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Tambach
Idee

Kommt ins Tambacher Schloss eine Eventbrauerei?

Das Kapitel "Jagd- und Fischereimuseum" ist endgültig beendet. Als jetzt Landrat Straubel die Schlüssel des Westflügels zurückgab, dachte der Tambacher "Schlossherr" bereits über neue Nutzungsmöglichkeiten für den Westflügel nach.
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Ein Schloss mit vielen Möglichkeiten: In Tambach ist jetzt der Westflügel frei geworden.Foto: CT-Archiv/Jochen Berger
Ein Schloss mit vielen Möglichkeiten: In Tambach ist jetzt der Westflügel frei geworden.Foto: CT-Archiv/Jochen Berger
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Nachdem das Tambacher Jagd- und Fischereimuseum bereits seit 2014 nicht mehr für Besucher geöffnet ist, erfolgte nun am Freitag die Rückgabe der Räume im Schloss Tambach durch Landrat und Zweckverbandsvorsitzenden Sebastian Straubel an den Hausherrn Heinrich Graf zu Ortenburg. Seit 1995 war der Westflügel des barocken Schlosses Tambach in der Gemeinde Weitramsdorf Heimat für heimische Fische und ausgestopfte Tiere, wie Luchs, Wolf, Uhu und sogar eines Bären.

Das Museum war eine Zweigstelle des Deutschen Jagd- und Fischereimuseums in München und zeigte die kulturhistorische Entwicklung der Falknerei, Jagd und Fischerei von der Steinzeit bis heute. Gezeigt wurden mehr als 600 Objekte, darunter einige seltene historische Jagdwaffen, wie Speerschleuder, Armbrust und Angelgeräte aus der Steinzeit. Aber auch zeitgenössische Darstellungen und Zinnfigurendioramen führten in die Welt der Fischer und Jäger ein. Ein Highlight war die Beobachtungsstation für Fledermäuse.

Exponate wurden verteilt

Betrieben wurde das Jagd- und Fischereimuseum im Schloss Tambach vom gleichnamigen Förderverein. Aus Kostengründen wurde das Museum 2014 zunächst vorübergehend geschlossen. Nachdem kein neuer Betreiber eingesetzt werden konnte und der Vertrag zur Überlassung der Räume im Herbst 2019 ausgelaufen ist, wurde das Museum Ende letzten Jahres komplett geschlossen.

"Alle wichtigen Exponate des Museums gingen an andere Museen oder zurück nach München, wo sie nun im Depot des Deutschen Jagd- und Fischereimuseums gelagert werden", erklärt Tamara Freitag, zuständige Mitarbeiterin für den Zweckverband im Landratsamt. Sebastian Straubel dankte bei der Übergabe Heinrich Graf zu Ortenburg für das Überlassen der Räume über drei Jahrzehnte hinweg sowie den Mitgliedern des Fördervereins, den Verbandsräten und dem Kämmerer des Zweckverbandes, Rüdiger Florschütz, für die Zusammenarbeit. "Natürlich ist es schade, dass das Jagd- und Fischereimuseum geschlossen werden musste, aber die Kosten zur Erhaltung waren einfach zu hoch. In den vergangenen 30 Jahren wurde hier tausenden Kindern wie Erwachsenen interessantes Wissen vermittelt und dafür sage ich ganz herzlich Dankeschön allen Beteiligten", so Straubel.

Heinrich Graf zu Ortenburg warf einen Blick in die Zukunft des Westflügels im Schloss. Dafür hat er sogar eigens ein Exposé erstellt. Ideen für die Nachnutzung der Räume gebe es viele, so könne er sich vorstellen, dass diese von Unternehmen für Tagungen oder auch durch Privatpersonen für feierliche Anlässe genutzt werden. Genauso gut ließe sich die 2000 Quadratmeter große Fläche aber möglicherweise auch in kleinere Einheiten unterteilen, etwa für Büro- oder Praxisräume. Auch Wohnungen seien dort denkbar. "Ich bin offen für Ideen, wer Interesse hat, darf gerne auf mich zukommen", so Graf zu Ortenburg, der - in Anlehnung an das einstige Kloster - mit einem Augenzwinkern auch eine Klosterschänke mit Eventbrauerei als Idee ins Spiel brachte.