Heilgersdorf
Ausbau

Kindergarten Heilgersdorf soll erweitert werden

Die evangelische Kirchengemeinde in Heilgersdorf will ihre Kita erweitern - von jetzt rechnerisch 60 Plätzen auf dann tatsächlich 75.
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Der Eingangsbereich des Heilgersdorfer Kindergartens heute. Hier soll der Anbau entstehen. Foto: Simone Bastian
Der Eingangsbereich des Heilgersdorfer Kindergartens heute. Hier soll der Anbau entstehen. Foto: Simone Bastian
Es herrsche "Handlungsbedarf", sagte der Heilgersdorfer Pfarrer Tobias Knötig am Dienstagabend in der Sitzung des Seßlacher Stadtrats. 60 Plätze sind dem Kindergarten Heilgersdorf derzeit genehmigt, 43 Kinder zwischen einem und sechs Jahren werden derzeit betreut. In Kindergarten-Mathematik sind es sogar 55 Kinder, weil die zwölf Krippenkinder doppelt zählen - erst ab drei Jahren zählt ein Kind als nur ein Kind.

Trotzdem sei das Haus an der Kapazitätsgrenze, sagte Knötig. Denn die 60 Plätze existieren quasi nur in der Genehmigung. "Wir haben ja Gottseidank das Problem des Kinderbooms", weil sich junge Familien im Stadtgebiet niederlassen. Deshalb werde die Zahl der betreuten Kinder in absehbarer Zeit eher wachsen als sinken. Für 2019 sind sogar schon 17 Krippenkinder angemeldet; einige davon stehen auf einer Warteliste. Deshalb soll der Kindergarten auf 75 Plätze ausgebaut werden.

Architekt Johannes Müller präsentierte die Pläne, wie der Kindergarten erweitert werden soll. Angedacht ist, den westlichen Anbau zu vergrößern, einen neuen Eingangsbereich mit Bistro und Mehrzweckraum sowie eine neue Treppe ins Obergeschoss zu schaffen. Oben sollen künftig zwei Kindergartengruppen unterkommen, unten die Krippenkinder, weil dieser Bereich barrierefrei erreichbar ist (für Kinderwagen) und die Kinder direkt ins Freie können. Dem Südgarten wird nichts weggenommen.

Um mehr Parkplätze für Eltern und Beschäftigte zu schaffen, bitten (oder empfehlen) Kirche und Planer, die vorhandene Stichstraße entsprechend zu verbreitern und am Ende einen Wendeplatz zu schaffen.

Kosten soll die gesamte Baumaßnahme ersten Schätzungen zufolge 1,34 Millionen Euro brutto. "Da haben wir auch erst einmal geschluckt", sagte Martin Pietz von der Gesamtverwaltungsstelle des Dekanats Michelau. Er ist für 42 Kindergärten in den Dekanaten Michelau sowie Kronach-Ludwigsstadt zuständig. Andererseits gehe es darum, den Kindergarten "zukunftsfähig" zu machen mit drei Gruppen und elf bis zwölf Beschäftigten. "Das ist kein ganz kleines Unternehmen."

Klar ist, dass die Stadt Seßlach sich an den Baukosten beteiligen muss, unklar ist noch, in welcher Höhe. Stadt und Regierung teilen sich die sogenannten förderfähigen Kosten; welchen Anteil die Regierung von Oberfranken übernimmt, steht aber noch nicht fest. Er hoffe auf einen möglichst hohen staatlichen Förderanteil, sagte Pietz. Pfarrer Knötig wies darauf hin, dass manche politischen Gemeinden alle übrigen Kosten übernehmen würden, weil die Schaffung von ausreichend vielen Kindergartenplätzen ja deren Pflichtaufgabe sei. Vom Gesetz her muss der Träger, also in dem Fall die Kirchengemeinde, die nicht-förderfähigen Kosten übernehmen. "Es muss leistbar bleiben für die Kirchengemeinde", sagte Pietz diplomatisch.

Dass nun in Heilgersdorf auch an eine Aufstockung der Kita-Plätze auf 75 gedacht ist, sei für ihn neu, sagte Bürgermeister Martin Mittag (CSU). Die Stadt muss diesen Bedarf nach 75 Plätzen auch formell anerkennen. Aber freie Plätze seien derzeit nirgends zu finden, auch in den städtischen Kitas in Seßlach und Gemünda nicht, räumte Mittag ein. In Heilgersdorf sind derzeit drei Gastkinder im Kindergarten und eins in der Krippe untergebracht.

Wenn die Förderzusage der Regierung bald kommt und die Stadt Seßlach alles genehmigt, könnte im Frühjahr 2019 der Um- und Ausbau beginnen und bis zum Jahresende 2019 abgeschlossen sein, sagte Architekt Johannes Müller (Kulmbach). Von den 1,34 Millionen Euro Kosten entfallen rund 860 000 auf den Neubau und 480000 auf den Umbau der vorhandenen Gebäude.
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