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Neustadt bei Coburg
Fantasie

Kinder tauchten im Neustadter Spielzeugmuseum ins Reich der Wichtel ein

In der Kinder.Kreativ.Werkstatt im Museum der deutschen Spielzeugindustrie in Neustadt bastelten Jungen und Mädchen Wichteltüren - mit Hintergedanken!
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Museumspädagogin Mandy liest im Museumseck beim Kinderpunsch-Schlürfen noch eine Geschichte vor - natürlich eine Wichtelgeschichte.Manja von Nida
Museumspädagogin Mandy liest im Museumseck beim Kinderpunsch-Schlürfen noch eine Geschichte vor - natürlich eine Wichtelgeschichte.Manja von Nida
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In der Adventszeit helfen hierzulande Engel dem Christkind und dem Weihnachtsmann. In unserem Nachbarland Dänemark macht das der Wichtel "Julenisse" - und der ist ein kleiner Schlawiner, denn er möchte dafür auch belohnt und mit Milchreis versorgt werden. Im Neustadter Museum der deutschen Spielzeugindustrie "entführte" Museumspädagogin Mandy Dollas-Brandner kleine Besucher jetzt in das Reich der Wichtel.

Während am letzten Adventssamstag noch viele Engel emsig durch die Einkaufsstraßen eilten und Ausschau nach letzten Geschenken hielten, herrschte in der Kinder.Kreativ.Werkstatt hingegen himmlische Ruhe. Hier werkelten die Kinder seelenruhig und zeigten sich fantasievoll kreativ, denn im Museum war der Wichtel bereits eingezogen. "Und damit bei euch auch noch der Wichtel einziehen kann, werden wir ihm seine Wichteltür basteln", erklärte Dollas-Brandner.

Vormittags werkelte Emma aus Mupperg mit. Sie hatte auch ihren Cousin Lukas (7) sowie die Cousinen Laura (10) und Luisa (8) mitgebracht. Emma ist ein echtes "Museumskind", denn sie kommt oft hierher. "Und wenn Ferien sind, bringe ich gleich Lukas und Laura mit." Denn Lukas und seine Schwester Laura kommen oft von Hirschaid zu Besuch. Auch die achtjährigen Zwillinge Stella und Hannes aus Scheuerfeld kommen immer wieder gerne hierher. Das Bastelfieber hatte auch Marie aus Neustadt gepackt, die einen Tag zuvor neun Jahre alt geworden war.

Schmücken der Wichteltür

Bastelmaterial hatte Dollas-Brandner reichlich besorgt, auch für die nächsten Kinder am Nachmittag. Bemalte, aufgeklebte Eis-Holzstiele verzierten die Tür, den Türrahmen bildeten kleine Zweige. Das Schmücken der Wichteltür gestalteten die Kinder mit winzigen Kränzen, Sternen, Glitzerkugeln, Gold- und Silberstaub sowie einer Mini-Laterne und bunten Blumen. Julenisse konnte eintreten, um auch hier die Kinderwünsche zu erfüllen.

"Ich möchte gleich mehrere Barbies haben", wünschte sich Luisa. "Und ich wünsche mir ein Lippenstift-Set zum Selbermachen, eine CD mit Kinderliedern, Kids-Pop und Knetmasse", zählte Laura auf. "Ich habe schon mein Weihnachtsgeschenk. Ich habe ein Pony, ein echtes Pferd, bekommen. Aber ich stelle dem Wichtel meine Wichteltür auf, damit er kommt und auf mein Pferd aufpassen kann", erklärte Emma.

Weihnachtswünsche der Kinder

"Ich wünsche mir nur einen kleinen, schwarzen Hund, aber einen lebendigen", war Maries Herzenswunsch, mehr nicht. Im Gassi-Gehen ist sie bereits gut geübt: Sie darf das Nachbarshündchen ausführen, mit ihrem großen Bruder. "Ich habe mir einen Lego-Zug gewünscht, den Lego-Günter und das Pokémon-Spiel ,Geisterjäger‘", sagte Lukas. "Und ich habe mir ein Computerspiel gewünscht,", erzählte Hannes.

Während die Kinder bastelten, lauschten sie auch, was die Museumspädagogin ihnen über die Wichtel-Tradition erzählte. "Der Nisse ist der skandinavische Wichtel, eine Sagengestalt. An dieser Tradition halten die Skandinavier schon fast 200 Jahre fest." Er sei ein alter Mann mit einem weißen Bart, sei etwa so groß wie ein Zehnjähriger und trage eine rote Mütze. "Und er lebt unter den Menschen, in den Häusern, in den Höfen und Ställen oder auch in der Kirche, im Pfarrhaus und im Wald." Er mache sich nützlich und helfe den Menschen, passe auf alles auf, damit alles schön ordentlich bleibt. "Zu Weihnachten hilft er auch dem Weihnachtsmann. Aber er will gut behandelt werden, denn sonst spielt er Schabernack oder verlässt die Leute einfach", erzählte Dollas-Brandner.

Am Wichtelbüfett gestärkt

Nach dem Werkeln kam für die Kinder die Belohnung: Das Wichtelbüfett! Milchreis mit Zimt und Zucker, Baumkuchen, Spekulatius, Plätzchen und heißer Kinderpunsch. Mit vollem Bauch ging's dann in die kuschelige Museumsecke, wo lauter Kissen auf dem Boden zum Ausruhen einluden. Und weil das alles so heimelig war, hatte die Museumspädagogin auch noch eine wunderschöne Geschichte vorgelesen, natürlich vom Wichtel, der die Kinder behütete, nachdem er durch die winzige Wichteltür in das Kinderzimmer geschlichen war.

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