Coburg
Wissenschaft

In Coburg forscht man von Shakespeare bis Hunnenkönig Attila

In Coburg gibt es die Prinz-Albert-Gesellschaft, die sich mit der Erforschung der deutsch-englischen Beziehungen befasst.
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Der Donnerstag der Jahrestagung der Prinz-Albert-Gesellschaft endete mit einem Sektempfang im Schlosshof (von links): Prof. Dr. Ralf Behrwald, Dr. Birgit Weber, Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll und Prof. Dr. Caspar Hirschi . Foto: Gabi Arnold
Der Donnerstag der Jahrestagung der Prinz-Albert-Gesellschaft endete mit einem Sektempfang im Schlosshof (von links): Prof. Dr. Ralf Behrwald, Dr. Birgit Weber, Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll und Prof. Dr. Caspar Hirschi . Foto: Gabi Arnold
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Einmal im Jahr lädt die Prinz-Albert-Gesellschaft gemeinsam mit der Landesbibliothek Coburg zur Jahrestagung in den Andromeda-Saal von Schloss Ehrenburg ein. Diesmal sind 50 Teilnehmer aus aller Welt von Donnerstags bis Samstag in der Vestestadt zu Gast. Die wissenschaftlichen Vorträge unter der Überschrift "Antikenrezeption in der Frühneuzeit" reichen von William Shakespeare bis zum Hunnenkönig Attila.

Die neue geschäftsführende Vorsitzende der Prinz-Albert-Gesellschaft ist die Coburger Historikerin Franziska Bartl. Wie sie erklärt, habe die jährliche Zusammenkunft in der Vestestadt eine langjährige Tradition. "Coburg ist der Sitz der Gesellschaft und daher seit 36 Jahren auch Ort der Tagung." Hochkarätige Referenten und Gäste aller Welt kommen demnach einmal in Jahr nach Coburg, um historische Themen, die mit Deutschland und Großbritannien im Zusammenhang stehen, wissenschaftlich zu beleuchten. Vieles, sagt Bartl, habe zwar auch mit dem englischen Königshaus und dem herzoglichen Haus Sachsen-Coburg und Gotha zu tun, aber eben nicht nur.


Große humanistische Bildungstradition

In diesem Jahr haben das Konzept Prof. Ralf Behrwald und Prof. Martin Ott (Universität Bayreuth) erstellt. Behrwald sieht die Vestestadt in besonderer Weise für die Veranstaltung geeignet. "Coburg steht in der humanistischen Bildungstradition, zum Beispiel mit dem Gymnasium Casimirianum, bis heute an der Spitze der deutschen Städte", sagt er.

Prof. Frank-Lothar Kroll, der Vorsitzende der Prinz-Albert-Gesellschaft, begrüßte ein internationales Publikum von Historikern, Kunsthistorikern und Literaturwissenschaftlern aus Deutschland, England, Italien, den Niederlanden, Ungarn oder der Schweiz. Dementsprechend wurde als Referenzsprache für die mehrtägige Veranstaltung Englisch gewählt. Kroll dankte in seiner Begrüßung vor allem der Zweiten Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) stellvertretend für die Stadt Coburg. Diese unterstütze als Hauptsponsor seit vielen Jahren die Gesellschaft. "Wir sind froh über die Zuwendung, und die Stadt hat immer ein offenes Ohr, auch in Zeiten des geschrumpften Finanzbudgets", freute er sich. Mit dem Inhalt der diesjährigen Veranstaltung, so Kroll, hätten die Professoren Behrwald und Ott eine langjährige Idee in die Tat umgesetzt. "Es wurde immer mal wieder angeregt, ein antikes Thema aufzugreifen", so Kroll. Der Vorsitzende freute sich deshalb besonders, zur Eröffnung einen prominenten Fachmann begrüßen zu können: Geschichtsprofessor Caspar Hirschi von der Universität St. Gallen in der Schweiz beleuchtete das Thema "Sokrates und Seneca, Märtyrer der Aufklärung".


Weber erinnert an die "Weihnachtsbaum-Aktion"

Birgit Weber erachtet die Förderung der deutsch-englischen Beziehungen als absolut wichtig. Diese würden nicht nur im wissenschaftlichen Bereich gepflegt, sondern auf vielen Ebenen. Als Beispiel nannte sie die "Weihnachtsbaum-Aktion", bei der die Nordmanntanne aus dem Callenberger Forst geschmückt mit Kugeln aus Lauscha in Windsor Castle, dem Wohnsitz der Queen, zur Weihnachtszeit im vergangenen Jahr gestrahlt und für ein großes Medieninteresse gesorgt hatte. Den Coburgern, so Weber, liege es am Herzen die Kontakte zu pflegen und aufrecht zu erhalten. "Schauen Sie sich in Coburg um, genießen Sie die berühmte Bratwurst und kommen Sie gerne wieder", warb Weber für Coburg.

Zu den Jahrestagungen verfasst die Prinz-Albert-Gesellschaft Publikationen, das aktuelle Buch mit dem Titel "Der Erste Weltkrieg in der deutschen und britischen Erinnerungskultur" von den Autoren Jasmin Hain, Frank-Lothar Kroll und Martin Munke ist dem Coburger Ehepaar Kathleen und Klaus Beyersdorf gewidmet. "Die Bücher werden Menschen gewidmet, die sich in besonderer Weise um die Gesellschaft verdient gemacht haben", erklärte Bartl. Wie in den Vorjahren wurden im Rahmen der Tagung wieder junge Geschichtsstudenten aus dem gesamten Bundesgebiet zu einem Workshop nach Coburg eingeladen.
Der Donnerstag endet mit einem Sektempfang im Schlosshof, bevor der Freitag und Samstag ganz im Zeichen der Wissenschaft standen.


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