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Coburg
Einkaufsstadt

Kaufhof bekennt sich zum Coburger Standort

1973 eröffnete Kaufhof in Coburg seine 74. deutsche Filiale. Geschäftsleiter Hannes Schmidt sieht das Haus "für die Zukunft gut aufgestellt".
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Kaufhof-Chef Hannes Schmidt in der neu gestalteten Süßwarenabteilung. Lauensteiner-Pralinen seien in Coburg so gefragt wie in kaum einer anderen Filiale, sagt er.  Foto: Simone Bastian
Kaufhof-Chef Hannes Schmidt in der neu gestalteten Süßwarenabteilung. Lauensteiner-Pralinen seien in Coburg so gefragt wie in kaum einer anderen Filiale, sagt er. Foto: Simone Bastian
2009 ging ein Gespenst um in Coburg: Das Kaufhaus Weka hatte seine Schließung zum Jahresende angekündigt, was aus der Kaufhof-Filiale würde, war unsicher. Das schreckte Politiker und IHK auf: Ohne Kaufhof würde die Innenstadt erheblich an Attraktivität verlieren, warnte der damalige IHK-Hauptgeschäftsführer Gerold Gebhard. Coburg stand als einer von vier Kaufhof-Standorten auf dem Prüfstand, und 2010 lief der damalige Mietvertrag aus. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach lotste deshalb sogar Lovro Mandac nach Coburg, den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Galeria-Kaufhof-GmbH. Am Ende der Gespräche stand die Botschaft: Der Kaufhof bleibt - und die Stadt versucht, das Areal zwischen Badergasse, Steinweg und Post aufzuwerten, um dem Kaufhof ein attraktiveres Umfeld zu schaffen.

In dieser Hinsicht hat sich wenig bis nichts getan - dafür einiges in der Kaufhof-Filiale und beim Kaufhof-Konzern.
Hannes Schmidt, seit Januar 2012 Geschäftsleiter im Coburger Haus, spricht von "Geschäftsfeldoptimierung" und "Lokalisierung". Zur Geschäftsfeldoptimierung gehörte 2011 die Entscheidung, die Technik-Abteilung zu schließen und einige Abteilungen innerhalb des Hauses zu verlegen. Lokalisierung bedeutet, dass die Sortimente den Kundenwünschen vor Ort angepasst werden. Was läuft wo besonders gut? Wo füllt der Kaufhof eine Lücke, die der übrige Einzelhandel in der Stadt lässt? "Wir sind Marktführer bei der Damenwäsche", sagt Schmidt. Deshalb sei die Abteilung 2011 auch vergrößert worden. Was gut läuft, werde prominent platziert, erläutert Schmidt: "Wir schicken niemanden auf die Suche durchs ganze Haus."

Deshalb zogen die Damenschuhe ins Erdgeschoss um, deshalb findet sich gleich am Eingang Mohrenstraße Damenmode bekannter Trendmarken. Dass das relativ kleine Coburger Haus in diesem Segment über ein großes Angebot verfüge, sei ungewöhnlich, betont Hannes Schmidt. Sie habe sogar ein Alleinstellungsmerkmal: "Lauenstein-Pralinen sind bei uns so gefragt wie in kaum einer anderen Filiale."

Vom Internet in die Filiale

Doch die Anpassung an den lokalen Markt allein reicht nicht. Um ihre Umsätze zu halten, setzt auch die Galeria-Kaufhof-GmbH gezielt aufs Online-Geschäft und verzahnt es mit den Kaufhäusern: Der Kunde kann außerhalb der Geschäftszeiten im Internet stöbern, sich aber die Ware nicht nur nach Hause schicken lassen, sondern auch in die Filiale seiner Wahl. Dort können die Kunden auch zurückgeben, was ihnen nicht gefällt. "Multi-Channel-Retailing" nennen das die Kaufleute - verkaufen auf mehreren Kanälen.

"Wir haben uns auf die Zukunft gut ausgerichtet mit den Investitionen in den vergangenen Jahren. Wir bekennen uns zum Standort Coburg", beantwortet Schmidt die Frage nach der Zukunft. Konkreter will er sich dazu nicht äußern. Einkaufszentrum, Anbindung an den Steinweg - davon ist zumindest von seiner Seite aus keine Rede. Natürlich müssten sich die Stadt und der Einzelhandel anstrengen, in der Konkurrenz mit anderen Einkaufsstandorten nicht an Boden zu verlieren, sagt der 30-Jährige. Deshalb engagiere er sich auch bei Zentrum Coburg. Wichtig sei, dass der Coburger Einzelhandel gemeinsam und geschlossen auftrete, meint er; demnächst sei eine gemeinsame Werbeaktion geplant. "Das Einkaufsangebot ist hier sehr vielfältig. Wir haben viele kleine inhabergeführte Geschäfte und eine guten Mix mit den Filialisten."


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