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Kirchenvorstände: Die Wahl nach der Wahl in Coburg

Die evangelisch-lutherischen Christen sind auch im Dekanat Coburg am 21. Oktober aufgerufen, ihre Kirchenvorstände zu bestimmen. Dafür ist eine ungewöhnliche Werbeaktion angelaufen.
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Werbung für die Kirchenvorstandswahl des Dekanats Coburg am 21. Oktober machten Thomas Radermacher, Dekan Stefan Kirchberger, Krankenhausseelsorgerin Susanne Thorwart, Dekan Andreas Kleefeld, Sylvia Franz und Pfarrer Michael Meyer zu HörsteEdwin Meißinger
Werbung für die Kirchenvorstandswahl des Dekanats Coburg am 21. Oktober machten Thomas Radermacher, Dekan Stefan Kirchberger, Krankenhausseelsorgerin Susanne Thorwart, Dekan Andreas Kleefeld, Sylvia Franz und Pfarrer Michael Meyer zu HörsteEdwin Meißinger
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Die Evangelisch-Lutherische Kirche wird am 21. Oktober ihre neuen Leitungsgremien wählen. In Bayern sind das 1500 Kirchengemeinden, die für die nächsten sechs Jahre ihren Kirchenvorstand (Frauen und Männer der evangelischen Kirche) wählen, damit er ihnen vorangeht.

Im Dekanat Coburg suchen 51 Kirchengemeinden ihre Kandidaten. Und dafür geht das Dekanat ganz neue Wege. Mithilfe eines Würzburgers Werbeunternehmen macht die Kirche auf sich und ihre Anliegen aufmerksam. Menschen sollen mit aussagekräftigen Bildern und ansprechenden Schlagworten gewonnen werden, die Kirchenvorstandswahl der evangelischen Kirche durchzuführen. Falzprospekte mit den Namen und Daten der Kandidaten der jeweiligen Kirchgemeinde, Werbung in den sozialen Medien, Kinowerbung und Großflächenplakate sowie Gemeindefeste, an denen sich die Kandidaten vorstellen und befragen lassen können, stehen den evangelischen Christen als Wahlhilfeorientierung zur Verfügung.

Wie die Coburger Dekane Stefan Kirchberger und Andreas Kleefeld mitteilten, erhalte jeder evangelisch-lutherische Christ im Dekanat Coburg in den nächsten Tagen die Briefwahlunterlagen zugesandt. Unabhängig davon, ist es jedem Gemeindemitglied möglich, auch persönlich im Wahllokal seiner Kirchengemeinde zu wählen. Wählen darf jeder konfirmierte Christ ab 14 Jahren. Die abzugebenden Stimmen richteten sich nach der Zahl der zu wählenden Kandidaten. Anders als auf politischer Ebene könne man seine Stimmen nicht häufeln. Das heißt, ein Kandidat erhält immer nur eine Stimme pro Wähler, so Patricia Goldbach-Keim.

Für die Kirchenwahl-Werbungsaktion ließen sich einige Kandidaten und Verantwortliche der Kirche, die nicht gewählt werden, als sogenannte Werbebotschafter ablichten. Die Kandidaten der jeweiligen Kirchengemeinde werden in den Gemeindebriefen, an Gemeindefesten oder anderen Aktivitäten vorgestellt. Die Markenbotschafter sollen den Gemeindegliedern Lust auf die Kirchenvorstandswahl machen und sie animieren, wählen zu gehen.

Als Werbebotschafter ließ sich die Kindergärtnerin Sylvia Franz unter dem Motto ablichten "Kirche bildet - Das Lachen der Kinder ist ein Geschenk fürs Leben!" Sie fügte persönlich an "Ich bin seit 27 Jahren in der Johanneskirche. Ich habe mich immer gut aufgehoben gefühlt. Ich möchte die Kinder lehren da gibt es einen Pfarrer, da gibt es Wärme , da geht es uns gut, da gehe ich hin!" Die Kitaleiterin betonte weiter "Dafür stehe ich, das hält mich. Wir haben eine breite Auswahl an Leuten, die sich zur Verfügung stellen."

Der Bankkaufmann Thomas Radermacher ist ebenso Markenbotschafter. Er wirbt mit dem Motto "Kirche macht Sinn - Ich kann mich mit meinen Fähigkeiten einbringen!" Er bezeichnet sich als einen der rund 300 Kirchenvorsteher, die zur Wahl stünden. "Ich stehe für die Gemeinde St. Moriz. Es ist eine Vielfalt an Aufgaben, die man zu bewältigen hat. Einen Kindergarten haben wir in der Gemeinde nicht, aber reichlich Kirchenmusik. Von uns macht eigentlich keiner Werbung für sich. Wenn ich gewählt werde, freue ich mich und beteilige mich. Wenn ich nicht gewählt werde, werde ich mich ebenso beteiligen", sagt Radermacher.

Als nicht wählbare Markenbotschafterin erscheint die Krankenhausseelsorgerin Susanne Thorwart auf dem Plakat unter dem Stichwort "Kirche tröstet - Wir sind für Menschen da in Grenzsituationen des Lebens!" Thorwart betonte: "Kirchenvorstände kennen ihre Gemeindegliedersehr genau. Sie bleiben auch mal stehen und fragen nach." Dieses Nachfragen und das daraus erwachsende Vertrauen könnten ebenso in die Seelsorge für das Gemeindeglied führen.

Und auch der Neustadter Pfarrer Michael Meyer zu Hörste ist auf dem Plakat mit "Kirche feiert - Wir feiern mit Ihnen die Feste des Lebens!" abgebildet. Da diese Kirche allerdings nicht seine Neustadter St.-Georgs-Kirche ist, stellt er auf Nachfrage klar, dass er nicht vorhabe, die Gemeinde zu wechseln. Als Werbebotschafter betont er "Die Kirche sehe ich als einen Platz, an dem vieles Platz hat. "

Und so vielgestaltig ist auch die Evangelische Jugend EJOTT. Auf Nachfrage bietet sie Religionsstunden an, um dort über die Kirchenvorstandswahlen zu reden und zu diskutieren. Zudem veranstaltet die EJOTT drei Jugendgottesdienste unter dem Motto "Ich habe die Wahl". Und zwar am 21. September in der Friedenskirche Wildenheid um 18.15 Uhr, am 23. September in der Katharina-von-Bora-Gemeinde Coburg um 17 Uhr und zur Kirchenvorstandswahl am 21. Oktober in der eigenen Kirchengemeinde.

Weitere Werbebotschafter gibt es unter den Stichworten "Kirche klingt - mit Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein"; "Kirche pflegt - mit Pflegefachkraft Jessica Woweries" und "Kirche fördert - mit Heilerziehungspflegerin Katharina Wohlleben".



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