Coburg
Sicherheit

Kameras nehmen Coburger Steinweg ins Visier

Die beiden mobilen Videokameras zur polizeilichen Überwachung von Coburgs Kneipenmeile wurden installiert. Der Probebetrieb soll am 1. April beginnen
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Zwei Videokameras sollen die Sicherheit im Coburger Steinweg in den Abend und Nachtstunden verbessern. Installiert wurden sie bereits an den dafür vorgesehen beiden Gebäuden. Der Probebetrieb soll am 1. April beginnen und bis Ende Mai laufen.Foto: Jochen Berger
Zwei Videokameras sollen die Sicherheit im Coburger Steinweg in den Abend und Nachtstunden verbessern. Installiert wurden sie bereits an den dafür vorgesehen beiden Gebäuden. Der Probebetrieb soll am 1. April beginnen und bis Ende Mai laufen.Foto: Jochen Berger
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Der Steinweg soll sicherer werden bei Nacht. Darin sind sich alle Beteiligten einig - die Stadt und die Anwohner, die Geschäftsinhaber und die Polizei. Helfen soll dabei eine Videoüberwachung - zumindest probeweise.
Die dafür vorgesehenen zwei Videokameras sind bereits installiert - hoch droben an zwei Gebäuden, von wo aus die neur algischen Bereiche im Steinweg ins Visier genommen werden sollen.


Ein Plus an Sicherheit

Im April und Mai sollen Beamte in der Coburger Polizeiinspektion in der Neustadter Straße dann live am Bildschirm verfolgen können, was sich vor allem im nächtlichen Steinweg abspielt. Heinz-Peter Wiesner, Inhaber von Foto-Wiesner, erhofft sich von dieser Maßnahme tatsächlich ein Plus an Sicherheit in der Nacht.
Für ihn war es deshalb selbstverständlich, sein Haus im Steinweg für die Anbringung einer der beiden Kameras zur Verfügung zu stellen.
Als Immobilienbesitzer im Steinweg ist Wiesner erbost über das schlechte Image von Coburgs Kneipenmeile. Denn tatsächlich habe sich in diesem Bereich in den letzten Jahren durchaus einiges verbessert.


Neuralgische Zeiten

Eine Verschärfung der Lärmschutzverordnung durch die Stadt habe die Wohnqualität im Steinweg erhöht, sagt Wiesner. Das werde auch an dem Umstand sichtbar, dass einige Hausbesitzer in ihre Immobilien investieren oder schon investiert haben.
Dass die beiden Videokameras im Steinweg bereits jetzt installiert sind, ändert nichts am bestehenden Zeitplan, wie die Polizei auf Nachfrage bestätigte. Vom 1. April bis Ende Mai sollen im Probebetrieb vor allem zu den neuralgischen Zeiten die Geschehnisse überwacht werden.


Live-Bilder für die Polizei

Die organisatorische Struktur ist klar. Federführend für die Überwachung ist das Polizeipräsidium Oberfranken. Begutachtet werden die Live-Bilder, die die Kameras liefern, in der Coburger Polizeiinspektion in der Neustadter Straße.
Der jeweilige Kollege werde "zu den hochbelasteten Zeiten darauf schauen", erläuterte Joachim Mittelstädt, Leiter der Coburger Polizeiinspektion, bereits Anfang der Woche auf Tageblatt-Nachfrage.



Rund um die Videoüberwachung


Stadtrat In seiner Sitzung im November vergangenen Jahres hatte der Coburger Stadtrat mehrheitlich von den Sicherheitsbehörden gefordert, eine Videoüberwachung im Steinweg zu installieren.

Anordnung Anfang März kam dann direkt vom Innenministerium die Anordnung, eine Anlage zur Videoüberwachung zu installieren. Angesichts der Häufung von Straftaten im Steinweg soll der Bereich testweise für zwei Monate überwacht werden, ließ Innenminister Joachim Herrmann mitteilen. Die Stadt Coburg konnte die Maßnahme nicht selbst in die Wege leiten, weil ihr dafür die rechtlichen Grundlagen fehlen.

Leihgabe Die beiden Kameras im Steinweg sind Eigentum der bayerischen Polizei und eine Leihgabe an ihre Coburger Kollegen. Die Polizei besitzt aus Kostengründen nur wenige dieser moblien Überwachungseinrichtungen.

Straftaten Auffällig im Bereich Steinweg ist das Umstand, dass sich ein großer Teil der handgreiflichen Straftaten deutlich nach Mitternacht ereignen. In den allermeisten Fällen ist dabei in den Polizeiberichten zudem von Alkoholisierung die Rede.

Konzept "Sipco" lautet die Abkürzung für das Konzept, das die Coburger Polizei seit 2006 verfolgt. "Sipco" steht für Sicherheit-Prävention-Coburg. Gemeint ist damit eine verstärkte Polizeipräsenz in den Abend- und Nachtstunden.

Ausblick Ob die Videoüberwachung nach den zwei Monaten Testphase fortgesetzt wird, muss noch entschieden werden nach der Auswertung der erhofften Erkenntnis. uso/jb


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