Coburg

Junge Coburger Bauherrn retten ein altes Haus

Das jahrzehntelange Siechtum des Gebäudes, das einmal Stadtmuseum werden sollte, ist nun zu Ende. Zwei junge Coburger haben sich des neubarocken Denkmals angenommen.
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Das Haus in der Steingasse 7 war lange dem Verfall preisgegeben. Jetzt hat es wieder eine Zukunft. Fotos: Helke Renner
Das Haus in der Steingasse 7 war lange dem Verfall preisgegeben. Jetzt hat es wieder eine Zukunft. Fotos: Helke Renner
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Es tut sich etwas im Haus Steingasse 7. Rena und Linhard Langenstein haben die Immobilie im Sommer 2014 gekauft und wollen es "eins zu eins" wieder so herrichten, wie es früher einmal war, wie Linhard Langestein es formuliert. Das bedeutet: Wohnungen im Obergeschoss und gewerbliche Nutzung im Erdgeschoss. "Momentan sind wir dabei, die Rigipsplatten hinter dem Fachwerk zu entfernen und durch moderne Baustoffe zu ersetzen", erzählt der neue Besitzer. Er ist nicht unerfahren im Sanieren. In Rödental hat er bereits das Baudenkmal Happachsmühle, das ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammt, erneuert. Er folgt damit dem Vorbild seines Vaters, Lutz Langenstein, der sich schon anderer Baudenkmäler angenommen hat - erst im November des vergangenen Jahres erhielt eines seiner Projekte, das Haus in der Judengasse 1a, die Renovierungsmedaille der Gemeinschaft Stadtbild Coburg.

Linhard Langenstein studiert indes an der Hochschule Coburg Bauingenieurswesen und will sich damit das nötige Grundwissen erwerben. Mehr noch: "Von meinen Professoren bekommen ich viel Unterstützung. Ich kann mich mit all meinen Fragen an sie wenden", erzählt der Student.

Über das, was aus dem Gebäude in der Steingasse 7 werden soll, sind sich die Langenstein-Geschwister einig. "Auf jeder Etage befinden sich zwei Wohnungen, die alle unter 100 Quadratmeter groß sind - das war früher schon so und das wollen wir beibehalten." Ob das Erdgeschoss wieder für ein Geschäft oder als Büro genutzt wird, sei noch nicht entschieden.

Jetzt gehe es erst einmal um eine Bestandsaufnahme. "Wir müssen uns den Zustand des Fachwerks genau ansehen. Bis jetzt haben wir zumindest die Genehmigung, die Rigipsplatten zu beseitigen", erzählt Linhard Langenstein. Auch die Fußböden seien nicht unproblematisch. "An einigen Stellen sind sie durchgebrochen. Teilweise wurden die ursprünglichen Böden auch ausgetauscht." Da kommt viel Arbeit auf die Geschwister zu. "Im Februar wollen wir alles mit dem Denkmalschutz und dem Brandschutz abstimmen. Dann wird sich entscheiden, was von unserem Entwurf machbar ist und w as nicht."

Unterstützung von Stadtbild
Inzwischen steht Linhard Langenstein in Kontakt mit der Gemeinschaft Stadtbild, die mit dem Geld aus der Spende von Christine Volkmann und Michael Stoschek Bauherrn unterstützt, die sich um die Erhaltung von denkmalgeschützten Gebäuden kümmern. "Was sich die Langensteins da vorgenommen haben, ist ein großes Projekt. Die Kosten dafür werden sicher in die Millionen gehen", sagt der Stadtbild-Vorsitzende Hans-Heinrich Eidt. Die Gemeinschaft werde das Projekt mit großer Wahrscheinlichkeit unterstützen, ergänzt er. Zumindest für die Erneuerung der neugotischen Fassade wünschen sich die Hausbesitzer einen Zuschuss.
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