Neustadt bei Coburg
Vernissage

Karl-Heinz Quecks Buchstaben dürfen sich in der Neustadter Kultur.Werk.Stadt austoben

Die Ausstellung "Gemalte Typografie" von Karl-Heinz Queck ist bis zum 12. Dezember im Foyer der Neustadter Kultur.Werk.Stadt, Bahnhofstraße 22, zu sehen.
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Karl-Heinz Quecks Lieblingsbild. Dafür erhielt der Künstler 2015 den Kunstpreis.Manja von Nida
Karl-Heinz Quecks Lieblingsbild. Dafür erhielt der Künstler 2015 den Kunstpreis.Manja von Nida
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Wenn heute die Neustadter Kultur.Werk.Stadt offiziell eingeweiht wird, dann passt das Leinwandbild des Neustadter Künstlers Karl-Heinz Queck wie angegossen in dieses Haus der Kultur, die ehemalige Druckerei Emil Patzschke: "Es ist auch mein Dankeschön, das ich mit drei Buchstaben festgehalten habe: E wie Emil und Pa wie Patzschke", sagte der Künstler am Dienstagabend zur Eröffnung seiner Ausstellung "Gemalte Typografie".

Dies beeindruckte Dritten Bürgermeister Martin Stingl mächtig. Denn als Probst-Steinmann und ihr Gatte die ehemalige Druckerei Patzschke der Stadt Neustadt zur Entwicklung einer Kultur- und Bildungseinrichtung als Schenkung überließen, habe die Idee nahe gelegen, eine Vernissage mit engem Bezug zur Geschichte des Hauses anlässlich der offiziellen Eröffnung zu initiieren, sagte Stingl. Und da sei Künstler Queck genau die richtige Person gewesen. Queck habe sich der Typografie verschrieben: Typografie, Kunst, Druckerei - ein schlüssiger Bogen, meinte Stingl. "Ein gewisser Karl-Heinz Queck erlernte in der Druckerei Patzschke in Neustadt bei Coburg in den Jahren 1954 bis 1957 das Schriftsetzer-Handwerk. Ein ganzes Berufsleben habe Queck sich dem Druck und der Typografie verschrieben und im Ruhestand der Malerei gewidmet. "Hier verbindet er mit viel Vergnügen rein fachliche Typografie und Kunst miteinander", sagte Stingl begeistert. "Typo-Art" sei das Schlagwort, unter dem er Buchstaben, auch unter Außerachtlassung ihrer eigentlichen Bestimmung, in Szene setze.

Stingl: "Und eben diese Werke des ehemaligen Lehrlings präsentieren wir heute in den Räumen der ehemaligen Druckerei, der heutigen Kultur.Werk.Stadt. Ich freue mich, dass ganz im Geiste und Sinne Emil Patzschkes das Druckhandwerk, gefasst in freie künstlerische Gestaltung, das große Thema der offiziellen Ausstellung anlässlich der Eröffnung der Kultur.Werk.Stadt ist."

Neuer Anreiz in der Kunst

"Die Berufswahl war genau richtig", erklärte der Künstler. "Zehn Jahre habe ich dann hier gearbeitet." Dieser Beruf sei nun ein ehemaliger, den es nicht mehr gebe: "Seit 2007 nennen sich Schriftsetzer Mediengestalter in Digital und Print." Ebenso habe der Buchdruck dem Offsetdruck weichen müssen. "Im Januar 2000 war dann alles vorbei. Mein Rentnerdasein fand in der Kunst einen neuen Anreiz." Erst schuf Queck Aquarelle und Bleistiftzeichnungen, später malte er noch in Acryl. Viel Zuspruch spornte sein Selbstbewusstsein an. Seine Werke schmückten Ausstellungen. Im Kunstverein Coburg ist Queck bei den Jahresausstellungen stets vertreten.

Eine Ausstellung ist ihm besonders in bester Erinnerung: die im Museum Schloss Glücksburg in Römhild. "Erinnerung an meine Lehrfirma Emil Pa. Ich stellte auch ein Bild ,gemaltes Abc‘ in Aquarell, Tusche und Bleistift aus." Seine frühere Juniorchefin Gitta Probst kaufte das Bild. "Und sie ließ den Museumsleiter auch wissen, dass dieses Bild ,unser Karl-Heinz‘ gemalt hat. Diese Aussage war mir viel mehr wert als das Honorar", erklärte Queck. "Und dieses Abc-Bild war auch ein Grund für mich, die Typografie umzusetzen. Die eigentliche Bedeutung der Buchstaben wird dabei ignoriert, und ich lasse sie einfach frei laufen. Sie dürfen sich austoben, in Farbe baden, in Spiegelschrift verwandeln und in abstrakten Bildern Verstecken spielen. Auch darf mal eine typografische Regel unbeachtet bleiben."



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