Coburg
Förderverein

Landesausstellung war "ein Segen für Coburg"

Die "Förderer der Coburger Landesstiftung" freuen sich über das großes Interesse an den Kunstsammlungen der Veste.
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Hans-Herbert Hartan und Klaus Weschenfelder zeigen das Reliefmedaillon mit dem Bildnis von Kurfürst Johann Friedrich I. als Jahresgabe für die Kunstsammlungen. Martin Koch
Hans-Herbert Hartan und Klaus Weschenfelder zeigen das Reliefmedaillon mit dem Bildnis von Kurfürst Johann Friedrich I. als Jahresgabe für die Kunstsammlungen. Martin Koch
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Die bayerische Landesausstellung "Ritter, Bauern, Lutheraner" zum 500-jährigen Reformationsjubiläum hat den Kunstsammlungen der Veste Coburg viel überregionale Anerkennung verschafft. Dies war der große Meinungstenor bei der Mitgliederversammlung der "Förderer der Coburger Landesstiftung" am Dienstag auf der Veste Coburg. "Das war ein wirklicher Segen für Coburg", sagte Hans-Herbert Hartan, CSU-Stadtrat und Vorsitzender des Fördervereins. Es sei auch ein guter Erfolg gewesen, dass die Veste Coburg im Zeitraum von zwei Jahrzehnten gleich zweimal Schauplatz einer bayerischen Landesausstellung gewesen sei. Die Landesausstellung 1997 mit dem Titel "Ein Herzogtum und viele Kronen" habe vor 20 Jahren gut 130 000 Ausstellungsbesucher nach Coburg gelockt. Diese Zahl sei im vergangenen Jahr noch übertroffen worden.

Die Mitgliederversammlung der Förderer leitete aber auch einen Abschied ein. Klaus Weschenfelder, seit 2002 Leiter der Kunstsammlungen, geht nächste Woche in den Ruhestand. Coburg verlässt er aber nicht. Sei designierter Nachfolger Sven Hauschke kommt ja quasi aus den eigenen Reihen, er ist bislang für das Europäische Museum für modernes Glas und den Bereich Kunsthandwerk verantwortlich.


Erster Blick in "Schatzkammer Glas"

Eine richtige Verschnaufspause gab es für die Mitarbeiter der Kunstsammlungen nach der Landesausstellung eigentlich nicht. Als die Mitglieder der Förderer am Dienstag einen ersten Blick in die neukonzipierte "Schatzkammer Glas" im Carl-Eduard-Bau warfen, herrschte dort noch Arbeitsatmosphäre. Aber die Schnupperführung durch den baldigen Chef Sven Hauschke weckte die Neugierde auf die Premiere der Schatzkammer in der nächsten Woche.

Da stehen nicht nur einfach wie früher die Objekte einfach so mehr oder weniger kommentarlos in der Schauvitrine. Sie kommunizieren geradezu miteinander. Lichtdesign setzt sie anschaulich in Szene. Schwerpunkt der historischen Glassammlung ist vor allem das Venezianische Glas. Ein großer Teil der Kollektion geht auf die Sammelleidenschaft von Herzog Alfred von Sachsen-Coburg und Gotha, Sohn der britischen Königin Viktoria und ihrem Prinzgemahl Albert von Sachsen-Coburg und Gotha zurück. Auch eine Reliquie der Thüringer Landespatronin Elisabeth wird wieder gezeigt, das Hedwigsglas. Das gehörte dann dem Reformator Martin Luther ab 1541.

Über fast 30 000 Besucher konnte sich im vergangenen Jahr Carsten Ritzau,der Leiter des Naturkundemuseums im Hofgarten, freuen. Dabei war auch eine Begleitausstellung zur Landesausstellung "Fabelhaft! Tiere, Natur und Schöpfung bei Martin Luther". Die Ausstellung lockte in der Advents- und Weihnachtszeit die Besucher an. Seit März läuft die Ausstellung "J.C.M. Reinecke - Des Urmeeres Nautili". Reinecke, einst Leiter des Gymnasiums Casimirianum begründete vor 200 Jahren die Ammonitenforschung in Coburg.

Das Naturkundemuseum entwickelt derzeit zusammen mit der Fakultät Design an der Hochschule Coburg und dem Coburger Designforum Oberfranken neue Gestaltungskonzepte. Ritzau wies auf 21 wissenschaftliche Fachvorträge im vergangenen Jahr hin. 55 Kindergeburtstage wurden im Naturkundemuseum gefeiert, 14 Veranstaltungen gab es im Rahmen von Ferienprogrammen.


Zwei Jahresgaben

Die Förderer hatten wieder Jahresgaben für die Kunstsammlungen im Gepäck. Auf dem Flohmarkt im elsässischen Mühlhausen wurde im Jahr 1997 ein Reliefmedailllon mit dem Bildnis des sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich I. entdeckt. Es wurde nach einem Modell einer Portraitmedaille von Hans Reinhart dem Älteren (1510 bis 1581) geschaffen. Bei der zweiten Jahresgabe handelt es sich um ein Album mit Druckgrafiken und Zeichnungen deutscher und ausländischer Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts. Darunter befinden sich auch Zeichnungen und Karikaturen des Coburger Baumeisters Georg Konrad Rotbarth.


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