Coburg
Jugendfilmfestival

In Coburg wehte ein Hauch von Hollywood

Die Siegerehrung der "Jufinale 19" in Coburg mutete wie eine kleine Oscar-Verleihung an. Auch Vertreter der Region finden sich unter den Preisträgern.
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"Und gewonnen hat der Film ...": Die Gewinner der Jufinale gab Schauspieler Alexander Leopold Schadt (rechts) bekannt, der als künstlerischer Pate den ganzen Tag über die jungen Filmemacher betreute und in einem Workshop Schauspieltipps gab. Foto: Bettina Knauth
"Und gewonnen hat der Film ...": Die Gewinner der Jufinale gab Schauspieler Alexander Leopold Schadt (rechts) bekannt, der als künstlerischer Pate den ganzen Tag über die jungen Filmemacher betreute und in einem Workshop Schauspieltipps gab. Foto: Bettina Knauth
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Vor 30 Jahren fand das Jugendfilmfestival "Jufinale" zum ersten Mal statt. Erst jetzt, bei der 16. Auflage, gastierte die alle zwei Jahre vom Bezirksjugendring Oberfranken ausgerichtete Veranstaltung erstmals in Coburg. "Vorhang auf, Film ab" hieß es am Samstag im Utopolis-Filmtheater. In vier Blöcken wurden ab 10 Uhr insgesamt 34 vielseitige Beiträge junger Filmemacher gezeigt. Einzeln oder in Gruppen setzten sich diese mit Themen wie Mobbing, Asyl, Demokratie, Demografie oder Digitalisierung auseinander. Am Abend fand die mit Spannung erwartete Preisverleihung statt: In drei Alterskategorien wurde der beste Film gekürt.

Für die 13- bis 16-Jährigen holte der Jugendtreff Münchberg mit "Nicht berühren!" den Preis. "Einer der besten Filme dieses Jahres!", urteilte die sechsköpfige Fachjury. Er vereine alle Zutaten für einen gelungenen Beitrag.

Coburger Roadmovie prämiert

Der Preisträger in der nächsten Altersklasse (17 bis 21 Jahre) kommt aus Coburg: "Roadworthy - Niklas fährt an" heißt die schräge Komödie von Blondie Brownie Films. Dahinter verbergen sich die Regisseurinnen Annika Brondke (Blondie) und Viktoria Rocinová (Brownie). Mit sechs Freunden hatten die beiden an "drei intensiven Drehtagen" ein laut Jury "heiteres Roadmovie" gedreht, "das von skurrilen Charakteren lebt und aktuelle Themen der Jugend aufgreift". Gelobt wurde der Mut der Gruppe, sich selbstständig an das schwierige Genre zu wagen.

Ebenfalls berührend fanden die Juroren "Animalcula" von der gleichnamigen Crew. Der Beitrag der Altersklasse 22 bis 26 Jahre zeigt gesichtslose Wesen in einer Welt, die von Kampf und Gewalt geprägt wird. Auch hier hoben sie die Courage der Filmemacher hervor, sich dem anspruchsvollen Genre Action zu stellen.

Den "Demokratie"-Sonderpreis nahm die "Schule ohne Rassismus"-AG der Mittelschule Weidenberg für "Wir lieben Weidenberg" entgegen. "Das Musikvideo zeigt, wie wichtig demokratisches Engagement ist", urteilte die Jury. Es beweise, dass Unterschiede die Menschen genauso zusammenbringen können wie Gemeinsamkeiten.

Beim Festival in Würzburg dabei

Diese vier Preisträger werden Oberfranken beim bayerischen Kinder- und Jugendfilmfestival 2020 in Würzburg vertreten. Der Wettbewerb findet vom 15. bis 18. Mai statt.

Daneben wurden noch der beste Trickfilm und die beste Dokumentation gekürt.

Dass niemand Superkräfte braucht, um ein Held zu sein, zeigt Jannik Brondke (Brondke Animation) mit seinem Trickfilm "Das Zeug zum Helden". "Ein toller Film", so die Jury.

"Wer sind wir?" fragt die als beste Dokumentation prämierte Produktion von Mirjam Stumpf. Sie blickt hinter die Kulissen eines nicht alltäglichen Theaterstücks, einer integrativen Produktion mit Geflüchteten. Die Frage schließe den Zuschauer mit ein und rege ihn über die Einblicke zum Nachdenken über sich selber an, würdigt die Laudatio.

Neben den Filmvorführungen waren auch die Workshops rund um das Thema Film gut besucht. Besonderer Beliebtheit erfreute sich die Schauspielveranstaltung mit Andreas Leopold Schadt, dem aus dem Franken-Tatort bekannten Mimen. Für diejenigen, die tatsächlich die Schauspielerei zum Beruf machen möchten, hatte "Kommissar Schleicher" Tipps parat. Der wichtigste: "Lernt erst einmal etwas Gescheites!" Wer aber für die Schauspielerei brenne, dem riet der Schauspieler: "Probiert es!"

Publikumspreis nach Neustadt

Bezirksjugend-Geschäftsführerin Katharina Stubenrauch gehörte der Jury an, die alle Preisträger ausgesucht hatte. Alle, bis auf die letzte Auszeichnung: Für den Publikumspreis konnten die Zuschauer des Festivals voten. Die meisten Stimmen bekam "Jetzt hört doch mal auf!" der Mittelschule Am Moos in Neustadt bei Coburg. In dieser von ejott (Evangelische Jugend im Dekanat Coburg) und Schadt unterstützten Produktion setzt sich die Theater-AG der "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" eindrucksvoll mit dem Thema "Mobbing" auseinander.

Der nur in Oberfranken verliehene Sonderpreis Digitalisierung ging an "Die Zukunft" vom Jugendtreff Münchberg, Pur Helmbrechts, Gleis 2 Schwarzenbach und Keck Stammbach. Mit viel Liebe zum Detail, so die Laudatio, entstand in Stocktrick ein Ausblick auf eine Welt der Zukunft, in der das friedliche Zusammenleben zwischen Mensch und Maschine in Gefahr gerät.

Die Jufinale

Veranstalter der 16. Jufinale Oberfranken 2019 war der Bezirksjugendring Oberfranken, in Kooperation mit dem JFF-Institut für Medienpädagogik, dem Stadtjugendring Coburg und der kommunalen Jugendarbeit der Stadt Coburg. Förderung Unterstützt wird das Festival mit 350 000 Euro durch den Bezirk Oberfranken, die Oberfrankenstiftung und das Utopolis Multiplex-Kino Coburg. Austragungsort Alle zwei Jahre woanders, damit in allen Regionen die junge Filmszene gefördert werden kann. Teilnahme Wer Lust aufs Filmemachen bekommen hat, kann sich bei der Medienfachberatung des Bezirksjugendrings Unterstützung holen (www.medienfachberatung.de/oberfranken) und mit einem eigenen Beitrag bei der Jufinale 2021 dabei sein.

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