Ebersdorf
Bundesstraße 303

Letzte Runde über die nervigste Baustelle im Coburger Land

Das Staatliche Bauamt, die Autobahndirektion und der Landkreis Coburg haben die Anschlussstelle Ebersdorf für dreieinhalb Millionen Euro umgebaut.
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Wer sich jetzt  noch verfährt, ist selbst schuld: Mit  großen Verkehrszeichen und auffälliger Beschriftung der Fahrbahn   ist die Anschlussstelle Ebersdorf deutlich übersichtlicher geworden. Das Staatliche Bauamt, die Autobahndirektion  und der Landkreis Coburg hoffen jetzt, dass die Zeit der Staus zu Ende ist.Berthold Köhler
Wer sich jetzt noch verfährt, ist selbst schuld: Mit großen Verkehrszeichen und auffälliger Beschriftung der Fahrbahn ist die Anschlussstelle Ebersdorf deutlich übersichtlicher geworden. Das Staatliche Bauamt, die Autobahndirektion und der Landkreis Coburg hoffen jetzt, dass die Zeit der Staus zu Ende ist.Berthold Köhler
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Der Container für die Bauleitung ist weg, der legendäre Anhänger mit der Leuchtschrift "Nicht nach Navi fahren" sowieso schon länger - die für die Verkehrsteilnehmer anstrengendste Baustelle des Coburger Landes ist Geschichte. "Seit Montag, 14 Uhr, läuft der Verkehr ohne jede Behinderung", sagt Jochen Brand von der Autobahndirektion Nordbayern beim vielleicht letzten Baustellenrundgang an der Ebersdorfer Anschlussstelle.
Naja - ein bisschen was fehlt noch, damit die Baustelle komplett geschlossen werden kann: Ein paar Begleitwege müssen noch asphaltiert werden, der Winterdienst bekommt eine zusätzliche Betriebsausfahrt und, ganz wichtig, die Leuchtschilder für die Verkehrszeichenbrücke an der Ostrampe fehlen noch. Dort sind zu Jahresbeginn ja mehrfach Autofahrer in falscher Richtung auf die Autobahn gefahren, die Lichtzeichen sollen künftig auch dem nervösesten Verkehrsteilnehmer klar machen, dass er auf Geisterfahrer-Wegen unterwegs ist. Mit den Schildern wird es aber noch ein bisschen dauern, berichtet Brand. Klar wurden diese rechtzeitig bestellt, doch gibt es für solche Spezialanfertigungen derzeit nur zwei Hersteller in Deutschland. Die Folge erklärt der Mann von der Bauaufsicht: "Wahnsinnige Lieferzeiten."
Betrachtet man die gesamten zehn Monate Bauzeit (inklusive acht Wochen Winterpause), wird diese Verzögerung zum Randaspekt. Günter Engelhardt, der bei der Kronacher Servicestelle des staatlichen Bauamtes Bamberg für das Projekt verantwortlich war, ist mit dem Ablauf hochzufrieden: "Wir haben die Termine gut eingehalten." Gerade für den Zeitabschnitt zwischen dem Herbst und der Winterpause attestiert Engelhardt der Baufirma "Höchstleistung".
Die Verbesserung der Verkehrssituation an der Ebersdorfer Anschlussstelle war keine einfache Angelegenheit. Engelhardt berichtet von zahlreichen Studien und Untersuchungen, mit denen - insbesondere für den veränderten Verkehrsablauf nach Freigabe der CO 13 - nach einer effektiven Lösung gesucht wurde: "Eine vernünftige Vorbereitung ist die halbe Miete." Das, was jetzt gebaut wurde, bezeichnet der Baurat als optimal: "Mit unserer Kombination verschiedener Einzelmaßnahmen haben wir die größtmögliche Verbesserung erreicht."
Da nickt Jochen Brand zustimmend. Der Mitarbeiter der Autobahndirektion Nordbayern war seit der Neugestaltung mehrfach vor Ort, Staus hat er selbst zur Rushhour kaum erlebt. Dass das früher anders war, erzählt Brand schmunzelnd: "In Spitzenstunden hatten wir hier einen klassischen Verkehrsinfarkt." Insbesondere deshalb, weil die Linksabbieger von Kronach kommend Richtung Suhl den Verkehr blockierten. Das ist jetzt Geschichte - auch wer aus Richtung Osten kommt, fährt rechts rum auf die Autobahn.


Mehr geht nicht

Günter Engelhardt freut sich, dass er die Ebersdorfer Bauakte bald endgültig schließen kann. Aus Sicht des Staatlichen Bauamtes habe man "das Optimum aus der gegebenen Situation herausgeholt". Irgendeinen weiteren Umbau kann sich der Bauingenieur für die kommenden Jahre bei Ebersdorf jedenfalls nicht vorstellen.
Das heißt aber nicht, dass die Kronacher Straßenbau-Dienststelle die Bundesstraße 303 auf lange Sicht links liegen lässt. Konzepte, wie die stark befahrene Straße zwischen Niederfüllbach und der Coburger Landkreisgrenze fit für die Zukunft gemacht werden kann, liegen schon in den Schubladen des Staatlichen Bauamtes. Irgendwann, ist Günter Engelhardt überzeugt, werden die auch mal herausgeholt und in die Tat umgesetzt: "Langfristig haben wir einen Ausbau auf dem Schirm."


Was ist denn Freitag in Friesendorf los?

Bürgerfest: Nicht so beabsichtigt, aber dennoch zeitlich passend, findet heute das von Landrat Michael Busch (SPD) und dem Ebersdorfer Bürgermeister Bernd Reisenweber (BG) versprochene Bürgerfest zur Verkehrsfreigabe der Umgehung für die CO 13 statt. Beginn der Veranstaltung am Dorfplatz Friesendorf - zu der alle Bürger aus Friesendorf sowie Ebersdorf (Querstraße, Garnstadter Straße, Coburger Straße und Zeickhorner Straße) eingeladen sind - ist um 13 Uhr.


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