Sonnefeld
Übung

In sechs Hallen brannte es

80 aktive Feuerwehrleute nahmen an einer Großübung auf dem Gelände eines der Logistikzentren der Baur-Gruppe teil.
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Die Atemschutzübung wird vorbereitet. Foto: Alexandra Kemnitzer
Die Atemschutzübung wird vorbereitet. Foto: Alexandra Kemnitzer
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Am Freitagabend waren gleich mehrere Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Sirene aus sechs Feuerwehren auf den Weg in das Industriegebiet Richtung Weidhausen. 80 Aktive aus sechs Wehren nahmen an einer Feuerwehrgroßübung unter realen Bedingungen auf dem Gelände eines der Logistikzentren der Baur-Gruppe teil.

Wertvolle Erkenntnisse

Diese Übung war die erste dieser Art am angenommenen Einsatz-Objekt und lieferte demnach wertvolle Erkenntnisse. So wurde beispielsweise deutlich, dass im Ernstfall die Dienstleistenden mit etwa der dreifachen Anzahl an Einsatzkräften rechnen müssen. Zum ersten Mal wurde stellvertretender Kommandant der Sonnefelder Wehr, Markus Schrepfer in der Funktion als Einsatzleiter gleich mit einer richtig großen Schadenslage konfrontiert. "Mit dieser Übung konnte wir seitens der Baur-Gruppe unser Räumungs- und Evakuierungskonzept überprüfen", führte Thilo Kraus aus. Er ist der Sicherheitsbeauftragte am Sonnefelder Standort der Baur-Gruppe und zugleich Kreisbrandmeister in Lichtenfels.

Während der Arbeitszeit

Eine Besonderheit stellte die Übung auch für das Unternehmen dar, denn diese wurde, um möglichst realistisch zu sein, während der Arbeitszeit abgehalten. In den sechs Hallen und dem Büro-Trakt sind durchschnittlich bis zu 350 Mitarbeiter tätig. Während der Einsatzübung arbeiteten am frühen Freitagabend 40 Beschäftigte in der Spätschicht und wurden nach dem Räumungs- und Evakuierungskonzept schnell ins Freie gebracht. "Im Rahmen unsere Konzeptes haben wir vorab mit den Mitarbeitern die Evakuierung und Räumung geübt", erklärte der Standortleiter der Baur-Gruppe Frank Stumpf.

Alarmstufe B4 "Industrie"

Um 17.30 Uhr wurde von der Brandmeldeanlage des Gebäudekomplexes ein Alarm ausgelöst. Aufgrund des Objekts wurde der eingehende Alarm von der Integrierten Leitstelle (ILS) in Ebersdorf in die Alarmstufe B4 "Industrie" eingestuft. Somit rückte die Sonnefelder Feuerwehr mit ihrem Mehrzweckfahrzeug, einem Tank- und dem Hilfeleistungslöschfahrzeug aus. Zur Unterstützung kamen aus den Nachbarwehren Weidhausen und Gestungshausen jeweils ein weiteres Löschgruppenfahrzeug. Die Dienstleistenden aus Trübenbach und Neuensorg rückten mit zwei zusätzlichen Tragkraftspritzenfahrzeugen "Wasser" an. Aus Ebersdorf wurden außerdem ein Mehrzweckfahrzeug, die Drehleiter des Landkreises sowie ein Löschgruppenfahrzeug und ein Schlauchwagen alarmiert.

Offenes Feuer angenommen

Nachdem die Brandmeldeanlage ein Feuer in einer der sechs Hallen gemeldet hatte, begaben sich Einsatzleiter Markus Schrepfer und Kreisbrandinspektor Stefan Zapf auf Erkundung. Sie konnten ein offenes Feuer im Bereich der Ladestationen der Flurförderfahrzeuge bestätigen. Die Brandbekämpfung erfolgte anschließend unter Atemschutz vom Tanklöschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Sonnefeld mit einem C-Rohr aus. Um das Feuer schnell zu löschen, beziehungsweise ein weiteres Ausbreiten zu verhindern, wurde im Außenbereich ein weiteres C-Rohr vom Hilfeleistungslöschfahrzeug vorbereitet. Dabei erfolgte die Wasserentnahme aus einem Unterflurhydranten. Mit dem Fahrzeug aus Neuensorg wurde zusätzlich Wasser aus einem Löschwasserbehälter angesaugt. Parallel dazu wurde die Drehleiter in Stellung gebracht und vom Hilfeleistungslöschfahrzeug der örtlichen Wehr aus gespeist. Die weiteren Fahrzeuge hielten sich auf der Zufahrtsstraße in Bereitschaft. "Zeitgleich bekam die Einsatzleitung die Informationen von der Firma, dass nach Abschluss der Räumung noch drei Personen im Gebäudekomplex vermisst werden", erklärte Markus Schrepfer. Weiter führte er aus: "Diese neue Einsatzlage erforderte eine Aufteilung der Einsatzabschnitte." Für den Bereich Brandbekämpfung/Wasserversorgung zeichnete Kreisbrandmeister Jochen Mann verantwortlich, während die Personensuche vom Ebersdorfer Kommandanten Bernd Lemser geleitet wurde. Zudem wurde die Einsatzleitung im Ebersdorfer Mehrzweckfahrzeug eingerichtet.

Personensuche

Um die Vermissten, die von Mitarbeitern der Baur-Gruppe gemimt wurden, so schnell wie möglich aus dem Gebäude zu bringen, wurden alle noch zur Verfügung stehenden Einheiten sofort zur Personensuche eingeteilt. "Diese Suche stellte aufgrund der Dimension des Hallenkomplexes extreme Anforderungen an die eingesetzten Trupps", bilanzierte der stellvertretende Kommandant. Während der Suche mussten aufgrund von Fehlinformationen die angenommen Aufenthaltsbereiche korrigiert und die Trupps in andere Bereiche verlegt werden. Im Anschluss an die Übung, für die rund drei Wochen Vorlaufzeit nötig waren, überreichte Standortleiter Frank Stumpf 500 Euro für die First Responder.

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