Untersiemau
Darstellung

Kleine Figuren erklären Ostern

Gar nicht kitschig, sondern ergreifend wirken Jesu Kreuzigung und Auferstehung aus Kunststoff, aufgebaut von Christian Vollrath.
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Abendmahl Foto: Norbert Karbach
Abendmahl Foto: Norbert Karbach
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Ostern ist nicht nur bunte Eier, Schokoladenhasen und teure Geschenke - Ostern ist vor allem Geschichte - noch dazu eine besondere. Um das in Erinnerung zu rufen, beschritt Christian Vollrath (46) seinen eigenen Weg. Er, der seit seiner Kindheit leidenschaftlicher Sammler von Playmobil-Figuren ist, stellt die Leidensgeschichte Jesus mit den Kunststoff-Anfertigungen aus Zirndorf dar. Ein Diorama (Schaukasten aus Glas) mit sechs Szenen steht derzeit im Eingangsbereich des Kinderhauses "Regenbogen" noch über die Feiertage.

"Pontius Pilatus aber urteilte, dass ihre Bitte geschehe, und ließ den los, der um Aufruhrs und Mordes willen ins Gefängnis geworfen war, um welchen die Hohenpriester baten; aber Jesus übergab er deren Willen."

Vom letzten Abendmahl, über die Verurteilung, dem Kreuzweg, der Kreuzigung, zur Grablege und dem Besuch vor dem leeren Grab erzählt Vollrath mit viel Liebe zum Detail die Geschichte. Die Auferstehung sei schließlich der Hauptgrund, warum wir Ostern feiern, meint er. Die Idee sei ihm Weihnachten 2016 beim Betrachten einer Pyramide des Unternehmens gekommen. Und da sich dessen Produkte so vielfältig zum Kombinieren anbieten, präsentierte der Untersiemauer bereits im vergangenen Jahr Dioramen mit jeweils vier Szenen in der Gemeinde: St. Martin, Nikolaus, das Kornwunder und die Weihnachtsgeschichte.

"Jesus aber sprach: ,Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!‘ Und sie teilten seine Kleider und warfen das Los darum."

Es war nur noch die Frage offen: "Wem zeigt mer's?" Durch die Spielzeugfiguren wurde jedoch die Frage schnell beantwortet. Die evangelischen Kindergärten in der Gemeinde sind der ideale Rahmen. Und die bildlich rübergebrachte Geschichte sei vom Nachwuchs schnell angenommen und begriffen worden. Dazu stellt auch Kinderhausleiterin Brigitte Kappel fest: "In der Ostervorbereitung ist das christliche Fest immer wieder ein Thema bei uns." Seit die Szenen aufgebaut sind, blieben die Kleinen bei jedem Vorbeilaufen bewundernd stehen. Interessiert betrachten sie dabei jede einzelne Station. Und wenn sie von den Eltern abgeholt werden, stünden die kleinen Münder nicht mehr still, erzählt die Leiterin schmunzelnd.

Dadurch werde auch altes Wissen bei manchem Vati und mancher Mutti aus der Versenkung geholt und aufgefrischt. Ein Junge, der bei den Passionsspielen in St. Salvator mitwirkt, macht seine Mutti darauf aufmerksam: "Schau hin, da bin ich auch dabei!" Nach Ostern kommt die geschichtliche Präsentation in Kleinformat und Plastik allerdings leider wieder weg.

"Sie fanden aber den Stein abgewälzt von dem Grabe und gingen hinein und fanden den Leib des Herrn nicht."

Mit den Ausstellungen ist die Leidenschaft von Christian Vollrath noch nicht zufriedengestellt; sie beginnt erst richtig. Wenn es seine Zeit zulässt, werkelt er abends in seinem Reich, dem Dachboden, um neue Objekte vorzubereiten. Wie er erzählt, habe er sich bei Ausstellungen in Schwabach (9./10. Juni) und im Allgäu (in den Herbstferien) angemeldet. Thema: Römer und Ägypter. Dann muss er allerdings weit größere Flächen zusammenstellen, blickt er voraus.


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