Lautertal
Gemeinderat

Lautertal stellt Bedingungen für Freiflächensolaranlage

Der "Solarpark Rottenbach" wird vor allem von der Waldkorporation Ottowind kritisch gesehen. Die Pläne für die Anlage werden jetzt erst mal ausgelegt.
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Über den  "Solarpark Rottenbach" beriet der Gemeinderat Lautertal in seiner jüngsten Sitzung. Das Symbolfoto zeigt eine derartige Freiflächen-Photovoltaikanlage. Foto: Archiv
Über den "Solarpark Rottenbach" beriet der Gemeinderat Lautertal in seiner jüngsten Sitzung. Das Symbolfoto zeigt eine derartige Freiflächen-Photovoltaikanlage. Foto: Archiv
Neben der A 73 möchte die Naturstrom AG mit Sitz in Eggolsheim den "Solarpark Rottenbach" errichten. Im Zuge der dafür notwendigen Änderungen des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes für die Sonderbaufläche der Photovoltaikanlage wurden in der Gemeinderatssitzung eine Reihe von Anregungen aus der Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange gewürdigt. Die umfangreichsten Bedenken kamen von Siegfried Wank als Vorsitzendem der Waldkorporation Ottowind, die Eigentümer der Waldflächen an der Nord- und Westseite des Solarparkes ist. Er lehnte in der Stellungnahme die Planungen ab. Bemängelt wurden die geringen Abstände von teilweise fünf bis zehn Metern von der Baugrenze und die beabsichtigte Einzäunung zum angrenzenden Wald und zu den Modulen und Nebenanlagen für den Betrieb der Anlage. Befürchtet werden bei Stürmen Schäden durch umstürzende Bäume. Außerdem verursache das unzumutbare Verkehrssicherungs- und Haftungsrisiken, wenn Bäume gefällt werden müssen. Die Korporation fordert einen Anstand von 30 Metern und eine entsprechende Reduzierung der Modulflächen.

Außerdem wird durch den Entzug von Äsungsflächen ein erhöhter Wildverbiss befürchtet. Ähnlich äußerte sich das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg. Wie der Vertreter der Naturstrom AG erklärte, ist der Bau von leistungsfähigeren Modulen vorgesehen. Damit verringere sich die notwendige Anzahl und Fläche für die Module, auch innerhalb der Anlage blieben mehr Freiflächen. Außerdem könne ein entsprechender Haftungsausschluss durch den benachbarten Waldbestand mit der Korporation vereinbart werden.


Abstand wird größer

Der Gemeinderat beschloss eine Vergrößerung des Abstandes zum Wald auf 20 bis 30 Meter, außerdem eine Vereinbarung des Investors mit der Korporation zum Haftungsausschluss. Eine Änderung von Ackerflächen in Bauflächen müsse nicht zu einer signifikanten Zunahme des Wildverbisses führen. Hier sei eher die Frage der Bestandsregulierung zu klären, hieß es in dem Beschluss. "Die Regulierung des Wildbestandes ist allerdings nicht Sache der Bauleitplanung", erklärte Gemeindegeschäftsführer Hans Frieß. Der Gemeinderat lehnte deshalb diese Forderung ab. Der Satzungs- und Auslegungsbeschluss wurde einstimmig verabschiedet.


Keine "weißen Flecken" mehr

Der Gemeinderat hatte im Januar 2018 die Firma Reuther NetConsulting mit der Planungs- und Beratungsleistung im Bundesförderungsproramm zur Unterstützung des Breitbandausbaues beauftragt. Deren Vertreter Enrico Meierhof gab die Ergebnisse bekannt. Er erklärte, dass es in den nächsten drei Jahren in der Gemeinde Lautertal nach aktuellem Stand keine "weißen Flecken" mit Unterversorgung mehr geben werde. Dies liege am zugesagten eigenwirtschaftlichen Ausbau durch die Deutsche Telekom. Nachdem die nördlichen Gemeindeteile Tremersdorf und Rottenbach bereits mit Glasfaser versorgt sind und die in Erschließung befindlichen Baugebiete ebenso über Glasfaserinfrastruktur verfügen werden, ist in den anderen Bereichen noch einiges zu tun. Die Firma Reuther NetConsulting wird noch im Frühjahr einen Masterplan für Lautertal vorlegen. Meierhoff betonte, dass sich in Lautertal in diesem Bereich bereits viel getan habe. "Derzeit sind wir damit zwar noch lange nicht am Ende, aber die komplette Versorgung bleibt für uns ganz oben auf der Agenda. Es ist für uns ein Muss", versicherte Bürgermeister Sebastian Straubel (CSU). Er erklärte aber auch, dass das Ergebnis der Markterkundung noch nicht zufriedenstellend sei. Die Gemeinde werde weiterhin intensiv daran arbeiten.


Feuerwehr Rottenbach bekommt Fahrzeug

Für die FFW Rottenbach ist auf der Grundlage des Feuerwehrbedarfsplanes und der Stellungnahme der Kreisbrandinspektion Coburg die Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges TSF-W erforderlich. Der Gemeinderat beschloss den Kauf für einen Betrag zwischen 160 000 bis 180 000 Euro. Die Verwaltung erhielt den Auftrag, das notwendige Ausschreibungsverfahren mit einem Ingenieurbüro durchzuführen und die mögliche Förderung zu beantragen. Das wird - um Kosten zu sparen - gemeinsam mit der Stadt Rödental durchgeführt. Der Aufwand von 4000 Euro wird von beiden Kommunen anteilmäßig getragen. Laut Bürgermeister Sebastian Straubel wird der Fahrzeugkauf etwa Ende 2018/Anfang 2019 erfolgen.

Im Haushaltplan 2018 sind für die Sanierung von Straßen 70 000 Euro vorgesehen. Bauhofleiter Wolfgang Mierzwa und Bauamtsleiter Peter Welz haben dazu eine Begutachtung vorgenommen und die Arbeiten entsprechend der Dringlichkeit eingestuft. "Es werden Instandsetzungen in allen Ortsteilen durchgeführt. Nach und nach erfolgen die Auftragsvergaben", versicherte der Bauamtsleiter. Aktuell werden weiterführende Sanierungsarbeiten für die Jahre 2019 und 2020 geplant. Zur exakten Kostenermittlung für den Haushalt 2019 schlug Straubel eine Besichtigung durch den Bauausschuss im Sommer 2018 vor.
Gemeinderat Norbert Seitz machte auf erhebliche Rissbildungen der Teerdecke im ersten Bauabschnitt des Hühnerbergsweges in Tiefenlauter aufmerksam. Hier müssten unbedingt Maßnahmen erfolgen, um weiteren Schäden vorzubeugen.

Bei einer Feuerwehrübung in Rottenbach mit Wasserentnahme aus dem öffentlichen Netz sei es zu erheblichen Problemen mit dem Leitungsdruck gekommen, gab Gemeinderat Martin Flohrschütz zu verstehen. Gemeindegeschäftsführer Hans Frieß informierte, dass es dazu bereits Prüfungen des Sachverhalts mit der SÜC gegeben habe. "Wir sind intensiv an der Sache dran und nehmen die Situation sehr ernst", versicherte auch der Erste Bürgermeister.

Bekanntgaben:
- Wie Straubel informierte, habe es im März erneut Probleme im OVF-Verkehr gegeben, am Morgen des 20. März seien Busse zweimal gar nicht gefahren. Daraufhin fand ein Gespräch mit dem Landrat und der OVF statt. Seitens des Busunternehmens und des neuen Geschäftsführers sei zuverlässig Besserung versprochen worden.
- Im Bereich des Biberdammes zwischen Neukirchen und Tremersdorf drohten Bäume auf die Kreisstraße zu stürzen. Sie sind durch den Gemeindebauhof entfernt worden.
- Bezüglich des defekten Brückengeländers in Tremersdorf wurde nochmals das Landratsamt kontaktiert. Eine Firma war bereits beauftragt worden, den Schaden zu beheben.
- Die Arbeiten am Spielplatz in Neukirchen stehen kurz vor dem Abschluss, erklärte Straubel auf Anfrage von Wolfgang Zapf aus der letzten Gemeinderatssitzung.
- Zur Gestaltung des neuen Mehrgenerationenspielplatzes lädt der Bürgermeister nochmals zur Bürgerbeteiligung am Montag, 9. April, um 18 Uhr in die Mittelschule am Lauterberg ein.
- Die Gemeinde wird sich an der FSJ-Stelle des TSV Unterlauter beteiligen. Der Einsatz erfolgt ab September.
- In der Offenen Ganztagsschule ist der Praktikant Maximilian Lorang eingestellt worden. Er wird dort bis September tätig sein.
- Für den zünftigen Abend zum Gemeinde- und Feuerwehrjubiläum hat die Schlosskapelle Erlach zugesagt. Für die Festrede wurde eine Anfrage an den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder gestellt.
- Bis Ende Februar hat der Bauhof Ausforstungsarbeiten durchgeführt. "Hierbei handelte es sich um notwendige Maßnahmen und nicht um Willkür", erklärte der Bürgermeister.
- Im Rahmen der Ferienprogramme wurde die Aktion "Die Geschichte vom goldenen Boden - Handwerk und andere Berufe hautnah erleben" gestartet. Damit will die Gemeinde bereits die Kinder an handwerkliche Berufe spielerisch heranführen. Zur Auftaktveranstaltung seien 14 Teilnehmer total begeistert gewesen, freute sich Sebastian Straubel.
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