Bad Rodach
Saisonende

Letzte Nachtwächtertour durch Bad Rodach

Am Donnerstag löschte Bürgermeister Tobias Ehrlicher die Nachtwächterlampe vor dem Pulverturm und beendete somit die erfolgreiche Nachtwächtersaison.
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In gekonnter Art und Weise führte Lars-Jörg Otto (links) durch den Nachtwächterturm und dessen Geschichte - zum letzten Mal in diesem Jahr. Foto: Lothar Weidner
In gekonnter Art und Weise führte Lars-Jörg Otto (links) durch den Nachtwächterturm und dessen Geschichte - zum letzten Mal in diesem Jahr. Foto: Lothar Weidner

Die ehrenamtlichen Nachtwächter Karl-Heinz Engelhardt, Ramon Kienel und Karl Fadler waren seit dem 3. Mai durch die Stadt gezogen, um launig und humorvoll die Bevölkerung und die Kurgäste zu unterhalten, und hatten dabei auch kritische Worte über das Stadtgeschehen nicht vergessen. Die Koryphäe dabei war Karl-Heinz Engelhardt, der mit seinem bekannten Nachtwächterlied "Hört ihr Leut' und lasst euch sagen" und vielen anderen Melodien und Sprüchen schon seit 15 Jahren für Lacher und Aufsehen sorgt.

Für all das bedankte sich Bürgermeister Ehrlicher bei den Nachtwächtern, aber auch beim Netzwerk "Bad Rodach begeistert". Es habe mit der Organisation der Nachtwächtersaison einen hervorragenden Beitrag zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Kurstadt geliefert, denn "solch ein Spektakel" gebe es nicht allerorts.

Ausblasen mit Musik

Die Nachtwächter sind aus Bad Rodach nicht mehr wegzudenken. Haben sie doch auch in diesem Jahr für einige Höhepunkte gesorgt, so unter anderem mit dem Nachtwächtergeburtstag, dem Operettenkonzert und den Führungen durch den Pulverturm mit Standkonzerten. Für Lars-Jörg Otto vom Vereinsvorstand "Bad Rodach begeistert" waren die Aktivitäten rückblickend für die positive Darstellung der Stadt von großer Bedeutung. Da blieb dem Bürgermeister nichts anderes übrig, als sich bei erneut allen Akteuren zu bedanken. Musikalisch untermalt wurde das "Ausblasen der Laterne" von der Blaskapelle Meeder. Bei einer Verlosung konnten tolle Preise gewonnen werden.

Ebenso interessant war eine dem Löschen der Nachtwächterlampe vorangegangene Führung durch den Nachtwächterturm. Wer die steilen Stufen erklommen hatte, konnte von Lars-Jörg Otto in einem kleinen Museum mehr über die Geschichte der Nachtwächterei in Bad Rodach erfahren. So waren die Nachtwächter der früheren Zeit auch Feuerwehrmann und Polizist. Alle vollen Stunden bliesen sie ins Horn, und kamen in der Unbeliebtheit gleich nach den Henkern. Sie wurden schlecht bezahlt und ihr Beruf war mehr oder weniger ein Schimpfwort. 1895 war es vorbei, seit 1982 gibt es sie wieder, seitdem ohne die Strenge eines akribischen Wachdienstes und gerne den Gästen der Stadt zugewandt. Die ersten Nachtwächter waren Wolfgang Grosch und Walter Kienel. Derzeit ist das Nachtwächtertreffen der europäischen Länder einer der Höhepunkte des Jahres. Es kommen immerhin deren 100. Einen Wermutstropfen musste Otto loswerden: "Wir suchen dringend Nachwuchs."



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