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Coburg
Auftakt

Intendant Loges: Theater muss stets Flagge zeigen

Wie Coburgs junger Intendant Bernhard F. Loges in seiner zweiten Saison das Publikum anlocken will. Schauspieldirektor und Ballettdirektor haben ihre Verträge bis Ende der Saison 2022/2023 verlängert.
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Plädiert für ein dialogfreudiges Theater: Coburgs Intendant Bernhard F. Loges begrüßte das Ensemble zu seiner zweiten Spielzeit am Landestheater.Foto: Jochen Berger
Plädiert für ein dialogfreudiges Theater: Coburgs Intendant Bernhard F. Loges begrüßte das Ensemble zu seiner zweiten Spielzeit am Landestheater.Foto: Jochen Berger
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Der erste Tag nach den Ferien, genauer: den Theaterferien, ist der Tag der Umarmungen und Küsschen, der kurz oder doch nicht ganz so kurz ausgetauschten Urlaubserinnerungen. Der Tag der neugierigen Blicke: Wo sind sie - die Neuen vor und hinter den Kulissen? Und immer wieder heißt es: "Schöne Spielzeit" - als Wunsch für die nächsten zehneineinhalb Monate, die vor Intendant Bernhard F. Loges und seinem Team liegen.

Die zweite Spielzeit des 2018 vom Rhein bei Düsseldorf an die Itz gewechselten jungen Prinzipals - sie ist aufgeladen mit hohen Erwartungen. Die Zuschauerzahlen sollen steigen - nach der holprig gestarteten Premieren-Saison, die auf der Zielgeraden mit den erfolgreichen Sommer-Festspielen im Hofgarten einen versöhnlichen Ausklang gefunden hatte.

Die Voraussetzungen dafür, so will es zumindest scheinen, sind eigentlich recht gut. Denn die Stückauswahl, die Intendant Loges, Schauspieldirektor Matthias Straub, Ballettdirektor Mark McClain und Generalmusikdirektor Roland Kluttig (in seiner Coburger Abschieds-Saison) zum Spielplan gebündelt haben, bietet durchaus Erfolgs-Potenzial - von Fitzgerald Kusz" Dauerbrenner "Schweig, Bub" bis zur "Fledermaus" von Walzerkönig Johann Strauß, von den "Bremer Stadtmusikanten" als Weihnachtsstück bis zum vertanzten "Glöckner von Notre-Dame".

"Rheingold" zum Auftakt

Von Kluttigs Coburg-Abschied Richtung Graz zum Ende der Saison abgesehen, setzt Loges im Führungsteam auf Kontinuität. "Ich bin froh, dass Schauspieldirektor Matthias Straub und Ballettdirektor Mark McClain ihre Verträge bis zum Ende der Spielzeit 2022/2023 verlängert haben", freute sich Loges.

Vor einem noch in Arbeit befindlichen Teil des Bühnenbildes zu "Rheingold" blickte Loges zurück und in die Zukunft: "Was Sie hier sehen, ist noch nicht fertig. Das gilt auch für die Generalsanierung, die noch nicht einmal begonnen hat."

"Ich habe mit sehr viel Freude erlebt, wie intensiv die Coburger mit ihrem Theater verbunden sind", bilanzierte Loges seine erste Spielzeit, die manche schlecht besuchte Produktion verkraften musste, am Ende aber mit dem Erfolg der Sommerfestspiele einen positiven Ausgang nahm.

Mit Blick auf die anstehende Eröffnungspremiere von Richard Wagners "Rheingold" als Auftakt einer stückweise geplanten kompletten "Ring"-Tetralogie sprach Loges von einer großen Herausforderung für das gesamte Haus. Zugleich erinnerte er an das Centenarium der Umbenennung des ehemaligen Coburger Hoftheaters in Landestheater im August 1919.

Auch Politik spielte hinein in Loges' Ensemblebegrüßung. "Gerade heute, wo Meinungen schnell in vermeintliche Wahrheiten verwandelt werden, ist es wichtig, persönlich mit den Menschen ins Gespräch zu kommen", betonte der Intendant. Er warnte vor dem Trend zu immer mehr extremen Haltungen, vor immer mehr Angst vor Fremdem und Fremden. Angst dürfe nicht zur Lähmung führen, mahnte Loges.

Deshalb müsse das Theater immer Flagge zeigen. Die künstlerische Arbeit im Landestheater mit Mitarbeitern aus vielen Nationen sei ein gelebtes Zeichen für Vielfalt und Toleranz: "Auch im Austausch kontroverser Meinungen kann Entwicklung liegen." Vor diesem Hintergrund zitierte Loges Oberfrankens Bezirksheimatpfleger Günter Dippold: "Kultur braucht Austausch".

So startet das Landestheater in die Saison 2019/2020

Samstag, 7. September 15. Coburger Museumsnacht - Brückner-Führungen im Landestheater ab 17.30 Uhr bis 23.30 Uhr; Konzert mit dem Singer-Songwriter Dominik Plangger, Beginn: 19 Uhr, im Theater in der Reithalle

Samstag, 14. September Theaterfest, Beginn 15 Uhr; Symphonic Mob, 14.30 Uhr, Schlossplatz

Donnerstag, 26. September Wiederaufnahme "Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor", 26. September, 11 Uhr, Theater in der Reithalle

Sonntag, 29. September Wagner "Das Rheingold", 18 Uhr (Premiere)

Mittwoch, 2. Oktober "Ganz persönlich - ein Abend mit Thomas Huber", 19.30 Uhr

Freitag, 4. Oktober "Spider Murphy Party", 4. Oktober, 20 Uhr, Festzelt Schlossplatz; Streul "Die Sternstunde des Josef Bieder", 20 Uhr (Premiere), Theater in der Reithalle

Sonntag, 6. Oktober Wiederaufnahme Künneke "Der Vetter aus Dingsda", 18 Uhr, Landestheater

Donnerstag, 10. Oktober "Theater im Schlick 29" - Theatre & music in the Slaughterhouse, 21 Uhr

Samstag, 12. Oktober Concertino, 11 Uhr, Landestheater; Kusz "Schweig, Bub", 19.30 Uhr, Landestheater (Premiere)

Sonntag, 13. Oktober 1. Sinfoniekonzert, 18 Uhr, Landestheater

Montag, 14. Oktober 1. Sinfoniekonzert, 20 Uhr, Landestheater Tickets für das Landestheater im Vorverkauf gibt es in der Tageblatt-Geschäftsstelle, Hindenburgstraße 3 a.red

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