Coburg
Ausblick

Landestheater Coburg bringt Pflegenotstand auf die Bühne

Der junge Regisseur Marten Straßenberg widmet sich mit "Forgotten Things" den Themen Pflege und Alter.
Artikel drucken Artikel einbetten
In der Coburger Reithalle feiert die Schauspielproduktion "Forgotten Things" am Freitag, 29. März, PRemiereFoto: Jochen Berger
In der Coburger Reithalle feiert die Schauspielproduktion "Forgotten Things" am Freitag, 29. März, PRemiereFoto: Jochen Berger
+4 Bilder

Mit "Forgotten Things" kommt ein Stück zum hochaktuellen Thema Alter und Pflege auf die Bühne der Reithalle. Am Freitag feiert "Forgotten Things (Arbeitstitel)" Premiere in der Reithalle des Landestheaters (Beginn: 20 Uhr). Die Grundlage liefert das Theaterstück "Meine Mutter war einundsiebzig und die Spätzle waren im Feuer in Haft" von Felicia Zeller.

Texte, Tanz und Klänge

Gemeinsam mit den Schauspielern Stephan Mertl, Thomas Straus und Kerstin Hänel sowie Mitgliedern des Jugendclubs hat der junge Regisseur Marten Straßenberg einen Theaterabend zum Thema Pflege und Alter entwickelt, in dem neben Felicia Zellers Stück weitere Texte sowie Tanz und Bewegung, Sounds und Video Eingang finden.

Spätestens seitdem ein junger Mann während des letzten Bundestagswahlkampfs vor laufenden Kameras die Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Missstände in der Pflege ansprach, ist das Thema in aller Munde.

Alltag dreier Senioren

Auch Marten Straßenberg hat sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt, mit Überlastung des Pflegepersonals, Zeitmangel und der Rolle der Pflegekonzerne und sich die Frage gestellt, inwieweit es hier noch um den Menschen gehen kann. Aber auch der Aspekt des Sterbens und des Umgangs mit dem Tod in der Gesellschaft interessieren den Regisseur: "Was kann ich vom Tod für das Leben lernen?"

Angereichert mit biografischen Details erzählt die Inszenierung vom Alltag dreier Senioren (gespielt von Kerstin Hänel, Stephan Mertl und Thomas Straus) in einer Altersresidenz. Wir erleben die Bewohner in ihrem letzten Lebensabschnitt, angewiesen auf die Hilfe professioneller Pfleger, die wiederum von Mitgliedern des Jugendclubs des Theaters verkörpert werden.

Konflikte und Komik

Das Recht auf eine individuelle, selbstbestimmte Lebensgestaltung auf der einen Seite, und die reglementierten Abläufe des Heimalltags auf der anderen Seite kollidieren, was Stoff für Konflikte, aber auch für komische Situationen liefert.

Und auch die - abwesenden - Angehörigen erhalten eine Stimme an diesem Ort, der auch Momente der Freude und Platz für persönliche Geschichten bereithält. So erzählt wird die letzte Lebensstation zu einem Ort der Utopie, einem Ort voller Menschlichkeit. "Forgotten Things" in der Coburger Reithalle widmet sich Themen, die uns alle angehen und so werden im Anschluss an die Vorstellungen gemeinsam mit Fachleuten aus den Bereichen Pflege, Gerontologie Publikumsgespräche angeboten.red

Rund um "Forgotten Things" in der Coburger Reithalle

Premieren-Tipp "Forgotten Things (Arbeitstitel) - Frei nach "Meine Mutter war einundsiebzig und die Spätzle waren im Feuer in Haft" von Felicia Zeller; Freitag, 29. März, 20 Uhr, Theater in der Reithalle Coburg

Produktionsteam Inszenierung / Sound / Choreografie: Marten Straßenberg; Bühne und Kostüme: Susanne Wilczek; Dramaturgie: Carola von Gradulewski

Herr Maier: Stephan Mertl

Herr Hoffmann: Thomas Straus

Frau Janus: Kerstin Hänel

Pflegepersonal: Selina Bär, Annetta Chiantone, Saskia Fruntke; Birk Menzel, Mees Menzner, Luca Schenk Vorstellungen 31. März, 2., 12.,13. April, 20 Uhr, 14. April, 18 Uhr, 25. April, 20 Uhr, 28. April, 18 Uhr, 8., 10. Mai, 20 Uhr, 12. Mai, 18 Uhr, 14., 15. Juni, 20 Uhr

Vorverkauf Tickets gibt es in der Tageblatt-Geschäftsstelle (Hindenburgstraße 3 a) und an der Theaterkasse.red

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren