Itzgrund
Jubiläum

Itzgrund feiert 1225 Jahre

Einem Mönch mit dem Namen Eberhardt haben gleich mehrere Orte im südlichen Landkreis ihre erste urkundliche Erwähnung vor 1225 Jahren zu verdanken. Deshalb gibt es eine ganze Reihe von Festveranstaltungen.
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Alle Posaunenchöre des Gemeindegebietes haben beim Auftaktkonzert rund 250 Besuchern den Marsch geblasen. Nach der sehens- und hörenswerten Auftaktverstaltung blickt Bürgermeister Werner Thomas optimistisch ins Jubiläumsjahr "1225 Jahre Itzgrund". Foto: Michael Stelzner
Alle Posaunenchöre des Gemeindegebietes haben beim Auftaktkonzert rund 250 Besuchern den Marsch geblasen. Nach der sehens- und hörenswerten Auftaktverstaltung blickt Bürgermeister Werner Thomas optimistisch ins Jubiläumsjahr "1225 Jahre Itzgrund". Foto: Michael Stelzner
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Beim Motto für die Veranstaltungen will sich Bürgermeister Werner Thomas (SPD) gar nicht mit fremden Federn schmücken. Die herrliche Idee für "Itz Grund zum Feiern", was auf allen Schreiben rund um das Jubiläum "1225 Jahre Itzgrund" steht, stammt vom Coburger Graffiti-Künstler Alex Reuther. Der sollte der Gemeinde eigentlich "nur" ein paar Plakate gestalten, kam aber auf den griffigen Slogan. Und recht hat er damit - denn im Itzgrund feiert man ja bekanntermaßen recht gerne.

Ursprünglich wollte Werner Thomas das Jubiläum "1225 Jahre" ja gar nicht so hoch hängen. Auch das Budget, das sich die Gemeinde für die Veranstaltungen selbst gegeben hat, ist "recht überschaubar", sagt der Bürgermeister.
Nichtsdestotrotz hat sich inzwischen ein prall gefüllter Veranstaltungskalender für das Jubiläumsjahr entwickelt.

Eigentlich noch älter
Wobei sich natürlich erst einmal die Frage stellt, welcher der vielen Itzgrund-Ortsteile jetzt eigentlich 1225 Jahre alt wird. Die Gemeinde Itzgrund als Kind der Gebietsreform ja sicher nicht. "So ganz einfach ist das nicht", erklärt Gemeinde-Geschäftsleiter Dieter Scherbel, der schon vor 25 Jahren bei den Feiern zum Jubiläum "1200 Jahre Bodelstadt" mit dabei war.

In den ersten historischen Aufzeichnungen, die über Siedlungen im Itzgrund vorliegen, hat ein gewisser Mönch Eberhardt wohl unter anderem Bodelstadt, Lahm, Gleußen, Herreth und Merkendorf auf einen Schlag erwähnt. Aber vermutlich bestanden die Orte damals, im Jahr 788, schon einige Zeit. Aber es gilt nun einmal die berühmte "erste urkundliche Erwähnung", auch wenn vor ein paar Jahren bei Erdarbeiten für den Itzgrund-Radweg Reste einer römischen Siedlung gefunden wurden. Alter: geschätzt noch einmal rund 250 Jahre älter als die erste Urkunde.

Die spannende Geschichte der Itzgrund-Orte spielt deshalb bei den Jubiläumsveranstaltungen eine zentrale Rolle. Auf Initiative der Gemeinde hin haben sich inzwischen in allen Dörfern Arbeitskreise gegründet, die historische Dorfrundgänge vorbereiten. Das Ganze soll jeweils "ohne starres Konzept", sagt Dieter Scherbel, stattfinden. Jeder Ort kann bei den Rundgängen seine eigenen Schwerpunkte setzen. Das Feedback auf diese Anregung war groß. Da freut sich der Bürgermeister.

"Je tiefer die Menschen in ihre eigene Geschichte hineinschnuppern, desto begeisterter suchen sie weiter", sagt Werner Thomas. Und weil die Hobbyhistoriker zwischen Gleußen (wo einst sogar der große Wallenstein übernachtet haben soll) und Lahm inzwischen schon so viel herausgefunden haben, sollen die Erkenntnisse am Ende des Jubiläumsjahres in einem Druckerzeugnis zusammengefasst werden. "Ohne Anspruch auf wissenschaftliche Vollständigkeit", versichert der Bürgermeister. Ihm ist es bei den geschichtlichen Projekten viel wichtiger, dass die Menschen wieder ein bisschen mehr in das Leben und die Geschichte ihrer Gemeinde eingebunden werden.

Schon relativ weit gediehen sind die Vorbereitungen für das Haupt-Festwochenende im Juni. Am Sonntag, 9. Juni, findet in Lahm ein historisches Dorffest statt. An diesem Tag wollen die Lahmer sich und ihre Heimat präsentieren, 12 bis 15 Stationen soll der historische Markt umfassen - traditionelle Handwerker gehören dann ebenso wie die Angebote der ortsansässigen Vereine.

Und, natürlich: Fritz Lang. Das heute in Nürnberg lebende Itzgründer Original hat in seiner privaten Schatztruhe gekramt und einen Film über den Schulhaus-Neubau in Lahm gefunden. "Das ist ein echtes Stück Zeitgeschichte", freut sich der Bürgermeister. Zu sehen werden die historischen Aufnahmen dann im Juni in der Lahmer "Kino-Scheune" sein.

Konfessionelle Schnittstelle
Der Festkommers findet am Freitag, 7. Juni, statt. Als Festredner hat die Gemeinde dazu den aus Creidlitz stammenden Historiker Robert Schäfer verpflichtet, der viel über die Kunstgeschichte im Itzgrund zu berichten weiß. "Wir sind eine unheimlich interessante Gegend", erklärt der Bürgermeister. Weil sich der Itzgrund über Jahrhunderte hinweg stets an den Schnittstellen der Konfessionen (evangelisch/katholisch) befand, sind rund um Kaltenbrunn und Bodelstadt immer wieder - wie es Dieter Scherbel sagt - "die Welten aufeinander geprallt". Klar, dass es da noch viel zu entdecken gibt. Vermutlich so viel, dass für "1250 Jahre Itzgrund" in 25 Jahren auch noch genügend Gesprächsstoff übrig bleibt.
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