Coburg
Verwaltungssenat

Kostenloses Internet in Coburg: Welcher Anbieter soll es sein?

Die Stadt Coburg will für Besucher der Innenstadt kostenlosen Internetzugriff einrichten. Dazu stehen diverse Möglichkeiten und Anbieter zur Wahl. Klar ist, die Einrichtung wird die Stadt in jedem Fall Geld kosten.
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Kostenlos surfen auf dem Marktplatz? Das möchte die Wählergemeinschaft Pro Coburg Touristen und Bürgern anbieten. Foto: Barbara Herbst / Fotomontage: Michael Beetz
Kostenlos surfen auf dem Marktplatz? Das möchte die Wählergemeinschaft Pro Coburg Touristen und Bürgern anbieten. Foto: Barbara Herbst / Fotomontage: Michael Beetz
Der Antrag ist nicht mehr ganz neu. Die Stadt Coburg solle kostenloses W-Lan für jedermann anbieten, hatten die beiden Stadträte Jürgen Heeb und Peter Kammerscheid schon im Oktober 2013 namens der Wählergemeinschaft Pro Coburg gefordert. Gerade bei jungen Leuten und Touristen, die Coburg besuchen, könnte die Stadt damit effektiv Eigenwerbung betreiben, so die Begründung. Am Montag befasste sich der Verwaltungssenat mit dem Antrag.

Arno Feiler vom Amt für Informations- und Kommunikationstechnik, das in dieser Angelegenheit die Federführung hat, stellte verschiedene Möglichkeiten vor, wie die Stadt Coburg kostenlosen Internetzugang in der Innenstadt zur Verfügung stellen könnte.

Zum einen ließe sich die bereits bestehende Infrastruktur von süc//dacor nutzen - das Unternehmen hat vier sogenannte Hotspots: beim Aquaria, Josiasgarten/Stadtcafé, am Markt und im Kongresshaus.
Wollte die Stadt diese Hotspots nutzen, bräuchte sie ein getrenntes Glasfasernetz, entsprechende Sicherheitssysteme und sie müsste Leitungsmiete bezahlen. Zusätzlich müsste an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr ein Mitarbeiter bereit stehen, falls ein Nutzer Hilfe bräuchte, und die Stadt müsste selbst als Internetanbieter fungieren. In Euro ausgedrückt kämen bei fünf Standorten jährlich rund 45 000 Euro Kosten auf die Stadt zu.

Teuer und nicht mehr zeitgemäß

Abgesehen davon müssen Nutzer der süc//dacor-Hotspots "Tickets" kaufen, um Zugang zu erhalten. "Das ist nicht mehr zeitgemäß", kritisierte Jürgen Heeb diese Variante. "Mit ungefähr fünf Euro pro Tag ist der Preis viel zu hoch. Da wundert es mich nicht, dass die Nachfrage eher gering ist."

Die Telekom unterhält in Coburg 13 Hotspots im Außen- und fünf im Innenbereich, die, wie Jürgen Heeb erläuterte, in erster Linie für Telekom-Kunden aufgebaut wurden. 30 Minuten kostenloser Internetzugang pro Hotspot und Tag würde die Stadt Coburg 79 Euro kosten. Bei sieben bis acht Standorten käme aufs Jahr gerechnet schnell ein sechsstelliger Betrag zusammen. Hubertus Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha (CSU) konnte das mit Blick auf günstige Handy-Flatrates kaum glauben. "Viel zu teuer!"

Deutlich gefälliger klingt dagegen das Angebot von Kabel Deutschland, das in Coburg derzeit vier Outdoor- und zwei Indoor-Hotspots anbietet. Im Außenbereich wären 30 Minuten täglich für die Stadt Coburg kostenlos, im Innenbereich würde der Zugriff pro Hotspot 29,95 Euro kosten, steht dafür aber 24 Stunden zur Verfügung. "Wir müssten einige Zugriffspunkte anbringen lassen", so Feiler. "Aber Kabel Deutschland wäre gern dabei."
Wer auch immer letztendlich Partner der Stadt wird, auf der Startseite müsse auf jeden Fall die Stadt Coburg für sich werben, forderte Heeb. "Das muss ganz klar in der Hand der Stadt bleiben."


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