Rödental
Ausstellung

Leidenschaft und Liebe zum Detail

Von der detailgetreuen Ostseefähre bis zum Zirkus Krone: Die Modelleisenbahner scheuten keine Mühe für die Ausstellung in Rödental.
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Karl-Heinz Friedel erledigt kleine Reparaturen sofort.Wolfgang Desombre
Karl-Heinz Friedel erledigt kleine Reparaturen sofort.Wolfgang Desombre
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Modelleisenbahn - das ist mehr, als Züge auf Gleisen durch die Landschaft fahren zu lassen. Immer mehr Wert legen die Modelleisenbahner auf Details, die beim Betrachten der Anlage einem nicht sofort ins Auge stechen.

Die 27. Faszination Eisenbahn zog eine große Besucherschar aus nah und fern in ihren Bann ziehen, zog Erster Vorsitzender Rainer Gillde abschließend Bilanz. Das Eisenbahnhobby übe eine große Faszination auf ihn aus, sagte MdL Jürgen W. Heike. Gerne komme er zu der jährlich stattfindenden Ausstellung nach Rödental. Dessen Erster Bürgermeister Marco Steiner zeigte sich begeistert darüber, wieviel Arbeit die Hobbyeisenbahner in den Modellbau investieren. Andere gingen zum Joggen, sie entspannten bei dieser filigranen Tätigkeit.

Sechs Meter langes Modell

Erstmals wurde eine Anlage der Spurweite TT präsentiert. Auf interessante Art und Weise zeigte Reinhard Edelmann aus Lauscha das Verladen von Zügen in eine Fähre zum Weitertransport über das Meer. In seiner Garage hatte der Thüringer das sechs Meter lange Modell hergestellt. Allein an der Fähre hatte er drei Jahre lang zu tun und das Schiff aus Sperr- und Balsaholz entworfen. Den genauen Werftplan hat er nach vielen Telefonaten und langem Schriftverkehr schließlich bekommen - für damals 70 DM -, wie er berichtete.

Er sei selbst mit seinem Wohnmobil zwei Mal auf der Fähre von Rostock nach Trelleborg mitgefahren und habe einmalige Gelegenheit bekommen, mit dem 1. Offizier fast eine Stunde lang fachsimpeln zu können. Maßstabsgerecht baute Edelman danach den Verladebereich nach. Im Inneren der Fähre wird per Video das Ein- und Ausfahren überwacht und über einen Monitor den Besuchern der Ausstellung auch gezeigt.

Zirkus unter die Lupe genommen

Ein "Hingucker" war auch das Zirkusgelände, das Josef Barabas mitgebracht hatte. Vorher hatte er Bücher studiert und auch selbst den Zirkus Krone besucht, um alles so originalgetreu wie nur möglich nachbauen zu können. Und warum steht ein Polizeifahrzeug mit Blaulicht direkt nach einem Bahnübergang auf der Fahrbahn? Ein Auto hatte hier seinen Auspuff verloren und deshalb wurde diese Stelle abgesichert. Dass Elefanten auf dieser Anlage zu sehen sind, gehört der Vergangenheit an. Der Zirkus hat diese Tiere zwischenzeitlich verkauft, wusste Josef Barabas. Das Hauptzelt besteht aus Karton und wird mit acht Teilen zu einem Ganzen. Entweder es funktioniert oder es funktioniert nicht, sagte der Bastler. Viele Teile habe er wegwerfen müssen, bis das Hauptzelt so aussah, wie in Natura. Nur die Fahrzeuge und Figuren hatte er hinzugekauft, sonst alles selbst im Maßstab von 1:87 hergestellt.

Geduld, Geduld, Geduld

Die Spur Z ist die kleinste verbreitete Spur, die bei Eisenbahnmodellen verwendet wird. Hartmut Wildner von den Rödentaler Eisenbahnfreunden hat extra für die Ausstellung eine Anlage mit Schattenbahnhof gebaut und dabei gut 15 Meter Gleise verlegt. Geduld, Geduld und nochmals Geduld seien die wichtigsten Eigenschaften eines Hobby-Eisenbahners, sagte er. Einen besonderen Gag hatte Hartmut Wildner noch dabei: Die kleinste Eisenbahn der Ausstellung. Die Eisenbahn fährt außenherum und in der Mitte weiden Kühe auf einer Wiese. Das Ganze ist batteriebetrieben und kann somit überall mit hingenommen werden.

Vereinsmitglied Thomas Bauer präsentierte erstmals eine Anlage, welche als Vorbild die Frankenwaldrampe Kronach - Probstzella hat. Seine beiden Kinder hatten die Rolle als Fahrdienstleiter übernommen. Die Jugendgruppe hatte eine Anlage der Spur Z ausgestellt. Die Schienen bilden dabei einen in sich verschlungenen Kreis mit vielen Kurven. Die Anlage war für eine Oberleitung vorgesehen, heute wird sie jedoch mit Schienenstrom betrieben, erklärten Jonas Pongratz und Lukas Martin.

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