Coburg
Tiny Houses

Wenn Baugrundstücke zu klein sind: Tiny Houses bald auch in Coburg?

Für winzige mobile Häuser stellt die Stadt zwei Grundstücke zur Verfügung und will mal testen, ob sich dieser Trend in Coburg ansiedelt.
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Ein sogenanntes Smart House oder Tiny House war im Juli in Coburg zu sehen. Ein Autokran hievte die Behausung vom Sattelschlepper und stellte sie vor dem Kongresshaus Rosengarten ab.  Foto: Christoph Winter
Ein sogenanntes Smart House oder Tiny House war im Juli in Coburg zu sehen. Ein Autokran hievte die Behausung vom Sattelschlepper und stellte sie vor dem Kongresshaus Rosengarten ab. Foto: Christoph Winter
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Im Baugebiet "Mittelberg" im Stadtteil Scheuerfeld und im Wirtsgrund gibt es zwei kleine erschlossene Baugrundstücke. "Mit 285 und 270 Quadratmetern Fläche sind sie zu klein, um dort ein Einfamilienhaus zu bauen", sagt Christina Schug vom Stadtplanungsamt. Um einerseits dem Trend zum Minimalismus, der Flexibilität, dem Downsizing (dt. Verkleinerung) und dem Mehr an Single-Haushalten Rechnung zu tragen, auf der anderen Seite den steigenden Preisen auf dem Immobilienmarkt und der Wohnungsnot zu begegnen, sollen diese beiden Grundstücke mit sogenannten Tiny Houses (dt. Mini-Häusern) bebaut werden können. Im Zeitalter von stark gestiegenen Baupreisen und stark wachsenden Mieten seien solche Tiny Houses eine attraktive Alternative. Auch in Forchheim wurden bereits Prototypen für ein Leben auf 20 Quadratmetern vorgestellt.

Auch fragten immer wieder Menschen bei der Stadt nach derartigen Grundstücken nach, sagt Schug. Die Möglichkeit und Voraussetzung für diese Wohnform stellten Schug und Ute Pflaum (Liegenschafts-Amt) zusammen mit Stadt-Pressesprecher David Schmitt am Freitag im Rathaus vor.

Immer mehr Unternehmen bieten Tiny Houses an. Auf etwa 25 Quadratmetern gibt es eine komplett eingerichtete Wohnung mit modernster Haustechnik, das ganze digital vernetzt und gesteuert. Im Sommer war vor dem Kongresshaus Rosengarten für einige Tage eine solche Behausung zu sehen und zu erleben. Angeliefert per Lkw und aufgestellt mit einem Autokran.

Trend aus den USA

Die ersten mobilen Häuser gab es vor rund 100 Jahren in den USA. In den vergangenen Jahren sind auch hierzulande derartige Projekte entstanden, etwa das Tiny House Village in Mehlmeisel oder Ecovillage Hannover. "Für die Winzighäuser ohne Keller und Dachboden gelten bau- und planungsrechtlich die gleichen Vorschriften wie für konventionelle Einfamilienhäuser", erklärt Christina Schug. Eine Baugenehmigung sei genau so nötig wie der Anschluss an die Ver- und Entsorgung. "So ein Tiny House einfach am Waldrand aufstellen geht nicht, gebaut werden darf im Innenbereich."

Auskunft über das Projekt geben Ute Pflaum (E-Mail: Ute.Pflaum@coburg.de, Telefon 09561/891230) sowie Joachim Träger (E-Mail: Joachim.Träger@coburg.de, Telefon 09561/892613) und Christina Schug (E-Mail: Christina.Schug@coburg.de, Telefon 09561/891614).

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