Wildenheid
Abschied

In der Friedenskirche Wildenheid gab es einen Abschied

Die evangelische Kirchengemeinde (KG) Wildenheid-Meilschnitz hat keinen Gemeindepfarrer mehr.
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Dritter Bürgermeister Martin Stingl verabschiedete den Pfarrer. Foto: Manja von Nida
Dritter Bürgermeister Martin Stingl verabschiedete den Pfarrer. Foto: Manja von Nida
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Pfarrer Jörg Herrmann wird zum 1. Oktober die Pfarrgemeinde der Feuchtwanger Stiftskirche übernehmen. Nach dem Festgottesdienst am Sonntagnachmittag wurde die Pfarrersfamilie im Gemeindehaus herzlich verabschiedet. "Wir wollen dankbar zurückblicken und auf das Neue schauen", grüßte Eva Grempel, Vertrauensfrau des Kirchenvorstandes (KV) die Gemeindemitglieder zuvor in der Friedenskirche.

Bereits im Sommer hatte Pfarrer Herrmann seinen Fortgang im Gemeindebrief angekündigt. "Gäste kommen auf Zeit, auch Pfarrer", sagte der Seelsorger. In einer neuen Gemeinde zeige es sich, wie schnell einer dazu gehöre und wie man aufgenommen werde. "Fremdlinge waren eigentlich immer und überall schon immer Bürger zweiter Klasse. Ebenso Zugereiste, die selbst nach 30/40 Jahren oft nicht wirklich dazugehören dürfen", merkte Pfarrer Herrmann an.
Der Glaube an Jesus Christus lasse den Menschen vor Gott gerecht werden, weil Jesus uns damit ohne ein "Dazutun" den Zugang zu Gott Vater öffnen würde. "Er ist unser Friede", dies stehe über dem Kircheneingang der Wildenheider Friedenskirche in Stein gemeißelt. Er, Jesus Christus, sei unser Frieden und wirke wie ein Leitspruch für diese Kirche und diese Gemeinde, so Herrmann.

"Frieden ist ein Prinzip, das Vorurteile abbaut, wenn alle dazu ihren Beitrag leisten. Diesen Leitspruch an unserer Kirche sollten wir gerade als Gemeinde als Aufgabe, als Auftrag verstehen."

Die Menschen in Wildenheid und Meilschnitz hätten sich zu Herzen genommen, was ihnen durch den Leitspruch aufgetragen worden sei: regelmäßige, gemeinsame Gottesdienste und Veranstaltungen, die Mitarbeit in der Wefa, Begegnungen mit Christen in Thüringen oder die Partnerschaft mit der KG in Tansania. "Er ist unser Frieden und wir sind seine Botschafter, möge dieser Leitspruch nicht als eine schöne, unabänderliche Gegebenheit betrachtet werden, vielmehr als ein Auftrag an uns selbst", wünschte Pfarrer Herrmann.

"Was in der Gemeinde eingeführt wurde, haben wir intensiviert und gemeinsam fortgeführt: gemeinsame Gottesdienste, Jubiläen in der Wefa oder im Seniorenheim "Phoenix", Gottesdienste und Veranstaltungen in der Grundschule und im Kiga, dort, wo der innere Frieden spürbar die Menschen über Generationen und trotz körperlicher und geistiger Einschränkungen miteinander verbindet." Die Partnerschaft mit Rudjewa/Tansania, gemeinsame Gottesdienste mit den Kirchen Oberlind, Sonneberg, ließen Menschen mit unterschiedlicher Herkunft und Geschichte miteinander spürbar verbinden, wie auch die bestehende Kooperation mit den Neustadter Kirchengemeinden.

"Ich möchte mich heute von Ihnen verabschieden, um auch in Frieden und versöhnt gehen zu dürfen. Wenn wir uns heute nach 6 ½ Jahren von der Gemeinde Wildenheid und Meilschnitz verabschieden, dann würde ich mir wünschen, auch mit jenen versöhnt und in Frieden gehen zu dürfen, die sich gestört fühlten, ob vielleicht an der Person oder an der Art und Weise bei der Ausübung meines Amtes, die ich gestört habe, dass ich ihren Ansprüchen als Gemeindepfarrer nicht gerecht werden konnte und vielleicht auch Erwartungen, die sich nicht erfüllt haben." "Seid offen und ehrlich zu einander und lebt einander in Frieden", verabschiedete sich Pfarrer Herrmann.

Dekan Stefan Kirchberger würdigte Pfarrer Herrmanns ruhige, beständige Art, der schnell Nähe und Vertrauen aufzubauen verstanden habe. Mit einer Politik der ruhigen Hand habe Pfarrer Herrmann für die äußeren Belange der KG sowie den anstehenden Renovierungsarbeiten an Kirche und Gemeindehaus mitgewirkt. "Als Dekan bin ich Ihnen für die konstruktive Treue und für Ihre Verträglichkeit dankbar, mit der Sie geholfen haben, mit der Region Neustadt eine Zusammenarbeit neu zu beginnen. Sie haben in Neustadt und darüber hinaus das Evangelium von Jesus Christus gepredigt, im Konfirmandenunterricht, im Kiga, in der Wefa, im Gemeindekreis und in persönlichen Gespräch die Liebe Gottes bezeugt und zugesprochen. Dafür sagen wir Ihnen von Herzen danke."

Zahlreiche Gemeindemitglieder, Kirchenvorstände sowie alle Neustadter Amtskollegen waren gekommen, um zu danken und ade zu sagen. Geschenke und liebe Worte werden die Pfarrersfamilie nach Feuchtwangen begleiten. Spontan verabschiedeten die Kindergartenkinder die Pfarrersfamilie singend am Altar und stimmten die Abschiedsatmosphäre mild. Musikalisch umrahmte der Posaunenchor unter der Leitung von Ekkehard Schwalm den beeindruckenden Festgottesdienst. Im Namen der Stadt dankte Dritter Bürgermeister Martin Stingl (SPD) dem Wildenheider Pfarrer. Seine KG durfte daran teilhaben, als Jörg Herrmann seine Frau Dorothee-Nicole in der Wildenheider Friedenskirche heiratete und seine beiden Kinder, Joshua und Samuel dort getauft wurden. Am Sonntag, 8. Oktober, wird Pfarrer Herrmann um 14 Uhr in der Stiftskirche zu Feuchtwangen mit einem Festgottesdienst herzlich willkommen geheißen.


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