Coburg
Schauspiel

Lebensechtes und ergreifendes Theater an der Coburger Realschule CO I

Ein grandioser Theaterabend fand an der Staatlichen Realschule CO 1 mit "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" nach der Romanvorlage von John Green statt.
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Theaterabend an der Realschule: In der Selbsthilfegruppe lernt die krebskranke Hazel Gus kennen, die beiden verlieben sich. Foto: Gabi Arnold
Theaterabend an der Realschule: In der Selbsthilfegruppe lernt die krebskranke Hazel Gus kennen, die beiden verlieben sich. Foto: Gabi Arnold
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Hazel ist ein ganz normaler Teenager mit Wünschen und Träumen. Eigentlich, denn Hazel leidet an Schilddrüsenkrebs. In einer Selbsthilfegruppe lernt das 16-jährige Mädchen den jungen Gus Waters kennen. Gus ist ein ehemaliger Sportler, der durch Knochenkrebs ein Bein verloren hat. Die beiden verlieben sich ineinander und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Es ist keine leichte Kost, die die Theater-AG der Staatlichen Realschule CO I auf die Schulbühne bringt. Um so erstaunlicher ist die Leistung der Akteure, die das Stück nach der Vorlage von John Greens Erfolgsroman "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" brillant in Szene setzen.


Gefühlvoll untermalt

Die Theaterpädagogin Nicole Strehl hat den Roman in ein packendes Bühnenstück verwandelt: 60 Minuten verfolgen die Zuschauer in der Aula der Schule gebannt die traurige Geschichte, die von zwei krebskranken Jugendlichen handelt. Mit dem Stück wagt sich die Regisseurin an das Tabuthema Sterben und setzt dies mit der Theater-AG der Klassen fünf bis neun sensibel, einfühlsam und professionell um. Strehl ist es gelungen, die Rollen treffend zu besetzen, so überzeugen vor allem die Hauptdarsteller Amy Ellis als Hazel und Maximilian Walch als Gus Waters mit ihrem packenden Spiel das Publikum. Sie spielen so gut, dass man fast vergisst, dass es sich um Schüler handelt, die auf der Bühne stehen. Das Stück ist in schneller Folge inszeniert, die wechselnden Handlungsorte werden auf eine große Leinwand projiziert und mit dem Song von Adel Tawil "Ist das jemand, der mein Herz versteht" untermalt. Hazels Hoffnung, ihre Gedanken und ihr Leben melden sich zwischendurch zu Wort. Das Publikum spürt Hazels Angst, ihre Wut, ihre Verzweiflung, aber auch die aufkeimende Hoffnung.

Die 16-Jährige hat wegen ihrer tödlichen Krankheit Angst, sich zu verlieben, und so wehrt sie sich zunächst gegen ihre Zuneigung zu Gus. Doch die Jugendlichen verlieben sich ineinander und fliegen sogar nach Amsterdam, um Hazels Lieblingsautor zu besuchen. Und für einen Moment scheint die Krankheit vergessen zu sein. Doch eben nur für einen Moment, denn das Schicksal ist ein mieser Verräter.


"Hut ab"

Bewegt von dem Spiel war nicht nur das Publikum, sondern auch die Rektorin Susanne Carl. Vor dem dunklen Hintergrund der Geschichte sei es gelungen, das Menschliche, die Empathie, das Verstehen und vor allem die Liebe in den Vordergrund zu rücken, sagte sie. "Hut ab vor dieser schauspielerischen Spitzenleitung." Und das Publikum dankte mit tosendem und nicht endenden wollendem Applaus.

Leitung und Regie: Nicole Strehl, Assistenz: Paul Kummer, Alexander Kraft/ Sophie Strehl, Inspizient: Julius Walta.

Gedanken: Katharina Peters, Hoffnung: Allyssa Walther, Ärztin: Melissa Fischer, Hazel Grace Lancaster: Amy Ellis, Augustus "Gus" Waters: Maximilian Walch, Patric: Eric Wilke, Angel: Clara Schönhärl, Mary/Leben 1: Lena Zima, Anny/Leben 2: Lisa Beyer, Lou/Leben 3: Amelie Beyer, Isaac: Anna Rose, Katilyn: Eslem Zimmermann, Mrs. Waters: Amelie Appel, Frannie Lancaster: Leonie Harnack, Stewardess: Amelie Appel, Amsterdam: Clara Schönhärl, Lidewij Vliegenhart: Alison Riedel, Peter Van Houten: Ricco Nikol.


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