Coburg
Plan

Initialzündung für Scheuerfeld

Um einen ehemaligen Bauernhof in der Wüstenahorner Straße ist das "Projekt Hausland" geplant. Dort sollen mehrere Generationen nachhaltig zusammenwohnen.
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Rund um diesen Bauernhof ist das "Projekt Hausland" geplant. Foto: Christiane Lehmenn
Rund um diesen Bauernhof ist das "Projekt Hausland" geplant. Foto: Christiane Lehmenn
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Im Stadtteil Scheuerfeld ist ein "Projekt Hausland" geplant. Diplom-Ingenieur Kamran Gollub (Architekturwerkstatt Gollub) stellte es am Mittwoch den Mitgliedern des Bau- und Umweltsenats vor und erntete dabei viel Sympathien. "Hinter dem Projekt Hausland steht eine Gruppe von Menschen, die dieses Generationen übergreifende Wohn- und Lebensprojekt realisieren wollen", so Gollub.


"Gelungene Kombination"

Auf dem 8000 Quadratmeter großen Gelände eines ehemaligen Bauernhofes sollen nach den Vorstellungen der Initiatoren zehn bis 15 überwiegend barrierearme Wohneinheiten mit Gemeinschaftshaus, Arbeits- und Werkräumen und Außenanlagen, also Freispielfläche, Tierhaltung und Rückzugsbereichen entstehen. Dabei geht es nicht nur um Architektur und Städtebau, sondern auch um neue Formen des sozialen Miteinanders. Gollub erklärte: "Das Wohnprojekt ist offen für die verschiedensten Lebensmodelle der heutigen Zeit, für Menschen, die bewusst eine Gemeinschaft suchen, um sich gegenseitig zu unterstützen und zu helfen." Zum Gesamtkonzept gehören auch ökologisches und nachhaltiges Bauen.
Die Rede war auch von Gemeinschaftsfahrzeugen, ähnlich wie beim Carsharing. Es könnten sowohl Eigentumswohnungen als auch genossenschaftliches Wohneigentum entstehen. Baubürgermeisterin Birgit Weber (CSU) bewertete das Projekt als Initialzündung für die weitere Entwicklung Scheuerfelds. "Sie sind ein mutiger Mann", sagte Altbürgermeister Hans-Heinrich Ulmann (CSB) zu Kamran Gollub. Der frühere Baubürgermeister der Stadt lobte vor allem die "Kombination von alt und neu und grün".


Vorstellung

Am Samstag, 15. Juli, wird das "Projekt Hausland" in der Wüstenahorner Straße 1 von 10 bis 12 Uhr der Öffentlichkeit vorgestellt. Interessierte und auch Nachbarn sind herzlich eingeladen.


Alte Angerturnhalle

Die westliche der beiden alten Angerturnhallen soll für eine erweiterte Mehrzwecknutzung fit gemacht werden. Der Bau- und Umweltsenat hat in seiner jüngsten Sitzung die Bauverwaltung darum gebeten, die Fördermöglichkeiten zu erkunden.
Eine wichtige Triebfeder zur Ertüchtigung des 1866 von Jules Martinet im neugotischen Stil erbauten Gebäudes ist natürlich die sportliche Nutzung, weil es in Coburg an Trainingsörtlichkeiten fehlt. Aber es soll dort auch eine Bürgerbegegnungsstätte entstehen. Seit 1989 wird die Westhalle vom Kongressbetrieb der Stadt Coburg für Lager- und Ausstellungszwecke genutzt. Bei einem Umbau sollen zum Beispiel noch Umkleide- und Sanitärräume entstehen.
Die Mehrfachnutzung, also über den Sport hinaus, soll auch den Zugang zu besseren Fördermöglichkeiten erschließen. Ulrich Pfuhlmann von der Wohnbau Stadt Coburg GmbH rechnet mit Baukosten von einer halben Million Euro. Bis zu 60 Prozent Förderung seien aus Mitteln der Städtebauförderung möglich, so seine Vermutung.


Zu viel und zu teuer

Die Creidlitzer Bürger haben bei ihrer Versammlung im Februar dieses Jahres gewünscht, dass nach dem Abschluss von Bauarbeiten und Leitungsbauarbeiten der Asphaltbelag auf der ganzen Fläche des Gehsteiges wieder hergestellt werden sollte. Gerhard Knoch vom Coburger Bau- und Entsorgungsbetrieb gab in der Sitzung einen Überblick über die dann anfallenden Kosten: 40 Euro pro Meter. Da sind einige erschrocken: zu viel und zu teuer! Aber ganz hängen lässt die Stadt die Creidlitzer nicht. Die in dieser Bürgerversammlung gewünschte Sanierung der Lehengasse soll nächstes Jahr erfolgen. Das wird so um die 115 000 Euro kosten.
Finanziell auf der Strecke bleibt wohl auch der Wunsch von Stadtrat Frank Völker nach einer durchgehenden Straßenbeleuchtung zwischen Buchbergstraße und dem Sportgelände des SV Ketschendorf am Buchberg. Die Strecke vom derzeitigen Ende der Bebauung bis zum Sportplatz betrage rund 400 Meter, sagte Gerhard Knoch. Eine durchgehende Straßenbeleuchtung würde knapp 100 000 Euo kosten. Dazu kämen noch einmal 1000 Euro pro Jahr. Auch hier gilt: zu viel und zu teuer.


Eilantrag abgelehnt

Ein Eilantrag gegen die Stadt Coburg wegen des Bebauungsplanes an der Pommernstraße südlich der Heinrich-Schaumberger-Schule wurde vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof abgelehnt. Die Richter sahen keine Rechtsfehler oder andere Gründe, die gegen den Bebauungsplan sprechen.


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