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Coburg
Analyse

Kommunalwahl Coburg: Wahlplakate im Check

Was die Plakate zur Kommunalwahl über Kandidaten verraten - oder verschweigen.
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Im Dschungel der Coburger Wahlplakate - hier ein Blick in die Hindenburgstraße.Foto: Jochen Berger
Im Dschungel der Coburger Wahlplakate - hier ein Blick in die Hindenburgstraße.Foto: Jochen Berger
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Sind Wahlplakate lediglich eine spezielle Form von Werbeträgern? Oder vielleicht auch ein ästhetisches Problem? Mit dem offiziellen Beginn des Kommunalwahlkampfes jedenfalls hat sich die Coburger Innenstadt in den Ort eine Freiluftausstellung verwandelt. Von zahllosen Laternenmasten, aber auch von riesigen Stellwänden grüßen lächelnde Politikergesichter.

Was verrät die Bildsprache

Das gestalterische Spektrum ist weit - von bieder konventionell bis einfallsreich und hintersinnig. Wer derlei Plakate nicht grundsätzlich als optisches Ärgernis brandmarken will, sondern als temporäre Begleiterscheinung demokratischer Meinungsbildungsprozesse vor Wahlen wahrnimmt, kann interessante Aspekte der jeweils gewählten Bildsprache entdecken.

CSU

Die CSU hält sich vor allem an der typische CSU-Design und verzichtet darauf, die Wähler durch allzu konkrete Aussagen zu verwirren. "Coburg gestalten" - mehr ist nicht zu erfahren auf den Plakaten von OB-Kandidat Christian Meyer.

SPD

An das typische Partei-Design hält sich auch die SPD. Ihr Kandidat Dominik Sauerteig aber versucht sich immerhin eine Spur konkreter als Meyer und verkündet mit geschultertem Fahrrad: "Denken und lenken. Chancen nutzen". Die Vokabel Chancen hat es Sauerteig offenkundig angetan. Denn die nächste Plakatvariante textet: "Unser Coburg - Stadt der Chancen".

CSB

CSB-Kandidat Christian Müller ist in gleichsam staatsmännischer Pose abgelichtet: Blick nach vorne, die Arme geöffnet. Botschaft: "Mit Erfahrung und Weitblick".

Pro Coburg

Die Wählergemeinschaft Pro Coburg vertraut auf wechselnde Slogans, mit denen die beruflichen Fähigkeiten der jeweils abgelichteten Bewerber ins Spiel gebracht werden. Bei Spitzenkandidat Thomas Apfel, der bislang als Radiomacher Erfahrungen sammelte, bleibt die Botschaft sehr allgemein: "Coburg kann mehr!"

Die Grünen

Ina Sinterhauf, die OB-Kandidatin der Grünen, setzt vor allem auf die Imagewirkung der Plakatfarbe Grün und auf das Thema Fahrrad. Unter dem Slogan "Grüne Lösungen für Coburg" fordert sie "Aufs Rad setzen" und lässt sich vor dem Landestheater beim Tandem-Fahren umweltverträglich ins Licht rücken. Mit dem Slogan "Jugend stark machen" und einem Mädchen an einer Kletterwand haben die Grünen auch die Jung-Wähler im Visier.

FDP

Die Coburger Liberalen vertrauen auf die Signalwirkung der typischen FDP-Farben und haben auffällig viele Masten mit ihren Plakaten belegt. Ihre Strategie: OB-Kandidat Michael Zimmermann posiert mit wechselnden Kandidaten und entsprechend veränderten Slogans. Dieses Konzept ähnelt dem der Wählervereinigung Pro Coburg. Selbstironisch oder übertrieben selbstbewusst? Mit einem Plakat, auf dem nicht sein Porträt, sondern ein Gorilla abgebildet ist, ist Listenplatz-Hinterbänkler Harald Ettel zumindest ein PR-Coup in eigener Sache gelungen - freilich ohne Rücksicht auf die Plakate des FDP-Spitzenkandidaten flächendeckend verbreitet.

Junge Coburger

Die Jungen Coburger vertrauen auf die Werbewirksamkeit von Gruppenbildern mit mit dem reichlich selbstbewusst formulierten Slogan "Bereit für Verantwortung! Und bei Bedarf loben sich die Jungen Coburg auch mal in eigener Sache - preisen sich an als "jung, gebildet, motiviert".

Die Linke

Die Linke verzichtet auf sterile Studio-Aufnahmen ihrer Kandidaten, sondern zeigt sie vor beliebten Coburg-Motiven wie beispielsweise der Veste mit dem Versprechen Politik: Für junge Menschen, von jungen Menschen."

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