Großheirath
Gemeinderat

In Großheirath laufen die Kosten aus dem Ruder

Mehrere Projekte in Großheirath werden teurer als geplant. Jetzt müssen die Planungen überarbeitet werden.
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Teure Sache: Der Ausbau der Schulstraße kommt nach aktuellen Berechnungen auf rund eine dreiviertel Million Euro. Berthold Köhler
Teure Sache: Der Ausbau der Schulstraße kommt nach aktuellen Berechnungen auf rund eine dreiviertel Million Euro. Berthold Köhler

Ausschließlich um teure Projekte ging es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Großheirath. Hintergrund der Debatte war, dass die Kosten für den Ausbau der Schulstraße sowie für die Gestaltung des Vorplatzes am Gemeindehaus in der Bachstraße die ursprünglichen Vorstellungen des Gremiums weit übertrafen.

Da die Gemeinde stets darauf bedacht ist, sich für ein Projekt möglichst die maximalen Zuschüsse zu sichern, ergibt es sich zwangsläufig, dass sich die Planungen nach den Maßgaben der Behörden richten müssen. Bürgermeister Udo Siegel verlas hierzu das Antwortschreiben des Amts für ländliche Entwicklung bezüglich der Vorplatzgestaltung in der Bachstraße.

Bäume müssen bleiben

Im Gemeinderat war man nach langer Diskussion zu der Ansicht gekommen, die beiden großen Bäume vor dem Haus zu entfernen. Dem erteilte das Amt jedoch eine klare Absage. Es gebe keinerlei Förderung, falls die Bäume fallen, hieß es. Notgedrungen erstellte Gemeinderat und Architekt Johannes Höh eine neue Planung, die der Bürgermeister den Räten vorstellte und mit der man erneut um einen Zuschuss bitten will.

Der Ausbau der Schulstraße wird nach den Vorgaben der Regierung mit Kosten von 757 000 Euro zu Buche schlagen. Darin enthalten sind die reinen Baukosten einschließlich der Beleuchtung und des Grabens im Bereich "Krahäcker II" sowie die Baunebenkosten und die Aufwendungen für den Grunderwerb. Danach kann eine Förderung von rund 360 000 Euro beantragt werden, somit bleiben rund 400 000 Euro an der Gemeinde hängen.

Eine Gegenstimme

Die neuen Planungen führten wiederum zu heftigen Diskussionen im Gemeinderat. Vorgesehen sind jetzt eine Ampel sowie zwei "Hüpfinseln". Frank Leistner kritisierte dies aufs Schärfste. "Diesen Ausbau haben wir so nicht gewollt, er ist unverhältnismäßig und nicht zielführend", sagte er. Trotz der differierenden Meinungen beschloss das Gremium bei einer Gegenstimme, den Plan bei der Regierung vorzustellen und einen Zuschuss zu beantragen.

Eindeutige Vorgaben gibt es auch zum Ausbau der Schulsportanlage. Ursprünglich war vorgesehen, einen 40 mal 20 Meter großen Allwetterplatz, ein 50 mal 35 Meter großes Kunstrasenspielfeld, eine vierbahnige Laufbahn und eine Sprunggrube zu schaffen. Leider war die Gemeinde mit diesem Projekt weder beim bayerischen Kommunalinvestitionsprogramm Kip-S, noch im Bundesprogramm zur Förderung der Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur zum Zuge gekommen. Nun will man versuchen, über den kommunalen Finanzausgleich an Gelder zu kommen und nimmt die Differenz zu den förderfähigen Größen in Kauf.

Rasen statt Kunstrasen

Eine erste Kostenschätzung belief sich auf knapp 440 000 Euro. Das Gremium beschloss, auf das Kunstrasenspielfeld zu verzichten und stattdessen ein Rasenspielfeld mit Bewässerungsmöglichkeit anzulegen.

Als heikel erwies sich die Absicht der Firma Angermüller, in der Gemarkung Untersiemau ein Regenrückhaltebecken zu errichten. Das Niederschlagswasser soll in den namenlosen Graben zum Pfaffengraben hin eingeleitet werden. Der Bereich liegt jedoch im Wasserschutzgebiet des Tiefbrunnens Erlenholz. In Großheirath hat man größte Sorge um den Tiefbrunnen, der in keiner Weise beeinträchtigt werden dürfe. Wenn man einmal den kleinen Finger reiche, komme bestimmt noch mehr nach, hieß es. Eine Entscheidung über den Antrag wurde vertagt, bis man mehr Informationen zur gesamten Thematik hat.

Die Vertreter der Landwirtschaft stellten die Frage, welche anderen Optionen es geben könnte, und nannten zum Vergleich die scharfen Auflagen für die Bauern im Schutzgebiet.

"Neues Spielen für Rossach"

Sehr angetan waren die Gemeinderäte von der Planung zur Neugestaltung des Spielplatzes "Fuchsgraben", die die Architektin Katja Wolff und Lisa Schleicher vorstellten. Unter der Überschrift "Der Fuchser - neues Spielen für Rossach" sollen neue Geräte in das Gelände eingepasst werden. Infrage kommen ein Baumhaus, eine Hängebrücke, eine Rutschstange, eine Brücke sowie eine Chillout-Lounge für die Jugendlichen und ein Tisch mit großzügig bemessenen Sitzbänken. Das nebenan stattfindende Kellerfest wird nicht beeinträchtigt, es bleibt genügend Platz, es könnte sogar eine kleine Bühne aufgebaut werden.

Die Geräte sollen möglichst aus Robinienholz erstellt werden. Bei der Umsetzung hat man die Firma Massivholz aus Rattelsdorf im Blick. Diese habe bereits Spielplätze in Rattelsdorf und neuerdings am Kordigast im Landkreis Lichtenfels geschaffen. Die Kosten werden auf rund 34 700 Euro geschätzt.

Die Dorfgemeinschaft Rossach, die sich schon bisher um den Spielplatz gekümmert hat, möchte auch hier mithelfen und hat ihre Mitarbeit angeboten.

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