Gossenberg
Verkehrslandeplatz

Landwirte sagen der Projektgesellschaft den Kampf an

Als Alternative zum Flugplatz in Neida könnten die Planer der Projektgesellschaft den Standort Gossenberg ins Auge fassen - zum Missfallen der Landwirte.
Artikel drucken Artikel einbetten
Auch die Halle der Familie Wachsmann müsste weichen: Felix Wachsmann (links) zeigt seinen Berufskollegen Helmut Schick, Helmut Ehrlich, Wolfgang Schultheiß, Sebastian Schultheiß, Markus Taschek und Bernd Göhring (von links) die Auswirkungen, wenn bei Gossenberg ein Verkehrslandeplatz entstehen würde. Foto: Michael Stelzner
Auch die Halle der Familie Wachsmann müsste weichen: Felix Wachsmann (links) zeigt seinen Berufskollegen Helmut Schick, Helmut Ehrlich, Wolfgang Schultheiß, Sebastian Schultheiß, Markus Taschek und Bernd Göhring (von links) die Auswirkungen, wenn bei Gossenberg ein Verkehrslandeplatz entstehen würde. Foto: Michael Stelzner
Die Landwirte aus dem südlichen Landkreis Coburg machen sich große Sorgen. Nachdem sie aus dem Tageblatt erfahren mussten, dass der schon früher in Betracht gezogene Standort für einen künftigen Flugplatz am Ulrichstock, zwischen Gossenberg, Wohlbach und Krumbach gelegen, wieder aktuell wird, haben sie jetzt ihren erbitterten Widerstand gegen diese Idee angekündigt.

Im Gespräch mit dem Tageblatt zeigten sich die Landwirte überzeugt: Weil der geplante Flugplatz in Neida aus verschiedenen Gründen kaum realisierbar sein dürfte, suchen die Planer der Projektgesellschaft nach alternativen Standorten. "Gossenberg ist wieder im Gespräch und wir beobachten dies mit großer Sorge", sagte Wolfgang Schultheiß, stellvertretender Kreisobmann im Bayerischen Bauernverband. Dabei sprach er für die sieben betroffenen Landwirte, die rund um den Ulrichstock in der Flur von Gossenberg ihre Felder bewirtschaften. Die Zahlen, die Raum stehen, machen Wolfgang Schultheiß & Co. Angst. Der neue Verkehrslandeplatz dürfte eine Fläche von rund 100 Hektar verschlingen. Derzeit sind rund 80 Prozent der infrage kommenden Grundstücke in Besitz der sieben Landwirte, die diese Flächen auch bewirtschaften. Bei fast allen Betroffenen handelt es sich um Vollerwerbslandwirte.


"Der Boden am Ulrichstock gehört zu den besten Gebieten in ganz Nordbayern", erklärte Wolfgang Schultheiß.

Ein Verlust landwirtschaftlicher Flächen dort sei kaum auszugleichen. Damit sei klar, dass den Landwirten mit dem Bau eines Verkehrslandplatzes die Erwerbsgrundlage genommen werde. Aber es geht nicht nur um Ackerland: Eine Mehrzweckhalle der Familie Wachsmann, die um einen Rinderstall erweitert werden soll, müsste dem Bauvorhaben weichen. Die Gossenberger Landwirte sind sich deshalb alle einig: Sie sind auf keinen Fall dazu bereit, ihre Grundstücke zu verkaufen. Denn das Land ist nicht vermehrbar. Wolfgang Schultheiß drohte offen: "Es geht um unsere Existenz, die wir auch für die nachkommende Generation sichern wollen. Wir haben keinerlei Alternative: Deshalb müssen sie uns schon enteignen." Dann werde es einen Verkehrslandeplatz auf gestohlenem Land geben.

Grundsätzlich zweifelte der stellvertretende BBV-Kreisobmann an, dass Coburg angesichts seiner guten Infrastruktur überhaupt einen Flugplatz braucht. "So viel Natur und landwirtschaftliche Fläche zu zerstören, nur damit wenige eine halbe Stunde früher zu Hause sind" - das könne er wahrlich nicht verstehen.


Die vor zehn Jahren gegründete Bürgerinitiative könnte reaktiviert werden

Dabei ist die Situation der Landwirte rund um den Ulrichstock eher gut. Das Weiterbestehen der Betriebe ist durch junge nachfolgende Landwirte gesichert. Viele haben eine landwirtschaftliche Ausbildung und haben oder streben ihren Landwirtschaftsmeister an. Für die Gossenberger ist klar, dass die Bürgerinitiative - die vor zehn Jahren gegründet wurde - bei Bedarf sofort wieder aktiviert werden könne. "Landwirtschaft ist mehr als Landwirtschaftspflege. Wir brauchen auch etwas zu essen", verwies Schultheiß auf die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Neubaus. Ganz zu schweigen vom Lärm für die angrenzenden Ortschaften, der Zerschneidung der Flächen sowie dem Verlust eines kompletten Jagdreviers.

Das Fazit von Wolfgang Schultheiß: "Die Planer der Projektgesellschaft Verkehrslandeplatz Coburg werden es bei uns nicht einfach haben." Die Landwirte aus der Region seien fest entschlossen, sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen den Verkehrslandeplatz zu wehren.


Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren