Coburg
Klimaschutz

Kommt Tempo 70 auf dem Coburger Nordring?

Wenn eine durchgehende Beschränkung auf Tempo 50 und 70 der Umwelt nützt, soll auf dem Nordring langsamer gefahren werden, beschloss der Verwaltungssenat.
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Die "Stadtautobahn" beim Adamiberg: Hier könnte künftig Tempo 50 gelten. Vorher will der Verwaltungssenat aber messen lassen, ob das die Schadstoffbelastung senkt. Foto: Simone Bastian
Die "Stadtautobahn" beim Adamiberg: Hier könnte künftig Tempo 50 gelten. Vorher will der Verwaltungssenat aber messen lassen, ob das die Schadstoffbelastung senkt. Foto: Simone Bastian

Klimaschutz ist für die Straßenverkehrsordnung kein Anlass für ein Tempolimit. Aber unter anderem damit begründeten Wolfgang Weiß (Grüne), Adelheid Frankenberger (SBC) und Klaus Klumpers (ÖDP) ihren Antrag: Auf der B4 soll künftig auch auf dem Abschnitt von der Frankenbrücke bis nach der Ausfahrt Rodacher Straße Tempo 50 gelten, im weiteren Verlauf bis zur Lauterer Höhe Tempo 70.

Derzeit ist ab der Frankenbrücke 70 erlaubt, kurz nach der Ausfahrt Rodacher Straße dann 100 - bis kurz vor der Ausfahrt Lauterer Höhe.

Es gelte der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, sagte Sandra Geiger (Ordnungsamt) mehrmals in der Sitzung des Verwaltungssenats am Montag: Die B4 sei für das derzeit erlaubte Tempo ausgelegt. Weder beim Lärm noch bei den Abgasen werden die Grenzwerte überschritten werden. Der Verkehr fließe unter den aktuellen Bedingungen relativ gefahrlos. Deshalb gebe es keinen Grund, an den derzeitigen Regelungen etwas zu ändern.

Aus der Stadtverwaltung hatte lediglich Klimaschutzmanager Michael Mosebach den Antrag befürwortet: Die Verringerung der Geschwindigkeit auf Tempo 50 zwischen Frankenbrücke und Lauterer Höhe spare jährlich rund 1000 Tonnen Kohlendioxid (CO 2 ) ein, hatte Mosebach errechnen lassen.

Der Bau- und Umweltsenat hatte die Änderung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit vorige Woche mit sieben gegen zwei Stimmen noch abgelehnt. Im Verwaltungssenat herrschte jedoch eine andere Grundstimmung. "Eine Einsparung ist eine Einsparung, und irgendwo müssen wir anfangen", befand Angela Platsch (Grüne). "Die Schüler demonstrieren, und wir streiten um vier Kilometer Straße? Damit geht die Welt nicht unter, wenn man am Nordring nur 70 fahren darf."

Aber es sollte auch eine verlässliche Grundlage vorhanden sein, ob eine Reduzierung wirklich etwas bringe, sagten mehrere Senatsmitglieder. Deshalb soll nun die Stickstoffdioxidbelastung sowohl bei der jetzt geltenden Regelung erfasst werden als auch bei einer vorübergehend abgesenkten Geschwindigkeit auf der B 4.

Ob die Stadt eine solche Testphase anordnen kann, soll nun das Ordnungsamt in Absprache mit dem Staatlichen Bauamt klären. Denn das ist für die B4 zuständig und damit auch für die Umsetzung der verkehrsrechtlichen Anordnungen, die von der Stadt erlassen werden. Bis Mai soll diese Frage geklärt sein, bis Juli sollen dann laut Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) die Messwerte vorliegen.

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