Coburg
Gottesdienste

Kirchenrenovierung: Coburger feiern unter freiem Himmel

Weil die beiden großen Coburger Kirchen St. Moriz (evangelisch) und St. Augustin (katholisch) derzeit renoviert werden, gab es an Heiligabend eine ökumenische Feier auf dem Schlossplatz.
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Regenschirm, Klappstuhl, Taschenlampe: So ausgerüstet verfolgten diese Besucherinnen die ökumenische Christvesper im Innenhof der Ehrenburg.
Regenschirm, Klappstuhl, Taschenlampe: So ausgerüstet verfolgten diese Besucherinnen die ökumenische Christvesper im Innenhof der Ehrenburg.
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Die Engel verkündeten in der Nacht der Geburt Jesu in Bethlehem zwar den Frieden in der Welt, aber selbst im Heimatland Jesu, in Israel und Palästina, herrscht Unfriede. Die Krisen auf unserem Planeten, in Osteuropa, im Nahen Osten, in Afrika, die Sorgen um Hungersnöte und die Ausbreitung von Krankheiten wie Ebola, bestimmten die Themen vieler Predigten und Fürbitten in den Coburger Weihnachtsgottesdiensten. Die evangelischen Christen sammelten am Heiligen Abend für den Wiederaufbau einer abgebrannten Schule in Tansania. Die Katholiken sammelten für Adveniat, das Hilfsprojekte in Lateinamerika unterstützt.

Das besondere in diesem Jahr: Die beiden Hauptkirchen der Stadt, die evangelische Morizkirche und die katholische Augustinkirche sind vorübergehend geschlossen. So rückten die Christen der beiden großen Konfessionen zusammen und feierten im Hof von Schloss Ehrenburg eine ökumenische Christvesper. Dort befand sich bis ins 16. Jahrhundert ein Franziskanerkloster. Die Dekane Christoph Liebst (evangelisch) und Roland Huth (katholisch) sowie Pfarrerin Gertrud Göpfert zelebrierten den Gottesdienst. Der einsetzende Nieselregen war allerdings, salopp gesagt, ein Wettbewerbsvorteil für die Weihnachtsgottesdienste in den anderen Gotteshäusern. Dort war es trocken, und es gab für die meisten Besucher auch einen Sitzplatz.

"Die Friedensbotschaft des Engels auf den Feldern von Bethlehem ist nicht ohne das Bemühen um Gerechtigkeit zu haben", sagte Pfarrerin Göpfert am Schlossplatz. Diese Bemühungen fangen beim Kind in der Krippe an, Jesus sei ein Retter, der selbst die Kinder in die Mitte stelle. "Denn wo Kinder Zukunft haben, da ist Gott schon da." Der Gottesdienst im Schlosshof Ehrenburg wurde vom Posaunenchor St. Moriz unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein musikalisch ausgestaltet.

Volles Haus herrschte bei der Christmesse in der alt-katholischen St.-Nikolaus-Kapelle am Rosengarten. Gott schenke in seinem Sohn Jesus Christus den Menschen alles, was für das Leben wichtig sei. "Für mich heißen die kostbarsten Geschenke, die ich vom Sohn bekomme, Hoffnung, Orientierung und Befreiung", sagte Pfarrer Ulrich Piesche in seiner Predigt. Das Beispiel Jesu gebe Orientierung für den Umgang der Menschen miteinander. Walter Dorn (Orgel) und Maximilian Wangemann (Violine) sorgten für den feierlichen Rahmen des Gottesdienstes, der im Kerzenschein stattfand.

Dekan Andreas Kleefeld stellte in seiner Predigt beim Festgottesdienst am Vormittag des Ersten Feiertages in der Heilig-Kreuz-Kirche fest, dass die Umstände der Geburt Jesu in Bethlehem zunächst recht unspektakulär gewesen seien. "Der Heiland der Welt in die Armut einer Krippe hineingeboren. Ein Mensch, wie Du und ich, einer von uns, einer von den kleinen Leuten." Und doch berichtet der Evangelist, wie die Hirten die frohe Botschaft weitergetragen hätten. Heute hätten sie wohl dafür auch Medien wie Facebook oder Twitter genutzt. Sie verbinden mit der Geburt Jesu den Wunsch nach Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden, nach besseren Lebensverhältnissen. Die Hirten hätten gespürt, dass sich etwas Großartiges ereignet habe. "Zu ihnen ist Gott gekommen", sagte Kleefeld. "Das ist der Wahnsinn."

Der Festgottesdienst wurde von Kantor Sigurd Knopp und den Heilig-Kreuz-Bläsern musikalisch ausgestaltet.





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