Coburg
Fußball

Kreisliga Coburg: Wer tritt in Ketschendorfs Fußstapfen?

Am Wochenende beginnt die neue Serie. Viele Teams rüsten auf, wissen aber noch nicht genau, wo sie stehen. Das Tageblatt wagt eine Standortbestimmung.
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Sie hatten bereits Grund zur Freude: Die Cannone-Brüder vom FC Adler Weidhausen. Der Aufsteiger ist für viele Kreisliga-Insider der "Geheimfavorit" in der am Samstag beginnenden Punktrunde. Während der Älteste des Trios, Marco (rechts), den Klub Richtung TBVfL Neustadt/Wildenheid verlassen hat, wollen Fabio (links) und Spielertrainer Gerado (Mitte) mit ihren "Adlern" auch eine Klasse höher für Furore sorgen.
Sie hatten bereits Grund zur Freude: Die Cannone-Brüder vom FC Adler Weidhausen. Der Aufsteiger ist für viele Kreisliga-Insider der "Geheimfavorit" in der am Samstag beginnenden Punktrunde. Während der Älteste des Trios, Marco (rechts), den Klub Richtung TBVfL Neustadt/Wildenheid verlassen hat, wollen Fabio (links) und Spielertrainer Gerado (Mitte) mit ihren "Adlern" auch eine Klasse höher für Furore sorgen.
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In der am Samstag beginnenden Spielrunde der Kreisliga Coburg-Lichtenfels starten, wie in den letzten Jahren auch, erneut 16 Mannschaften. Darunter mit dem TSV Meeder ein Bezirksliga-Absteiger und drei Aufsteiger aus den Kreisklassen. In unserer großen Kreisliga-Vorschau stehen die Teams im Blickpunkt, denen ein Spitzenplatz zugetraut werden.

Aber wir werfen auch einen Blick auf alle anderen Teams.

TSV Staffelstein

Vor zwei Jahren 5., letzte Saison Platz 4. Der ehemalige Bezirksligist am Fuße des Staffelbergs hat sich im Spitzenfeld des Kreisoberhaues etabliert und kann, wenn alles zusammenpasst, vielleicht sogar auf mehr hoffen. Die jüngste Erfolgswelle ist untrennbar mit dem Namen Simon Fischer verbunden, der in der letzten Runde sage und schreibe 39 Mal einnetzte.

Zusammen mit dem ebenfalls höherklassig erfahrenen Spielertrainer Daniel Ritzel führt Fischer eine recht junge Truppe an, deren Entwicklungsprozess noch längst nicht abgeschlossen sein dürfte. Hält sich der Trend, dürfte diese Saison der unbeliebte 3. Platzt rausspringen, eine Position, mit dem sich der TSV mit Sicherheit nicht zufriedengeben dürfte.

TSG Niederfüllbach

Der Vorjahresdritte ist der absolute Topfavorit in der kommenden Spielzeit. Den Relegationsplatz diesen Sommer nur knapp verpasst, will die TSG Niederfüllbach in gut einem Jahr nicht wieder mit leeren Händen dastehen. Der bereits überdurchschnittliche Kreisligakader von Trainer Marcus Scheffler wurde in der Transferzeit spektakulär verstärkt. Vom VfL Frohnlach schließen sich der routinierte Mittelfeldstratege Manuel Friedlein und der torgefährliche und pfeilschnelle Lukas Werner der TSG an. Zudem kommt mit Leonhard Scheler, der für seine Spielintelligenz und Ausdauer bekannt ist, ein weiterer Spieler von einem höherklassigen Team (FC Coburg).

Doch TSG-Mittelfeldspieler Jasper Humpert (ehemals Bezirksliga u.a. für Lettenreuth und Eicha, Landesliga für Frohnlach) weiß die Situation nüchtern einzuschätzen: "Wir sind auf allen Positionen top aufgestellt, was uns ein wenig vom Rest der Liga abhebt. Aber jedes Spiel muss erst gespielt werden und auch andere Teams sind sehr gut besetzt."

SV Großgarnstadt

Niemand war so nah dran wie die Großgarnstadter, erst in der Relgation zur Bezirksliga scheiterte der SV am TSV Meeder und das Ziel Aufstieg musste begraben werden. Dabei sollte die Enttäuschung über den zerplatzten Traum nicht zu lange anhalten in Großgarnstadt: Denn die Entwicklung der letzten Jahre stimmt auf alle Fälle.

In den abgelaufenen vier Spielzeiten konnte sich der SV stets tabellarisch verbessern (2016 11., 2017 10., 2018 8., 2019 2.) Hält dieser Trend auch weiterhin an, muss sich nicht um eine nervenaufreibende Relegation gesorgt werden. Trainer Stefan Bergmann kann auf eine sehr ausgeglichene Mannschaft setzen, deren große Stärke in der Ausgewogenheit zwischen Offensive und Defensive liegt. Außerdem hat sich der SV punktuell verstärkt, mit Nabiel Fitni von Haarbrücken kommt beispielsweise ein treffsicherer Stürmer aus der Kreisklasse nach Großgarnstadt.

TSV Heldritt

Auch der TSV Heldritt zählt durchaus zu den ambitionierten Teams der Kreisliga. Als Aufsteiger schloss man die vergangene Spielrunde auf einem ordentlichen 7. Platz ab. Fabian Fischer, der zusammen mit Lukas Scheler als Spielertrainer agiert, möchte dieses Resultat in der kommenden Saison bestätigen. Durch guten Zusammenhalt und konsequente Weiterentwicklung der Eigengewächse sei auch im zweiten Jahr in der Kreisliga vieles möglich, so Fischer.

Auf ein festes Spielkonzept will sich der ehemalige Spieler vom VfL Frohnlach aber noch nicht festlegen: "Tatsache ist, dass wir offensiven Fußball spielen wollen", erklärt Fischer, der sich zudem eine bessere Chancenverwertung zur neuen Saison wünscht.

Mit Jens Rottmann verlor der Kader zwar eine Offensivkraft an den Lokalrivalen FC Bad Rodach, doch der Spielertrainer sieht seine Mannen gut gerüstet: "Unsere Jungs sind lernwillig und flexibel, so kann wieder eine gute Platzierung für uns herausspringen!"

VfB Einberg

Die Mannschaft von Thomas Schulz sollte auch diese Saison jeder auf der Rechnung haben, wenn es um die Spitzenplätze der Kreisliga geht. Seit Jahren gehört das Team aus dem Rödentaler Stadtteil zu den Topteams der Liga. Für den ganz großen Wurf reichte es bisher allerdings nicht - noch nicht.

Aus internen Kreisen ist das bescheidene Ziel obere Tabellenhälfte bekannt. Dabei setzt sich die Mannschaft aus einem guten Mix routinierter Spieler wie Philipp Friedrich und hungrigen Jungen wie Jannik Weyhersmüller (elf Tore in der Vorsaison) zusammen. Eine interessante Personalie für die Einberger dürfte sicherlich Kevin Skiba sein, der es vergangene Runde verletzungsbedingt nur auf acht Einsätze (fünf Tore) brachte. Der Stürmer gehört seit Jahren zu den treffsichersten Spielern der Liga und wird dem VfB sicherlich diese Saison dabei helfen, oben mitzuspielen.

TSV Meeder

Ein mickriger Zähler aus den letzten vier Saisonspielen hätte für den Klassenerhalt in der Bezirksliga gereicht. Aber Pech und Unvermögen ließen den TSV Meeder in die Relegation rutschen, in der man schließlich an Buttenheim scheiterte. Nach dem bitteren Abstieg verließen mit Leon Schultheiß (Sonnefeld), Kolja Wunsch (Weidach), Florian Schubert (Oberlauter), Tim Knoch und Tom Thiel (beide Sylvia Ebersdorf) gleich fünf Stammspieler den Verein. Zudem wird der ehemalige Kapitän Pascal Wächter kürzertreten.

Für den sportlichen Leiter Dieter Sommer keine leichte Situation, wie er auf Nachfrage bestätigt: "Wir sind mitten im Umbruch, versuchen unsere Nachwuchsspieler gerade zu integrieren." Eine Sensationssaison wie vor zwei Jahren, als nach dem Abstieg der direkte Wiederaufstieg und der Pokalsieg gelang, bräuchte niemand zu erwarten, so Sommer. Trotz aller berechtigter Zurückhaltung ist der Kader des TSV Meeder gerade in der Breite gut aufgestellt. Dafür sorgt auch das sportliche Comeback der Veteranen Simon Schiller und Christian Maisel in der 1. Mannschaft.

FC Adler Weidhausen

Alles andere als gewöhnliche Aufsteiger sind die Adler aus Weidhausen. In der Vorsaison ließ der FC in der Kreisklasse 1 nur sechs Zähler liegen und kürte sich mit wahnwitzigen 24 Punkten Vorsprung vor dem Mitaufsteiger von der SG Mönchröden II/ SG Rödental I zum souveränen Meister. Darüber hinaus hat man sich unter anderem mit Kai Müller (Mönchröden) und Daniel Jahn (Marktzeuln) abermals namhaft verstärkt. Sie stoßen zu einem Kader, der mit dem ehemaligen Mönchrödener Kapitän Patrick Wicht, den Cannone-Brüdern und den Torjägern Maurizio Turturro und Jan Weihermüller ohnehin schon hochkarätig besetzt war.

Für viele Insider der Kreisliga gilt der FC sogar als diesjähriger Geheimfavorit, falls von "geheim" aufgrund des prominent besetzten Kaders und der überragenden Vorsaison überhaupt noch die Rede sein kann!

(SG) TSV Mönchröden II/SG Rödental I

In der Relegation gegen Coburg Locals erfolgreich, sicherte sich die Spielgemeinschaft von Mönchröden und Rödental das Kreisliga-Ticket. Zuvor spielte das Team von Spielertrainer Setkin Killic in einer starken Kreisklasse 1 eine überzeugende Runde und kam als Zweitplatzierter ins Ziel. Wie in einer Bezirksliga-Reserve üblich tummeln sich einige Talente im Kader des Aufsteigers, zudem verfügt die SG mit Benedikt Carl und Kamran Mirzazadeh über zwei ausgewiesene Torjäger, die während der vergangenen Spielzeit zusammen 41 Tore schossen. Die Schlagkraft der jungen Truppe hängt auch davon ab, wie sich die Erste des TSV in der Bezirksliga schlägt und ob dort alle Spieler verletzungsfrei bleiben.

SF Unterpreppach

Im Duell der Aufsteiger am 1. Spieltag bekommt es die Spielgemeinschaft mit den Sportfreunden aus Unterpreppach zu tun. Die schickten vor wenigen Spielzeiten noch zwei Mannschaften in unterschiedlichen Kreisklassen an den Start, eine Rarität im Spielkreis. Mittlerweile ist die Reserve in die A-Klasse abgestiegen, während der Ersten mit dem Aufstieg in die Kreisliga ein wahrer Coup gelang. Aufstiegstrainer Konstantin Körner jagt inzwischen in der Landesliga für den VfL Frohnlach dem Ball hinterher, das Traineramt hat Jürgen Lutsch übernommen. Er kann sich vor allem auf die Treffsicherheit von Joseph Weiß und Jonas Ludewig verlassen. Beide waren zu Bezirksligazeiten für den TV Ebern aktiv und markierten in der letzten Runde 29 (Weiß) beziehungsweise 28 (Ludewig) Kreisklassentreffer. Diese offensive Durchschlagskraft sollte auch in Kreisliga-Defensiven für sehr viel Nervosität sorgen.

FC Coburg II

Auf einem sehr respektablen 5. Tabellenplatz kam die Landesliga-Reserve der Vestestädter vergangene Saison ins Ziel. Der Kader hat ein sehr junges Durchschnittsalter und ein hohes Potenzial, doch er muss auch die Abgänge von zehn Spielern verkraften. Vordergründig dürften weitere Jungenspieler nachrücken, die die frei gewordene Kaderplätze in Anspruch nehmen.

Die fehlende Erfahrung und die zahlreichen Abgänge dürften es dem FC Coburg II schwer machen, die Topplatzierung aus der Vorsaison zu bestätigen. Vieles wird auch davon abhängen, wie sich die Erste in der Landesliga schlägt und welche Spieler für die Reserve abgestellt werden.

TSVfB Krecktal

Beim Fusionsverein aus Gemünda und Autenhausen ist das erklärte Ziel, die anstehende Kreisligasaison im gesicherten Mittelfeldplatz abzuschließen. Hauptgrund für die verhaltene Zielsetzung dürfte sicherlich der schmerzhafte Abgang von Schlüsselspieler Maximilian Tranziska zu Sylvia Ebersdorf sein. "In vielen Partien war unser Spiel stark auf Maximilian fokussiert", sagt auch Spielertrainer Daniel Frembs.

Dieser hofft die entstandene Lücke mit Spielern aus den eigenen Reihen zu schließen: "Wir wollen unsere Jungs sportlich und menschlich voranbringen, sie sollen Verantwortung übernehmen." Auch von den Neuzugängen zeigt sich Frembs, ehemals für Eicha in der Bezirksliga aktiv, begeistert. Weitere wichtige Bausteine im Team sind Patrick Paul und Manuel Frembs, der Bruder von Daniel. Die beiden, ebenfalls höherklassig aktiv gewesen, bilden die Schaltzentrale der Krecktaler.

SV Bosporus Coburg

Auch Bosporus Coburg musste seinen Schlüsselspieler gen Ebersdorf ziehen lassen. Mit Tunahan Özer verliert die Mannschaft einen technisch beschlagenen Mittelfeldakteur. Seinen Weggang versucht Bosporus mit der Verpflichtung von Sedat Celik zu kompensieren, der vom TSV Mönchröden zurückkehrt. Daneben konnte sich der SV auch Dienste von Miguel Malaj (ebenfalls Mönchröden) sichern, der seine Torgefährlichkeit bereits in der Saison 2016/17 unter Beweis stellte, als er für die Reserve des FC Coburgs in 27 Spielen 24 Tore erzielte. Insgesamt vertraut Bosporus in der neuen Spielzeit auf einen sehr erfahrenen Kader. Der Vorjahresachte wird versuchen, dieses Endergebnis heuer zu bestätigen.

TSV Grub am Forst

Der letztjährige Aufsteiger hat die Kreisliga nach einem furiosen Endspurt über die Relegation halten können. Am Ende betrug der Vorsprung zum direkten Absteiger aus Heilgersdorf nur zwei Punkte. Der Klassenerhalt dürfte somit auch dieses Jahr das oberste Ziel der Gruber sein.

Trainer Oliver Bernhardt freut sich über fünf Neuzugänge, die den Kader vor allem in der Breite verstärken. Allerdings verlor die Bernhardt-Elf mit Sergen Koc einen talentierten Stürmer, der fortan für Ketschendorf in der Bezirksliga auf Torejagd geht. Das Team setzt sich dennoch weiterhin aus entwicklungsfähigen Spielern zusammen. Die Gruber werden weiterhin an ihrer Offensivkraft arbeiten müssen, denn in acht Spielen blieb man letzte Saison ohne eigenen Treffer.

TV Ebern

Der langjährige Bezirks- und Bezirksoberligist hat sich im Mittelfeld der Kreisliga etabliert. Nach einem 7. Platz in der Saison 2017/18 stand vergangene Runde der 8. Rang zu Buche. Der neue Trainer Ralf Baum kann sich also auf die Zusammenarbeit mit einem Team freuen, das weiß, was es braucht, um in der Kreisliga zu bestehen. Mit Julius Zettelmeier, gerade einmal 21 Jahre jung, besitzt der TV auch einen torgefährlichen Stürmer. In der abgelaufenen Spielzeit war zwölf Mal erfolgreich.

Auch bei Ebern tummeln sich einige Talente, die eine vielversprechende Zukunft haben dürfen. Mit Johannes Fischer verließ zwar eine zuverlässige Säule der vergangenen Jahre den Verein Richtung Staffelstein. Dennoch sollte mit dem TV in der oberen Tabellenhälfte zu rechnen sein.

TSV Pfarrweisach

Nachdem im Jahr 2018 fast der Aufstieg in die Bezirksliga gelang und erst in der Relegation Endstation war, spielten die Pfarrweisacher eine für ihre Verhältnisse ernüchternde Saison. Ganze sechs Schlappen setzte es zum Auftakt. Danach konnte sich das Team von Spielertrainer Daniel Schneidawind aber fangen und die Runde in relativen ruhigen Gewässern auf Platz 10 abschließen.

Schneidawind wird auf dem Trainerposten nun von Steffen Deringer abgelöst, bleibt dem TSV aber als Spieler erhalten. Der Ausnahmekönner ist seit Jahren die größte Stütze der Mannschaft, wohl kein Spieler ist ligaweit wichtiger für sein Team. Dazu gesellen sich mit Sebastian Pecht (25 Tore) und Florian Pecht (15 Tore) zwei treffsichere Angreifer. Pfarrweisach dürfte nach der Enttäuschung der Vorsaison wieder zu den Topteams der Liga gehören.

SV Türkgücü Neustadt

Als Saisonziel haben die Neustadter bereits den Klassenerhalt ausgegeben. Die Nachfolge des abgewanderten Spielertrainers Sinan Bulat übernehmen Huseyin Güdek und Ali Civelek. Andere Abgänge hat der letztjährige Aufsteiger indes nicht zu verzeichnen und so hofft man, die fußballerische Entwicklung weiter vorantreiben zu können. Auffälligster Akteur von Türkgücü dürfte mit Sicherheit der dribbelstarke Civelek sein, der bereits für den VfL Frohnlach höherklassig spielte. Daneben ließen die Neustadter bereits mehrmals verlauten, dass sie in dieser Saison verstärkt an einem besseren gegenseitigen Umgang mit Gegnern, Zuschauern und Schiedsrichtern arbeiten wollen. Fazit unserer Kreisliga-Serie: Viele bekannte Gesichte, aber auch neue Namen: Darauf dürfen sich die Fans der höchsten Liga des Spielkreises in der kommenden Saison freuen. Insgesamt ist wieder eine sehr ausgeglichene Liga und ein spannender Meister- und Abstiegskampf zu erwarten.

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