Maria Madueno aus Tijuana/Mexico im Team Fire & Ice gab es im Raceplan genau zwei Punkte, die täglich immer wieder auf den Prüfstand gestellt wurden: Die sehr engen Cut-Off Zeiten an den Verpflegungspunkten in der Zeit zu erreichen und natürlich am Ende gesund in Sulden anzukommen.

Auf den ersten vier Etappen wurde effizient und kräftesparend gelaufen, um immer knapp an den Cut-Off Zeiten durch die Zeitmessung zu kommen. An Tag Fünf stand der "Ruhetag" mit einem Bergsprint auf dem Programm. Immerhin 834 Höhenmeter auf einer Strecke von 7,8 Kilometern. Aber tatsächlich hat dieser Ruhetag gut getan, denn das Duo war früher als bei jeder anderen Etappe im Hotel und konnte die Beine etwas länger ausruhen.

Späths späte Aufholjagd

Ab dem sechsten Tag kam Team Fire & Ice immer besser in die Trails und es lief bis Sulden richtig gut. Es wurde Platz um Platz gutgemacht. Selbst am letzten Tag schenkten sich drei Teams auf den letzten fünf Kilometern nichts. Es wurde wenig taktiert und mit Vollgas ins Ziel gelaufen. Ein toller Wettkampf.

Kater in Kopf und Beinen

Am Ende standen 59:17:21 Stunden auf der Uhr, was für Späth und Madueno den 20. Platz von 27 Teams in der Wertung Senior Master Mix bedeutete. "Mega happy", so Späth, wurde in Sulden bei der AfterRun-Party bis in die frühen Morgenstunden gefeiert, denn mit einem Finisher-Shirt und einer Medaille feierte es sich doppelt schön, und es wurde gemunkelt, dass der Kater im Kopf am nächsten Tag größer war als der in den Beinen. tsp

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