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Landestheater Coburg: Trio wetteifert um Kluttig-Erbe

Wer wird neuer Generalmusikdirektor am Landestheater? Harish Shankar, Johannes Klumpp und Moritz Gnann stellen sich zwischen Oktober und Dezember jeweils mit öffentlichen Dirigaten in der Oper und im Konzert vor.
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Ein Bewerber-Trio hat die Chance, im Herbst 2020 die Nachfolge von Roland Kluttig als Generalmusikdirektor am Landestheater Coburg anzutreten. Harish Shankar, Johannes Klumpp und Moritz Gnann  werden sich dabei als Konzertdirigenten dem Publikum ebenso vorstellen wie dem Philharmonischen Orchester.Foto: Sebastian Buff
Ein Bewerber-Trio hat die Chance, im Herbst 2020 die Nachfolge von Roland Kluttig als Generalmusikdirektor am Landestheater Coburg anzutreten. Harish Shankar, Johannes Klumpp und Moritz Gnann werden sich dabei als Konzertdirigenten dem Publikum ebenso vorstellen wie dem Philharmonischen Orchester.Foto: Sebastian Buff
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Intendant Bernhard F. Loges steht in den nächsten Monaten vor einer spannenden Personalentscheidung. Wer soll die Nachfolge von Roland Kluttig als Generalmusikdirektor in Coburg antreten?

Nachdem Coburgs Prinzipal nach Beratungen mit dem Orchestervorstand bis zum Sommer schon die Vorauswahl eines Aspiranten-Trios aus insgesamt 96 Bewerbern getroffen hatte, stehen nun auch die Termine fest. Harish Shankar wird sich im Oktober, Johannes Klumpp im November und Moritz Gnann im Dezember jeweils mit einem Sinfoniekonzert-Programm sowie vorangehendem Concertino dem Orchester wie auch dem Coburger Publikum auf dem Konzertpodium vorstellen. Zudem werden alle drei Aspiranten je eine Vorstellung von Georges Bizets "Carmen" dirigieren.

Nach der ersten Auswahlrunde hatte sich Intendant Bernhard F. Loges sehr angetan gezeigt von der großen Zahl an Bewerbern. Seine Vorstellungen, welche Anforderungen der Kluttig-Nachfolger erfüllen soll, sind unmissverständlich: "Wir suchen jemanden, der nicht nach zwei Jahren wieder geht. Ich wünsche mir jemanden, der sagt: Ich will das Orchester prägen." Mindestens fünf Jahre, so die Vorstellung des Intendanten, soll der Kluttig-Nachfolger in Coburg bleiben.

Zwei der drei Kandidaten sind in Coburg bereits persönlich bekannt: Johannes Klumpp und Moritz Gnann. Klumpp hatte mehrfach die Gelegenheit, in Coburg zu dirigieren - in der Oper wie auf dem Konzertpodium. So leitete er ein Sinfoniekonzert im Mai 2014, in dem Konzertmeister Martin Emmerich das Violinkonzert von Erich Wolfgang Korngold interpretierte. Im Juni 2018 kehrte Klumpp im Rahmen des Festivals Klanggrenzen nach Coburg zurück - als Dirigent des Orchester M 18 mit einem interdisziplinären Projekt "We Dance".

Seine künstlerische Ausbildung als Dirigent erhielt Johannes Klumpp an der Hochschule für Musik in Weimar bei Nicolas Pasquet sowie Gunter Kahlert.

Erster Kapellmeister in Coburg

Nach einer Station als 1. Kapellmeister beim Musiktheater im Revier Gelsenkirchen ist Klumpp seit 2013 Chefdirigent des Folkwang Kammerorchesters Essen. Als Gastdirigent arbeitete er mit zahlreichen Orchestern zusammen - etwa mit der Dresdner Philharmonie, den Nürnberger und Münchner Symphonikern und den Düsseldorfer Symphonikern. Er wurde mit mehreren Preisen bedacht.

Moritz Gnann studierte Dirigieren an der Universität der Künste in Berlin sowie an der Musikhochschule Dresden. Weitere Dirigiererfahrungen sammelte er zudem in Meisterkursen bei Andris Nelsons, Donald Runnicles, Simon Rattle und Christian Thielemann. Seine Laufbahn begann er als Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung am Theater Aachen sowie am Teatro Nacional de Sao Carlos in Lissabon.

Am Landestheater Coburg war er 2012 kurzzeitig als kommissarischer Erster Kapellmeister engagiert, bevor als Kapellmeister an die Deutscher Oper Berlin ging. Bis 2018 war Gnann Assistant Conductor beim Boston Symphony Orchester, mit dem er 2016 beim renommierten Tangelwood Music Festival debütierte. Gnann ist als Gastdirigent der Deutschen Oper Berlin verbunden.

Dritter Kandidat für die Kluttig-Nachfolge ist der in Malaysia geborene Dirigent Harish Shankar. Als Preisträger des 6. Internationalen Jorma Panula-Wettbewerbs trat er bisher beispielsweise mit dem Royal Scottish National Orchestra, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, der Jenaer Philharmonie, dem Hallé Orchester Manchester und vielen anderen auf.

Harish Shankar erhielt als Pianist seine Ausbildung an der Musikhochschule Lübeck bei Konstanze Eickhorst. Sein Dirigierstudium absolvierte er an der Hochschule für Musik in Weimar bei Gunter Kahlert. Meisterkurse bei Parvo Järvi, Nicolás Pasquet, Leonid Grin und Mark Stringer folgten. Nach dem Dirigierstudium wirkte er als Chefdirigent des preisgekrönten El-Sistema-Projekts in Peru.jb

Mit diesen Konzerten stellen sich die Coburger GMD-Kandidaten vor

1. Sinfoniekonzert Werke von George Enescu, Zoltan Kodaly, Joseph Haydn und Franz Schubert - Solist: Markus Riepertinger (Trompete); Dirigent: Harish Shankar - Termine: Sonntag, 13. Oktober, 18 Uhr,Montag, 14. Oktober, 20 Uhr, Concertino, Samstag, 12. Oktober, 11 Uhr 2. Sinfoniekonzert Werke von Frederick Delius, Benjamin Britten, Ludwig van Beethoven - Solist: Woongwhee Moon (Violoncello); Dirigent: Johannes Klumpp - Termine: Sonntag, 17. November, 18 Uhr, Montag, 18. November, 20 Uhr, Concertino Samstag, 16. November, 11 Uhr 3. Sinfoniekonzert Werkeov on Bohuslav Martinu, Igor Strawinsky, Felix Mendelssohn Bartholdy - Solist: Martin Emmerich (Violine); Dirigent: Moritz Gnann - Termine: Sonntag, 15. Dezember, 18 Uhr, Montag, 16. Dezember, 20 Uhr, Concertino Samstag, 14. Dezember, 11 Uhr

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