Coburg
Crowdfunding

Lesen, raten, integrieren

Ein Coburger Verlag will seine Berufe-Ratebücher für Kinder in Deutsch-Arabisch auflegen und an Integrationsvereine ausgeben. Das Geld dafür sollen private Kleinspender aufbringen.
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So könnten die umgestalteten Bücher aussehen. Bis jetzt gibt es sie in Deutsch-Englisch. Foto: Aumann Edition
So könnten die umgestalteten Bücher aussehen. Bis jetzt gibt es sie in Deutsch-Englisch. Foto: Aumann Edition
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Was braucht ein Arzt, wenn er Patienten behandeln will? Wo arbeitet eine Krankenschwester? Fragen, mit denen Kinder sich spielerisch in "Pinos Kinderratebüchern" befassen können, und zwar zweisprachig, auf Deutsch und Englisch. Diese Bücher hat der kleine Coburger Verlag Aumann Edition herausgebracht.

Der Verlag ist nur ein Unternehmen der Aumann-Gruppe, die sich auf Personaldienstleistungen spezialisiert hat. Die meisten Publikationen der Edition Aumann handeln von Berufsbildern, dem Arbeitsmarkt oder von Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Kinderreihe mit dem Papagei Pino passt da ins Programm.

Doch nun möchte Inhaber Ulrich Aumann mit seinen Kinderratebüchern auch einen Beitrag zur Integration leisten. Die Bücher sollen in Deutsch und Arabisch gedruckt werden, um so vor allem den Kindern von Flüchtlingen das Kennenlernen deutscher Berufswelten zu erleichtern. Dafür hat Aumann noch kurz vor seinem Urlaub ein sogenanntes Crowdfundingprojekt gestartet. Eine Menge Leute, die "Crowd" (Menschenansammlung), spenden kleine Beträge (Fund, gesprochen Fand) - so kommt dann trotzdem viel Geld zusammen. 12 980 Euro lautet das kleinere der beiden Funding-Ziele. Damit könnten drei der Bücher aus der Pino-Reihe übersetzt und kostenlos an Integrationsinitiativen verteilt werden. "Die Kinder sind ja nun mal hier (unabhängig von der aufgeheizten politischen Stimmung)", schreibt Ulrich Aumann in seiner Beschreibung des Projekts. "Sie benötigen Zuspruch und auch etwas Freude. Einen spielerischen Einstieg in die Gesellschaft und das neue Umfeld."

Weil die Bücher kostenlos abgegeben werden sollen, sucht Aumann Sponsoren für die Übersetzung, den neuen (grafischen) Satz, die Kosten für Druck, Versand, Werbung und alles, was sonst anfällt. Beim Erreichen des ersten Fundingziels werden drei Bücher übersetzt. Beim Erreichen des zweiten Fundingziels - 21850 Euro - werden sechs Bücher übersetzt. "Diese werden kostenfrei an gemeinnützige Integrationsvereine weitergegeben", verspricht Aumann. Über die Crowdfundingseite Startnext.com können Nutzer (und Spender) Organisationen und Initiativen nennen, die als Verteiler der Büchlein in Frage kommen.

"Wenn das Ziel nicht erreicht wird, kriegt jeder sein Geld zurück", verspricht Harald Götz, Vertreter der Aumann-Gruppe in Bamberg und selbst kurz in dem Video zu sehen, mit dem die Edition Aumann für das Crowdfunding-Projekt wirbt. Noch bis 5. Oktober läuft die Spendensammlung. Angesichts des bisherigen Ergebnisses verspürt Harald Götz allerdings wenig Zuversicht: 130 Euro waren am Donnerstag erst zugesagt.

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